Die Schufte müssen schuften

Schuften, das ist das Gebot der nächsten Wochen. Über den Nachholbedarf an Punkten ist alles gesagt, die Mängel, die Defizite in Kombinationsspiel und Co. sind zumindest von Medien und Fans mehr als einmal präsentiert, angesprochen worden. Die Lehren aus den Mahnungen und Warnungen, aus den faktischen Ergebnisse und den Darbietungen selbst, können nur Armin Veh, der Trainer- und Funktionärsstab sowie die Spieler ziehen. An ihnen liegt es, gegenzusteuern. Im Gegensatz zu der Ruhe-Rhetorik der Vergangenheit wird es nämlich durchaus eine radikale Wende sein müssen, die sich in Körper wie Kopf der Eintrachtakteure zu vollziehen hat. Es ist nicht damit getan, zu hoffen, dass ein Alexander Meier die Kohlen wieder mal im Alleingang aus dem Feuer holt. Es reicht nicht aus, auf die Leistungsexplosion eines Vaclav Kadlec zu setzen oder darauf zu vertrauen, dass Stefan Aigner schon wieder zu seiner Form der Saison 2012/2013 findet. Für Ex-Hinrundenleistungsträger Takashi Inui – dessen Auftritt selbst beim Hallencup ebenso unterirdisch wie bezeichnend war – dürfte der Zug ohnehin abgefahren sein. Bleibt nicht mehr viel übrig an Ideen, an neuem Lebensgeist für die Offensive, dem eigentlichen Problem-Mannschaftsteil. Es ist nicht die Innenverteidigung oder das defensive Mittelfeld, wo es brennt und man sich dennoch bemüßigt sah, anstatt Marin Bakalorz und wohl Marc-Oliver Kempf künftig Alexander Madlung und Tobias Weis auf Bank und Tribüne zu setzen.

In den Mannschafsteilen, wo die Sorgen groß sind, hat der Verein nichts unternommen. Und will es nach eigener Auskunft auch nicht mehr – wobei die Glaubwürdigkeits solcher Aussagen in Frankfurt äußerst gering ist, wie wir gelernt haben. Verhandlungsposition und so. Wenn man im Verein die sportlichen Schwachstellen korrekt ausgemacht hat – unterstellen wir im Gegensatz zu den Beiträgen in den vergangenen Tagen mal dieses Mindestmaß an Können – sollte man als Fan davon ausgehen, dass in der Offensive doch noch neues Personal präsentiert werden wird. Wenigstens eine der drei Brandherde – linker Verteidiger, linkes Mittelfeld, Sturm – muss gelöscht werden. Am wenigsten dringend sind die Löscharbeiten noch im Sturm, da Meier wieder gesund ist, Kadlec zumindest gute Ansätze zeigt und Joselu als Notnagel halbwegs funktionierte, während Lakic so oder so keine Rolle mehr spielen wird. Nur wenn der Kroate abgegeben werden kann, wird auch ganz vorne drin noch ein Neuzugang kommen. Die Linksverteidigung scheint man überraschenderweise gar nicht auf dem Schirm zu haben in puncto Transfers, da glaubt man wohl ans Überleben trotz des Wackel-Duos Bastian Oczipka und Constant Djakpa. Bleibt das linke Mittelfeld, Stichwort Takashi Inui oder eine nicht minder leistungsschwache Alternative – eventuell ist da die Lücke für Tobias Weis, der zwar im Regelfall zentral-defensiv oder auf der rechten Seite (dem Aigner-Flügel) spielt, aber als beidfüßig gilt. Klingt nach Improvisation.

Ein schelmischer Schmunzler kommt mit einem anderen Neuzugang: Angesichts der abgewiegelten Befürchtungen, die Eintracht könne durchaus in erster Linie ein Konditions- und kein Kraftproblem haben (wir erinnern uns an die regelmäßigen Einbrüche ab der 65. / 70. Minute), ist es amüsant, dass am Dienstag ein weiterer Konditionstrainer verpflichtet worden ist. Eine Rechtfertigung für Training mit angezogener Handbremse gibt es mit oder ohne den neuen Fachmann nicht, weder im Trainingslager noch in den Folgewochen im dann vielleicht winterlichen Frankfurt. Wenn die jetzt nicht ranklotzen und bereit sind, mehr zu machen als die Konkurrenz, härter an sich zu arbeiten als andere im Städtewettkampf, dann wird Eintracht Frankfurt absteigen. Dass wir als Eintracht-Fans das um nichts in der Welt wollen, ist klar. An uns wird es nicht scheitern, wenn es denn scheitert, die Sache mit der SGE in der Bundesliga.

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