Bastion Bastian

Aller Erleichterung nach dem Heimerfolg gegen Berlinzum Trotz, sollte niemand die Unzulänglichkeiten im Spiel der Eintracht wegwischen. Da war wirklich wenig, nach vorne sah das hinrunde’sk, also schlimm aus. Aus der Zentrale kam nichts, die Flügel lagen brach. Und da das so ist, verwundert die Aussage von Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner, keinen Transfer mehr zu tätigen in der Winterpause.

Gut, dass die Verbindlichkeit von dessen Aussagen gen null tendiert, haben wir in der Vergangenheit  bemerkt. Nimmt man die Ankündigung aber mal für bare Münze, kommt man doch (wieder mal) ins grübeln. War das etwa so etwas wie eine Leistung, die Takashi Inui da im linken Mittelfeld fabriziert hat? Schmiss Stephan Schröck plötzlich den Offensivmotor an? Ist Stefan Aigner positiv aufgefallen? Konnte Tranquillo Barnetta seit seinen ersten zwei, drei Spielen überzeugen? Ist Vaclav Kadlec nicht schon im Sturm überfordert genug? Kurzum: Kann man nicht zum Fazit gelangen, dass alle (potentiellen) Flügelspieler im Kader dem Team nicht helfen? Es ist doch schon bezeichnend genug, dass Jan Rosenthal, der zwar lief wie ein Irrer, aber auch abermals Pässe spielte wie ein Sebastian Rode, zuletzt noch der tauglichste auf der Außenbahn war.

Klar, es ist legitim die Hoffnung zu haben, dass zumindest Stefan Aigner sich wieder an eine Normalform herantastet. Dann wäre die rechte Seite – so er denn gesund bleibt – erstmal runter vom Baustellen-Plan. Doch links hat man die Wahl zwischen dem Sicherheitsirikos Larifari-Inui, Fehlpass-König Rosenthal, Mitläufer Barnetta und dem gleichsam positionsfremden wie  formschwachen Kadlec. Das sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine Mannschaft, die um ihr Überleben in der Bundesliga kickt. Denn diese Analyse ist gleichbedeutend damit, dass man quasi mit neun anstatt zehn Feldspielern agiert.

Es gibt eine alternative Variante, wenn man sich schon nicht zum Kauf eines neuen Linksfußes in In- und Ausland entscheidet: Bastian Oczipka zu stellen, und zwar vor Constant Djakpa, der aber auch erstmal eine Halbserie, ach was, eine Halb-Halbserie unfallfrei hinlegen (woran man zweifeln darf/sollte). Doch selbst wenn man sich auf dem Reißbrett für diese Möglichkeit entscheidet, das eine Idee des Trainers gewesen sein sollte – Oczipka ist verletzt, würde nach Genesung auch noch ein paar Wochen brauchen bis zur Formfindung (und eben diese Form ist bei ihm ja seit zwölf Monaten vollends dahin, um meine These von „der hat eine Weile einmalig und extrem weit über seine Verhältnisse gespielt“ nicht wiederholen zu müssen).

Und Wochen hat die Eintracht eben nicht. 18 Spieltage sind vorbei, das Bergfest ist vorüber, und spätestens wenn der Horror-Spielplan im Februar vorüber ist und die Tabelle Frankfurt auf einem Abstiegsplatz führen sollte, ist das mit der Ruhe und dem Zeit lassen, das mit der Formfindung vorüber. Wobei auch das wieder theoretisches Gewäsch ist: Gewinnt man gegen Braunschweig nicht, wird es mitunter perspektivisch finsterer als dass das Fußballspiel eines Inui, Oczipka oder wem auch immer überhaupt aussehen kann.

Zurück zu den angeschlossenen Sendeanstalten.

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