Eingrooven für die Pep-Show

Da zuckte mein linkes Augenlid gestern kurz, als der Name Marco Caliguri in der Transfergerüchte-Küche aufploppte. Das war dann wieder einer dieser zuletzt häufig erläuterten Kopfschüttel-Momente, die mir bei der Eintracht-Einkaufspolitik zu häufig vorkommen. Caliguri, ewig bei Mainz zwischen mitlaufend und ganz gut dabei gewesen, dann die starke Saison, der Wechsel zu – na wem wohl? – Wolfsburg. Von dort, wo der Mann nicht wirklich Stammspieler ist, bedient man sich als Eintracht Frankfurt ja wahrlich immer wieder gerne. Nun gut, es hat nicht sollen sein mit dem nächsten Transfer der Kategorie Kicker-Sonderheft – aber die Personalie ist doch aufschlussreich, immerhin bestätigte die Eintracht ja das Interesse, aber die Kosten sind dann mal wieder der Knackpunkt …

Wir wissen jedenfalls immer mehr, in welcher Spielerkategorie wir uns künfig finanziell (nicht) herumgerüchten dürfen. Leute der Kategorie Koo / Caliguri – Bank- und Tribünendrücker im Bereich von Ablösesummen +/- 2 bis 3 Mio. Euro – können wir vergessen, die sind offenbar unerschwinglich. Es bleiben uns die aufgeblähten Kader der Investorenklubs, die Trainingsgruppen II bis III von manchem Bundesligisten und Kicker aus dem Vertragslosen-Camp des VdV. Manchmal schickt es noch für einen Leihvertrag von One-hit-wondern. Der Fairness halber: Angeblich war man schon vor Sommer, wo er dann den Millionenvertrag in Wolfsburg unterschied, an Caliguri interessiert.

Und weil das alles so schwierig zu realisieren ist mit den Transfers, fragt man sich umso mehr, wieso man a) nicht massiv auf die paar Jugendspieler setzt, die man hat (Vermutung: Die sind einfach wirklich viel schlechter als ihre Altersgenossen anderswo) und/oder b) nicht in der 2. / 3. Liga bzw. Ausland sucht/findet (Vermutung: Man ist dazu nicht professionell genug aufgestellt, wie der dann doch maue Kadlec-Transfer einmal mehr beweist).

Nun gut, ich habe mich in den vergangenen Monaten zu häufig zu dem Thema ausgelassen, die Analyse und Essenz bleibt dieselbe. Am Ende ist das alles sowieso strukturelles, theoretisches Geschwätz, das mit dem Spiel Fußball selbst erstmal nichts zutun hat. Auch Eintracht Frankfurt beginnt gegen Bayern München und alle anderen bei 0:0 und hat 90 Minuten Zeit, etwas mit dem Leder anzufangen. Das es einfach wird, hat nie jemand behauptet. Aber es ist eben nicht per Naturgesetz unmöglich, etwas mitzunehmen.

Sollte es dann nach 10 Minuten 1:0 für München stehen, ist der Käse früh genug gegessen – er muss es ja aber noch nicht vor dem Anstoss sein. Trotzdem: Zambrano und Schwegler sollte man im Hinblick auf das Heimspiel gegen Braunschweig schonen, nicht Rode – der muss sich ja ohnehin eingrooven für die Pep-Show ab Juli 2014.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Eingrooven für die Pep-Show

  1. Adlerschnabel

    Ich mag nicht so recht an das pure Unvermögen der Verantwortlichen und Scouts glauben. Als man das Konzept mit den „jungen deutschen Spielern aus der Region“ verfolgte, mit aus der Versenkung gescouteten Kickern wie Meier, Ochs, Preuß, Huggel, Spycher, Du-Ri Cha, Chaftar, Reinhard, Jones, Weissenberger, Lexa, Pröll und anderen Nobodies bei einem gewissen Herrn Funkel eine Mannschaft mit hohem Identifikationswert aufliefen ließ, die Schalke 06 und die Bayern das Fürchten lehrte und sogar international tingeln konnte, war das dem Eintracht-Publikum nur eine kurze Zeit recht. Diese Ära, in der man mit Eintracht-Aufkleber in Frankfurt kostenlosen Ölwechsel erhielt und in der noch ohne den langweiligen Singsang der Ultras eine Bombenstimmung im Stadion herrschte, hat das Publikum mit Pfiffen gegen Meier und „Funkel-raus“ ein für alle mal beendet.
    Danach hat das Frankfurter Publikum wunschgemäß nur noch Trainer mit großen Namen bekommen und darf nunmehr die aus Funk und Fernsehen allseits bekannten Stars der hoppenheimer und wolfsburger Resterampe im ständigen Abstiegskampf bejubeln, wenn auch der letzte der Helden aus dieser Zeit, Alex Meier, das Weite sucht.
    Das ist aus meiner Sicht pädagogisch wertvoll, verdient und gerecht. Vielleicht ist das ja auch der Gedanke des Lehrers Bruchhagen..

  2. Herr Schnitzelmann

    =========================================
    Vornweg:
    Kann es sein, dass du den Daniel mit dem Marco verwechselt hast. Meines wissens ist der Daniel (der von Freiburg) nach Wolfsburg und der Marco (der von Mainz) nach Braunschweig?
    =================================================

    Das Thema Caliguri (den Daniel mein ich jetzt) selbst ist eines, bei dem sich eigenltich nur Einer richtig gefreut haben dürfte, nämlich der Berater vom Caliguri. Wolfsburg braucht ihn nicht, hat ihn nie gebraucht – wäre man böse, könnte man hier unterstellen, die haben den nur geholt, damit er die Konkurrenz nicht verstärkt – Caliguri selber wäre besser in Freiburg geblieben oder zu einem ähnichen Club gewechselt, nur eben der Berater wird sich freuen, denn er hat sein Ziel, die Ablöse möglichst hoch anzusetzen, erreicht.

    Zum Thema Jungendarbeit muss ich leider auch feststellen, dass es schon verwundert, wie wenig bei uns die eigene Jugend zum Zuge kommt. Wer durfte von den Jungen diese Saison ran? Wer letzte Saison, oder wer durfte in der 2. Liga ran?
    Ich erinnere mich nur an Stendera und Kempf und ich glaube, Letzterer durfte auch nur, weil man sonst niemanden mehr hatte.
    Schon traurig, insbesondere wenn man sieht, wie andere Vereine, die wie die Eintracht auch nicht auf Geldbergen sitzen, Junge Spieler fördern und es immer wieder schaffen diese im Profifussball zu etablieren.

    Was die Transfers an und für sich angeht, so muss man auch hier feststellen, dass Transfers von der Qualität eines Schweglers dann leider auch eher Mangelware sind.
    Immerhin liegt man manchmal richtig, Zambrano, Anderson, Aigner, Barnetta und auch die Rückholaktion von Russ kann man durchaus als gute Transfers ansehen.
    Bei Schröck, Joselu, Rosenthal, Flum, Kadlec, Lakic (der meiner Meinung nach zu wenig Chancen bekommt), und Oczipka bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wie ich die bewerten soll.
    Bei Inui bin ich mir fast schon sicher, dass da nicht mehr viel kommt.
    Was Weiß u. Madlung noch zu Leisten im Stande sind wird man sehen.
    Man kann sagen, es ist nicht alles Schlecht, auch wenn man nicht alle Transfers nachvollziehen kann und irgendwie doch den Eindruck der Ideenlosigkeit des Management bezüglich Neuverpflichtungen nicht los wird.

    Was das Spiel gegen die Bayern angeht, so bin ich mir sicher, dass wir gut spielen werden, aber in den entscheidenden Situationen Pech haben werden, sowohl was eigene Chance, des Gegners Chancen und besonders auch die Pfiffe des Schiris (Danke hier übrigens noch an die FR, die einen schönen und vorallem überaus stigmatisierenden Artikel über Zambrano ins Netz gestellt hat, so dass nun jeder Schiri im Hinterkopf hat, dass man den noch öfter Verwarnen muss) angeht.

  3. Olli

    Das mit den Bayern ist eine Zwickmühle:
    Auf der einen Seite würde ich da gerne den zweiten Anzug sehen und den ersten schonen denn da wird nur mit sehr viel Zufällen was zu holen geben. Auf der anderen Seite würde ich ungern die Tordifferenz versaut sehen wenns ne richtige Packung gibt …

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