Das System der Planlosigkeit

Wenn Funktionäre rein von ihren Fähigkeiten oder Erfahrungswerten offenbar nicht in der Lage sind, ihren Job auszuführen, ist das bitter. An ihnen festzuhalten, trotz einer über Jahre gesehen mageren Transferbilanz, ist von der Klubführung verantwortungslos. Nicht zu erkennen, dass Funktionäre überfordert mit ihrem Job, mit der Veränderung im Fußball sind, gar zu glauben, sie würden einen guten Job erledigen, ist alarmierend – für den Außenstehenden, den Zuschauer, den Fan.

Nein, es ist nicht Alexander Madlung dem der Hohn und das Entsetzen gilt. Eintracht Frankfurt, der Verein, die Verantwortungsträger in den verschiedenen sportlichen Bereichen sind es, die sich den Vorwurf der Planlosigkeit, der Amateurhaftigkeit gefallen lassen müssen.

Es scheint als krieche ein alter, verrosteter Tanker mit Aufschrift „Eintracht“ durch das Meer des Profifußballs und werde rechts und links jede Seemeile aufs Neue von Beibooten überholt, die etwa den Namen „Mainz 05“ tragen. Und jene, mit denen man sich einst baugleich wähnte, die Mönchengladbachs, Hannovers und Stuttgarts sind auf den Weltmeeren enteilt – allen temporären Krisen dieser Klubs zum Trotz: Sie sind keine Immer-mal-wieder-Erstligisten á la Frankfurt, im Gegenteil, sie spülen sich alle Jahre wieder mal ins internationale Geschäft, halten jedenfalls schlußendlich recht problemlos die Klasse. Selbst der Kahn „Werder Bremen“, den man ja überholt haben wollte, tuckert souveräner durchs Wasser.

In Frankfurt hat es einen Abstieg benötigt, um eine Sportdirektorposition einzurichten – etwas, das anderswo schon Jahre vorher Gang und Gäbe war – und einen Videoanalysten (Marcel Daum), auch keine Revolution im Fußballzeitalter 2000+, einzustellen. Und sonst? Tertiär wichtiger Kram wie die PR-Show EintrachtTV, und selbst dort leistete man sich eine denkwürdige Posse um Oliver Forster.

Alles in allem, und das ist seit dem Deal mit Alexander Madlung – der nur Symptom, nicht Ursache oder gar Schuldiger für das Unverstädnis ob des Transfers ist – wieder mal offensichtlich geworden, führen bei Eintracht Frankfurt die Einäugigen die Blinden. Da ist Bruno Hübner, da ist Heribert Bruchhagen und da ist Bernd Hölzenbein sowie Ralf Weber, Hans-Werner Moser und Co. Letztere drei bilden den Kern der sogenannten Scoutingabteilung des Vereins, Hölzenbein fungiert als Chef. Ein Mann, der qua seiner Prägung – und das kann man ja keinem zum Vorwurf machen – einen ganz anderen, einen 70er-/80er-Jahre Fußball kennt. Das gilt ebenso für Ralf Weber, da sind es dann eben die 90er. Spielzüge aus der Zeit, wo diese Scouts groß geworden, sportlich ausgebildet worden sind, kann man von Tempo und Präzision heute bei besseren Hessenliga-Teams beobachten. Dass diese Funktionäre ihre liebe Mühe und Not haben werden, geeignete Spieler auszugraben, wundert nicht.

Geeignet – das bedeutet in diesem Zusammenhang, nicht die erstbesten Leute zu beobachten, sie vorzuschlagen und zu verpflichten. Das, was in den ersten zwei, wahrscheinlich sogar drei Ligen Deutschlands an Personal kickt oder die Bank drückt, kennt jeder Fan. Das ist Kicker-Jahrbuch-Wissen, EA-Fußball-Manager-Erfahrung. Mit drei Mausklicks erstellt heute jeder 21-Jährige binnen 15 Minuten eine Liste mit zehn Bundesligaspielern, die irgendwann mal irgendwo häufiger gespielt haben, gerade anderswo auf der Bank sitzen oder arbeitslos sind. Wer sich das Gewissen beruhigen will, klammert noch Kicker-Noten hinter den Namen ein und präsentiert in Nullommanichts ein Portfolio an (mehr oder minder transferwürdigen) Profis. Doch ist es damit getan, zumal für jemanden, der als professioneller Spielerbeobachter bezahlt wird, der nichts anderes treiben soll als Talente oder entwicklungsfähige Anfang-/Mittzwanziger oder routinierte Stützen zu entdecken?

Die Realität der Spielerbeobachtung ist erschreckend. Nicht nur, dass heutzutage mehr DVDs und Streaminglinks bei den Vereinen eingehen als das Jahr Tage hat und sich an Sportplätzen – geschweige denn bei Trainings – selten noch ein Scout tummelt. Man geht auch von Vereinsseite gerne im alten Territorium spazieren, verlässt ungern regionale Grenzen. Es reicht aber eben nicht aus, dass das Scoutinggebiet, das man regelmäßig bereist, zwischen Mainz und Darmstadt, Gießen und Heidelberg liegt. Gerade in dieser Region, wie auch in Nordrhein-Westfalen ist die Konkurrenz der Profivereine extrem: Mainz, Kaiserslautern, Hoffenheim, Karlsruhe, VfB Stuttgart, FSV Frankfurt, Darmstadt 98, Wehen/Wiesbaden, (Offenbacher Kickers). Dass man da Schwierigkeiten haben wird, von den drei größten Talenten auch nur eines verpflichten zu können (und in Frankfurt holt man solche ja nur für die U23, nicht für die Profis), ist doch nur logisch. Und das gilt eben nicht nur für 18, 19, 20-Jährige. Das kann man auf alle Altersgruppen, auf das ganze westdeutsche Bundesgebiet ausdehnen. Wieso hat man offenbar in Frankfurt nicht mal Hansa Rostock, die selbst in tristesten Zeiten für eine Top-Jugendarbeit (nicht nur für die Kroos-Brüder) bekannt sind, auf dem Schirm? Oder andere ostdeutsche Regionen? Das wäre ja sogar noch wirklich nageliegend, dort konsequent ran zu gehen. Immerhin wimmelt es in diesen Gegenden nicht gerade vor Profimannschaften. Auch da, ist doch klar, haben Konkurrenten ihr Auge drauf. Frankfurt würde keine Revolution auslösen, wenn sie zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Südthüringen auf Spielersuche gehen. Und dennoch: Es reicht dem Augenschein zufolge ja nicht mal dafür bei der Eintracht. Wie will man da erwarten, dass sie jemanden in anderen Fußballnationen ausfindig machen? Eintracht Braunschweig testet etwa gerade einen armenischen Spieler (Mhykitaryan-Effekt). Natürlich kann das in die Hose gehen. Wie jeder Transfer, selbst der eines Patrick Helmes (der wollte doch auch mal so unbedingt zu uns, erinnern wir uns?!). Und doch spürt man andernorts mehr Mut, mehr Kreativität. Ja, auch mehr Risikobereitschaft.

Und in Frankfurt? Man hat einfach keine Idee, sicher keinen Plan davon, wie man eine solche umsetzen würde wollen. Alexander Madlung ist ein Transfer, der nach Panik, nach „ei, nemme mer halt den“ riecht. Wie schon Srdjan Lakic, wie schon Tranquillo Barnetta. Zumal Madlung auf einer Position eingesetzt wird, wo die Probleme nicht liegen. Sicherheits- und Alibitransfer statt echter Hilfe.

Immer, wenn das Geld knapp und die sportliche Situation übel wird, haut man die Floskel von „jung, deutsch, aus der Region“ raus. Das war schon 2005 so. Das hielt man seinerzeit eine Weile durch. Mittlerweile ist Frankfurt zum Durchlauferhitzer für das Who-is-Who der Verschmähten geworden. In Wolfsburg bediente und bedient man sich eifrig der Bückware, in Hoffenheim kaufte man die halbe Trainingsgruppe 2 leer und Freiburg erledigt man in Bayernmanier – mit dem Unterschied, dass man deren Ex-Spieler ebenso wenig (dauerhaft!) besser macht als irgendeinen anderern, der in den letzten zig Jahren bei der Eintracht spielte. Von Knallern wie Rob Friend ganz zu schweigen.

Wenn man mal im Ausland shoppte, dann stolperte man mit Granaten wie Ricardo Clark, Mohammed Abu, Caio, Ümit Korkmaz, Martin Fenin oder Habib Bellaid aus dem Flieger.

Hier mal eine Liste der Transfers der vergangenen zweieinhalb/drei Jahre (Hübner-Ära) mit einer wohlwollenden (!) Bewertung meinerseits.

Thomas Kessler (-)
Gordon Schildenfeld (-)
Dominik Schmidt (-)
Heiko Butscher (+/-)
Constant Djakpa (+/-)
Matthias Lehmann (-)
Karim Matmour (+)
Rob Friend (-)
Erwin Hoffer (+/-)
Mo Idrissou (+)
Mohammed Abu (-)

Kevin Trapp (+)
Bamba Anderson (+)
Carlos Zambrano (+)
Martin Amedick (-)
Bastian Oczipka (-)
Vadim Demidov (-)
Takshi Inui (+/-)
Stefan Aigner (+)
Stefano Celozzi (+/-)
Martin Lanig (+/-)
Dorge Kouemaha (-)
Olivier Occean (-)

Marco Russ (+)
Srdjan Lakic (-)
Joselu (+/-)
Jan Rosenthal (+/-)
Johannes Flum (-)
Vaclav Kadlec (+/-)
Tranquillo Barnetta (-)
Stephan Schröck (+/-)
Marin Bakalorz / Felix Wiedwald (ohne Wertung)

Legt man eine nur sportliche, nur leistungsmäßieg Messlatte an – also ohne die finanzielle, die Ablöse/Gehalt-Rechnung (was hat wer gekostet, was hat er im Gegensatz geleistet) –  liest sich diese Auflistung doch recht deaströs. Neben einem Übermaß an „solala/Okay“-Spielern, findet sich eine Masse an Flopps und nur ganz wenige absolute Transfererfolge (Trapp, Zambrano, Bamba, Aigner) und noch ein paar wenige Zankäpfel (Russ, Inui).

Extrahiert man aus diesen 32 jene, die aus ausländischen Ligen verpflichtet wurden, wird die Quote noch düsterer:

Demidov (-)
Schildenfeld (-)
Kouemaha (-)
Abu (-)
Kadlec (+/-)

Was kann man daraus schließen? Zweierlei. Die Einen werden sagen: „Siehste, eben deshalb sollte man lieber auf Auslandskäufe verzichten!“ Die Anderen werden anprangern, dass man offenkundig beim Scouting untauglich ist.

Was ist richtig? Wie die obenstehende Liste zeigt, ist die Qualität der Neuzugänge auch aus den deutschen Ligen nicht gerade gut. Unabhängig wie man zu den einzelnen subjektiven Bewertungen meinerseits steht: Neben ein paar wenigen, die dauerhaft gute Leistungen zeigen, gibt es ein paar Eintagsfliegen (Oczipka, Inui) und jede Menge Kaderfüller (Celozzi, Lanig, Lakic, nun Madlung).  Das dürfte Konsens sein. Dementsprechend ist die sportliche (!) Qualität der Neuzugänge in der Vergangenheit dürftig, zu dürftig – selbst wenn man den Fakt hinzuzieht, das man weitestgehend geringe Ablösen (die Gehälterhöhe kennt niemand) zahlte.

Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass man in Frankfurt nicht bereit ist, zu investieren. Ich sprach vor wenigen Wochen davon, dass es angesichts der vielen Baustellen und eklatanten spielerischen Mängel nicht ausreichen wird, die konservative eine Million Euro auszugeben. Es wird für den benötigten Satz aus dem Tal mehr brauchen. Zwei, drei Spieler, die eben gut sind. Besser als Freie Turner Braunschweig, sicher auf anderen Positionen als der Innenverteidigung.

Doch der Kreis schließt sich eben am Punkt der Personen, die verantwortlich sind für die Tansfers. Der eine will am besten keine 10 Cent ausgeben, der andere ist König der Klauseln und die  Beobachter-Jungs schlafen mit dem Kicker-Sonderheft. Und dann gibts eben anstatt Linksverteidiger, linke Mittelfeldspieler und Stürmer so Alibilösungen wie Innenverteidiger Alexander Madlung.

Eine letzte Bemerkung zum Neuzugang: Es wird ja viel mit den 250 Einsätzen des Spielers hantiert in der Diskussion aktuell. In einer Saison mit 34 BuLi-Spielen sind 3060 Spielminuten das Maximum. Hier die Spielminuten und anderes Faktisches.

2012/2013 620 (15 Einsätze) –> 9 Einwechslungen
2011/2012: 1516 (23 Einsätze) –> 6 Einwechslungen
2010/2011: 571 (19 Einsätze) –> 15 Einwechslungen
2009/2010: 2394 (28 Einsätze) –> 2 Einwechslungen
2008/2009: 1276 (24 Einsätze) –> 11 Einwechslungen
2007/2008: 2140 (27 Einsätze) –> 4 Einwechslungen
2006/2007: 2466 (29 Einsätze) –> 1 Einwechslung
2005/2006: 1324 (22 Einsätze) –> 8 Einwechslungen
2004/2005: 1339 (15 Einsätze) –> 13 Einwechslungen
2003/2004: 1635 (25 Einsätze) –> 8 Einwechslungen
(…)

–> 82 Einwechslungen bei 246 Spielen als Innenverteidiger.

Zum Vergleich andere Verteidiger:
1. Marco Russ (3 Jahre jünger als Madlung) hat bei 206 Spielen 19 Einwechslungen
2. Christian Schulz (1 Jahr jünger als Madlung) hat bei 285 Spielen 38 Einwechslungen

Die Zahl der Einsätze ist demnach zumindest relativer als der Augenschein.

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Das System der Planlosigkeit

  1. Rick

    Naja, naja – zunächst hinkt der Vergleich mit Hannover und Mainz ein bisschen. Bei beiden Vereinen wurden auch schon genug Fluppen gescouted und/oder auch Verzweiflungstransfers getätigt (z.B. Franca bei Hannover oder Ujah, Rukavytsa, Zidan bei Mainz).

    Hinzukommt, dass die SGE bislang noch nicht einen Transfer hatte (wie z.B. Schürrle und Szalai bei Mainz), der mal richtig was in die Kassen gespült hat bzw. wenn dies der Fall war (Russ u. Ochs 2011/12) ein dummer Abstieg in Kauf genommen werden musste und somit ganz andere (finanzielle) Probleme auftraten. Somit ließ in erstes Linie der sportliche Planungshorizont nichts anderes zu, als überwiegend auf Etablissement und weniger auf langfristige (und somit auch hochpreisige) Perspektive zu setzen.

    Zu guter letzt scouted bzw. im heutigen Geschäft scouted quasi KEINER die richtigen Kracher mehr, bzw. wenn man dran ist, gehen sie eben zu Bayern, Dortmund, Leverkusen oder Schalke (z.B. Weiser, Goretzka oder Brandt, an denen auch kleine Vereine dran – die Liste kann beliebig erweiter werden)… Dagegen haben Vereine wie Frankfurt, Mainz, Hannover nur seltenst eine Chance. Viel wichtiger ist es (nach wie vor), eigene Talente aufzubauen (Jung, Kittel, Stendera) und hier vlt. mal wirklich den ein oder anderen zu verkaufen ohne massive Leistungseinbußen in Kauf zu nehmen (z.B. nicht so wie in Freiburg – Stichwort Kaderbreite) um die Finanzkraft mittelfristig zu steigern…

    Mit Glück reicht es dann für den Klassenerhalt und mittelfristig mehr, mit Pech (Verletzungen, usw.) eben nicht!

    Und wenn es dann gereicht hat, schafft man es dann vielleicht auch, das ein oder andere Jungtalent über den üblichen 3-Jahreshorizont hinaus zu binden. Das Ganze hat dann weniger mit der Scoutingfähigkeit von Einzelpersonen, sondern vielmehr mit einer (Berater-)marktgerechten und somit auch finanzgetriebenen Ausrichtung des heutigen Profifussballs zu tun, die nicht ohne Weiteres von Vereinen aus dem Mittelfeld bedient werden kann.

    • Danke für deine Anmerkungen. Sicher, auch andere Klubs haben ihre Fluppen eingekauft. Nur erscheint mir – ich verweise nochmal auf die Liste – unsere Trefferquote zu gering, sehr mau.

      Dass wir noch keinen Kracher-Abgang á la Schürrle, Reus und Co. hatten, ist natürlich völlig richtig beobachtet. Ebenso die Folgerung daraus, dass dadurch Geld fehlt. Aber die interessante Frage ist doch die nach der Ursache. Und die sehe ich genau darin, dass man in Frankfurt entweder a) die Jungen und Talentierten nicht spielen lässt und lieber Madlungs/Weis etc. kauft oder b) jene Jungen und Talentieren offenbar nicht die Qualität haben, die sie anderswo zu haben scheinen? Erhalten sie etwa keine Chance, weil sie zu schlecht sind? Ist ja wahrlich kein Eintracht-Einzelfall, was da mit Kittel, Kempf und Co. passiert/passiert ist. Da knüpfe ich (auch) die Verbindung zu den „Scouting“-Strukturen.

      Du hast natürlich recht, dass viele Klubs die jeweils halbfertigen Spieler der Konkurrenz kaufen anstatt jeden Sportplatz abzuklappern. Diese Spielern werden dort dann veredelt, evtl. gar zu Stars werden und somit gewisse Summen wert sind. Aber auch in diesem Halbfertig-Segment, das meines Erachtens entscheidende Feld in diesen Jahren, beackert die Eintracht m.A.n. schlecht. Wen haben wir denn mal von anderen Vereinen den einen oder anderen Feldspieler der Altersklasse U23 geholt, der ganz gut war aber noch Entwicklungspotential hat(te) und das dann hier auch dauerhaft (nicht one-hit-wonder-mäßig) abrief? Es sind zwei der wenigen Leute, die auch zweifellos zu unseren guten Transfers, unseren besten Spielern zählen: Zambrano und Bamba – das sind Innenverteidiger.

      Ich habe einfach das Vertrauen verloren zu glauben, dass da – wenn halt mal wieder so ein Schweinejahr irgendwie überstanden ist – eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung beginnt. Die Phrasen gab es schon zu oft in der Vergangenheit. Ich habe jahrelang auch daran geglaubt, das nächste Saison die Dinger besser werden, man einen Grundstock an Qualität, an Potential hat um sich im gesicherten Mittelfeld zu etablieren, ggf. mit dem ein Mal pro 5 Jahre Ausreißer gen Europa. Diesmal lasse ich mich kognitiv und emotional nicht mehr darauf ein.

  2. Richard S.

    Guten Tag zusammen, ehrlich gesagt wunder ich mich über den hier rübergebrachten Populismus. Es würde an Sachverstand und Kreativität fehlen. Die o.g. Liste mit sog. Fehlkäufen oder zum Teil „Kaderauffüller“ lässt sich beliebig bei anderen Vereinen fortführen. Schaut Euch doch mal bitte die Transferstatistik des HSV, Hannover usw. mal an. Gladbach war vor 5 – 7 Jahren an genau dem gleichen Punkt, als in einer Saison 20 Spieler kamen und 20 wieder gingen. Aktuell, und da unterhalte ich mich mit HSV und auch Gladbachfans, sehen diese das genau wie Ihr das bei der Eintracht beschreibt. Wo denn bitte sollen Vereine wie der HSV, Hannover usw. der Eintracht enteilt sein?! HSV hat mehr Schulden wie die Eintracht Geld auf dem Konto. Hannover hat es Jahrzente nicht aus der 3. und 2. Liga geschafft und ist erst seit einigen Jahren Bestandteil der Buli. Wie sieht es mit den Trainier aus, die in den vergangenen Jahren bei solchen, vermeintlich besseren Vereinen, rausgeschmissen wurden?! Natürlich sind Fehler bei der Eintracht gemacht worden, ohne Frage. Und natürlich muss man sich die Frage stellen, ob z.B. ein Hölzenbein der Richtige für den Posten ist oder nicht. Aber auch hier der Vergleich zum Branchen-Krösus FC Bayern. Dort entscheiden über eine Verpflichtung ein Breitner, Rummenigge und Sammer. Na herzlichen Glückwunsch, die haben natürlich in einer ganz anderen Zeit gespielt als ein Hölzenbein, Weber, Hübner … ?!?!? Bleibt mal sachlich. Keiner von uns kann seriös beantworten wie die Herren arbeiten oder nicht. Und auch hier möchte ich daran erinnern das die Eintracht durchaus an Spieler wie Lewandowski, Kruse, Volland usw. dran gewesen war, man sie aber zum jeweilig verfügbaren Zeitpunkt eben aufgrund der Finanzen nicht verpflichten konnte. Es ist meiner Meinung nach purer Populismus zu behaupten, man hätte in Frankfurt geschlafen. Frankfurt hat schlichtweg nicht die Möglichkeit mal einen Spieler wie z.B. Hummels für über 5 Mio aus der Bayernjugend zu kaufen und drauf zu hoffen, dass er einschlägt. Und zum Thema Risikobereitschaft … was haben den die Verantwortlichen denn nach dem Abstieg vor drei Jahren gemacht?! Alles verfügbare Geld in die Hand genommen, um den Aufstieg direkt zu schaffen und genauso wurde einiges Geld in die Hand genommen, um Spieler wie Trapp, Zambrano, Aigner, Inui usw zu verpflichten und Spieler wie Jung und Schwegler zu halten. Der o.g. Bericht ist meiner Meinung nach eine Frechheit den Verantwortlichen gegenüber. Die aufgeführten Kenntnisse und Einschätzungen scheinen mir viel eher an den EA Fussballmanager oder die jährliche Bild- und Kicker-Einschätzung zu erinnern. Viele Grüße, Richard S.

    • Niemand hat behauptet, dass es anderswo keine Transferflops gebe. Ich verweise aber nochmal auf jene Liste der Neuzugänge aus den vergangenen 2,5 Jahren. Ich meiner subjektiven (!) – und nichts anderes nehme ich in Anspruch beim Bloggen – Wahrnehmung liest sich diese doch recht schlimm.

      Natürlich hat man – und die Namen haben Sie erschöpfend aufgezählt – auch Transfer-Erfolge gefeiert. Auch das geht aus jener Liste hervor. All das ändert aber nichts an der Feststellung, dass Eintracht Frankfurt im Regelfall die Resterampen abgrast anstatt a) in Regionen außerhalb der bekannten 18 Vereine zu suchen, b) verstärkt auf die Jugendabteilung – intern oder extern – zu setzen.

      Wo soll die Kreativität denn sein bei Transfers á la Friend, Amedick, Madlung und Co? Das Risiko ist hingegen dicke vorhanden, aber auf der falschen Seite: Man sollte wissen, dass man da nicht gerade die fleischgewordenen Fähigkeiten verpflichtet. Zu, im Falle von Friend etwa, zudem happigen Preisen.

      Ja, man hat Schwegler und Jung gehalten und dafür Geld investiert. Doch zahlt sich das, wenn man mögliche Transfererlöse gegenrechnet, aus? Ich suche da noch nach einer Antwort. Und das deutet für mich darauf hin, dass es vielleicht ja doch nicht so die perfekte Idee war, den Schritt getan zu haben, den man tat. Aber das ist spekulativ und das würde ich auch nie als Kritikpunkt thematisieren.

      Jedenfalls sehen wir, dass es in Frankfurt für so etwas wie Veränderung einen Crash brauchte. Ob man da mit Hübner den Richtigen holte, wird sich in diesen Monaten entscheiden. Es wäre ihm zu wünschen. Doch was ist mit den verkrusteten Strukturen, die ich im Kern anspreche? Sind Hölzenbein und Co. die richtigen für ihren Job? Das darf angesichts der Masse an bestenfalls (!) Durchschnittstransfers bezweifelt werden. Ich verweise abermals auf die Trefferquote bei Auslandsverpflichtungen. Ich sehe nicht, dass das respektlos ist. Es ist eine Kritik an recht Offensichtlichem. Gerne, sehr gerne darf mich jeder – vor allem die Handelnden – vom Gegenteil überzeugen. Nach all den Jahren fehlt mir allerdings der Glaube daran. Daher wünsche ich mir dahingehend eine Struktur-, eine Personalreform.

  3. Sebastian Weber

    Tobias Weis scheint der nächste Heilsbringer zu sein. Damit dürfte wenigstens der heute aufgekommene Wechsel von NadW eine Ente gewesen sein. So langsam verstehe ich es nicht mehr. Ich gehe und ging bereits nach dem Madlung transfer davon aus, dass wir noch 2 DMs zu Geld machen werden. Rode und vielleicht Lanig. Ansonsten könnte ich mir eine solche Aufblähung unseres Kaders auf unsinnigen Positionen nicht nachvollziehen.

    • Du machst einen Fehler: Du vermutest einen Plan, eine Kalkulation hinter dem, was die Herren um Hübner da treiben. Da ist nichts, da ist pure Panik und Unwissenheit. Madlung. Weis. Das ist alles nur noch zum schämen. Ich jedenfalls kann mich mit so einer Herangehensweise, selbst wenn sie am Ende erfolgreich sein sollte, nicht mehr länger identifizieren. Wir verpflichten solche Trümmerlotten und zeigen dem Nachwuchs um Kittel, Kempf und jetzt Waldschmidt den Mittelfinger. Der Hübner soll mal bei Wehen/Wiesbaden anfragen, vielleicht haben sie da ja Bock auf so seine Klausel-Show.

  4. Adlerschnabel

    Hölzenbein und Weber sind heilige Kühe, die man gegen ihren Willen nicht einfach mal los wird. Sie haben es ja auch versucht damals: heraus kamen dabei solche Kracher wie Caio und Fenin.
    Funkels Aufstiegself haben sie ja aber auch eingekauft. Damals haben sie mit wenig Geld dasjenige Spielermaterial geholt, welches man zum Aufstieg, aber auch im Abstiegskampf benötigt, eine gestandene Catenaccio-Mannschaft eben. Das war den „sachverständigen“ Herrschaften auf den Rängen und im Internet aber bald nicht mehr fein genug. Vielleicht haben daher Holz und Weber auch irgendwo die Schnauze von dem überheblichen Pack, welches z.B. einen Meier erst auspfiff und dann feierte, voll und schieben seither Dienst nach Vorschrift. Ich könnte es ihnen nicht wirklich verdenken. Seit Funkel-raus ist jedenfalls trotz gestiegenem Etat der Fahrstuhl-Wurm drin. Einen Nobody, wie etwa in Mainz nach Klopp einen Tuchel, will man dem gemeinen Frankfurter Großkotz offenbar nicht mehr an die Seitenlinie stellen. In Mainz geht sowas eher. Es folgten daher in Frankfurt große Trainernamen, die natürlich mit Wasser kochten. Ein gepflegtes Offensivspiel in der Bundesliga aufzuführen, darf, solange es HB hier gibt, aber auch weiterhin nicht mehr kosten, als es einträgt. Die Kurve hat mit ihrem Funkel-raus also gewählt: statt Catenaccio und Klassenerhalt gibt es seither Offensiv-Strohfeuer, bis die Gegner sich auf die limitierten Offensivkünste der von der weiterhin unantastbaren Dienststelle Holz ausgesuchten Kicker eingestellt haben und dann fährt der Fahrstuhl eben wieder nach unten. Wer nicht deichen will, muss weichen. Aber jetzt haben wir ja Madlung 🙂

  5. ich traue mich beinahe nicht mehr deinen blog zu lesen, den was ich da lese koennte auch aus meinem kopf kommen.
    man wundert sich wirklich nur noch was die herren da so vor sich hin wurschteln und was am ende dann dabei so heraus kommt.
    in diesem jahr rennen wir wirklich wie die lemminge seit spieltag eins mit einem lachenden gesicht auf den abgrund abstieg zu und es interessiert niemanden.immehin spielen wie ja international .ole ole.
    da werden dann dinge wie die bordeaux reise abgefeiert waehrend man in der liga nix hinbekommt.
    kommendes jahr geht es dann im fahrstuhl nach unten und alle werden sich betroffen anschauen und nicht verstehen wie es soweit kommen konnte.
    es war noch nie einfach fan der eintracht zu sein(und ich bin das nun schon bald 35 jahre) aber dieses jahr wird dem ganzen mal wieder eine neue epsiode hin zu gefuegt..

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