Monatsarchiv: Februar 2014

Bruchlandung

Nein, sie ist nicht überwunden, die Traurigkeit. Nein, der Blick richtet sich nicht auf das Stuttgartspiel, schon gar nicht optimistisch. Ich hadere. Mit einem Spiel, mit einer Saison, das/die unabhängig vom Einzelauftritt stets gleich endet. Am Ende steht die Bruchlandung.

Ich weiß nicht, wie eine Mannschaft – wie jeder einzelne Spieler – so viele immer wieder folgende Nackenschläge verkraften will. Irgendwann, Profi hin, Profi her, kommst du doch an den Punkt wo du dir die Sinnfrage stellst. Du investierst und investierst, nur bekommst du keinen Etrag raus, egal was du auch versuchst. Du rennst nach vorne, hast keinen Erfolg, du stellst dich hinten rein, hast keinen Erfolg. Du versuchst es spielerisch, du versuchst es kämpferisch, du versuchst es mit Personal X, dann mit Personal Y – das Ergebnis bleibt stets dasselbe.

Für mich war das Tor zum 3:3 der traurigste Moment, den ich im Stadion live je erlebt habe. Der Aufprall war einfach zu massiv. Auch wenn ich mir jetzt einzureden versuche, dass das Ausscheiden wahrscheinlich gesünder für uns im Klassenkampf ist: Dieses Spiel hat (abermals) physische und psychische Kraft gekostet, was am Sonntag spürbar sein wird, und vor allem wird es mehr Knick als Motivation sein. Ich glaube einfach nicht daran, dass du aus so einem Hergang, so einem Drama positive Energie ziehen kannst.

Das ändert nichts daran, dass ich stolz bin darauf, wie sich das Team, wie sich die Fans, der ganze Verein in der Europa League präsentiert haben. DAS war Wertschätzung, DAS war Emotion, DAS war Sport. Und niemand wird den Spielern nehmen können, was sie wenigstens 86 Minuten lang erleben durfen: Baden in einem Stadion voller Emotionen. Das, mir kann keiner etwas anderes erzählen, lässt niemanden kalt, das spüren die Spieler. Und sie werden sich ihre Gedanken machen, Klassenerhalt vorausgesetzt, ob sie dieses Mitgehen, diese Verbindung, diese Leidenschaft und Emotions-Erruption für einen Vertrag bei einem der Roboter-Vereine opfern werden wollen.

Bei allem Trotz, der jetzt aus diesen Zeilen klingt: Ich war, bin und bleibe in erster Linie traurig, tieftraurig. Denn so einen Aufprall wie gestern Abend hat das Team ebenso wenig verdient wie wir Fans.

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Am Ende bleibt die Trauer

Nackenschlag, Genickschlag, Rückschlag. Es ist der typische Gang, die typische Emotion, von Eintracht Frankfurt und den Fans. Nichts wird einem geschenkt, nicht eine Portion Glück und Freude. Es reicht nicht, auszuscheiden aus der Europa League. Nein, die Sensation muss bis 4 Minuten vor Schluss möglich, so gut wie sicher sein – damit es noch mehr schmerzt, dass es letztlich (mal wieder) nicht geklappt hat.

Der Abstieg wäre die logische Folge einer Saison, in der dieses Team zwar enormen Aufwand betreibt, aber nie dafür belohnt wird. Was will man der Mannschaft, dem Trainer nach diesem Spiel vorwerfen? Dass es gegen einen Gegner, der sichtbar zwei Klassen besser ist, nicht zum Sieg gereicht hat? Dass nach den Auswechslungen des bärenstarken Joselu und des agilen, aber platten Aigner die Partie spürbar kippte? Ja, das kann man als Kritik formulieren. Wenigstens Joselu hätte bleiben sollen. Aber seien wir ehrlich: Wahrscheinlich wäre es auch so in die Binsen gegangen. Zu kaputt die Eintracht, zu sehr in der Lage, einen Gang hochzuschalten war Porto.

Die Stimmung, die Extase nach den Eintracht-Toren – wer das verpasst hat, wer sich gar nicht für Fußball zu interessieren glaubt, hat unglaubliche Emotions-Erruptionen verpasst. Unter den 48 000 zu sein, die sich dieses unglaubliche Spiel im Waldstadion anschauen durften, das war schon etwas wert. Die Choreografie, das Einpeitschen, diese Minuten zwischen der 34. und 40. – einmalig. Ebenso die Bitterkeit nach dem 3:3. Ein Abstieg kommt in der Regel prozeussual, man spürt es, sieht es kommen, die Tabelle spricht über Wochen eine klare Sprache. Im KO-Modus durften wir dran schnuppern am großen Wurf – und bekamen dann wieder mal eines in die Fresse. Das nervt, das raubt Kräfte. Und steigert die Liebe zu dieser Mannschaft, zu diesem Verein.

Fakt ist, dass ich noch nie so niedergeschlagen aus dem Stadion ging. Das war brutal, eine unmenschliche Folter für Nerven und Emotionen. Bayern, Dortmund, Schalke, Leverkusen? Da lache ich mir den Arsch ab! Die kennen sowas doch gar nicht. Die, auch die Fans sind dieses internationale Gekicke doch schon sowas von gewöhnt, die wissen doch gar nicht zu schätzen, was das bedeutet, was sie da sehen. Dann gucken wir uns mal das an, was da in Frankfurt geschehen ist – DAS, liebe Leute, ist Emotion, Hingabe, Mitfiebern. DAS ist etwas Besonderes.

Und dafür bin ich dankbar. Dankbar dafür, dass mein Herz einem unperfekten Verein gehört, der mich feiern und hassen lässt, der mich mitreißt. Den ich verfluche, den ich vor Liebe verschlinge. Für auch noch so bittersüße Momente wie an diesem Donnerstagabend, dafür liebe ich Fußball, meine Eintracht, das Umfeld, diese Fans.

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Das Licht in der Finsternis

Geht es nur mir so, oder gibt es noch mehr die zunehmend zornig werden, wenn der Blick nach so vergeigten Bundesligaspielen wie gegen Bremen wieder auf diese Europapokalkacke gelenkt wird?!

Jaja, schon klar, dass es das nächste Spiel ist. Wichtig, Millionen, Reputation und so. Trotzdem verbinde ich mit diesen EL-Auftritten nur noch Blendwerk und Balast am Bein. Europa ist Arsch, Urlaubsreisen nach Bordo oder Porto hin oder her. Irgendwie wünsche ich uns das Ausscheiden, zum eigenen Besten. Und mir tut’s richtig weh, so zu denken und zu schreiben.

Doch dann vergehen die zwei, drei Gram-Tage und man blickt auf die zwei je 40 Euro teuren Tickets, die man orderte, denkt an Flutlichtatmosphäre, volle Hütte und Gesänge, die Chance, diese einmalige nach bald einem Vierteljahrhundert … Ja, es wäre (zu) schön, am Donnerstag Zeuge des größten sportlichen Erfolgs seit 20 Jahren zu sein.

Trotzdem überstrahlt der kommende Sonntag, die Bundesliga, der Angstgegner Stuttgart gepaart mit dem Doppel-Aus von Pirmin Schwegler und Sebastian Rode die Gedanken. Wenn es nämlich am Sonntag (!) nicht klappt mit einem Sieg, sieht es richtig finster aus für Eintracht Frankfurt. Kein europäisches Licht wird das dann aufhellen können.

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Das war’s

Sebastian Rode hat einen Knorpelschaden im Knie erlitten, wird für den Rest der Saison ausfallen – ergo kein Spiel mehr für Eintracht Frankfurt bestreiten. Die Karriere Rodes sei trotz der Verletzung, die das Knie betrifft, in dem der Spieler einen Kreuzbandriss erlitt, nicht in Gefahr. Das teilte Armin Veh auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Porto mit.

Menschlich schade, sportlich angesichts der Auftritte in den vergangenen Monate verkraftbar – so sollte man das wohl analysieren.

Was der Eintracht fehlen wird, ist die Geschwindigkeit, die Bissigkeit von Rode. Allerdings trat die, wie zu Anfang seiner Eintracht-Zeit, zuletzt nur nach eigenen Ballverlusten ein. Zu häufig verhaspelte sich Rode bei der Verarbeitung von Zuspielen, zu unsauber seine Abspiele und zu ungefährlich seine Abschlüsse, seine Pässe in die Spitze. Bei aller Tragik und Verletzungsanfälligkeit des Dauerläufers: Er stagnierte sportlich, hat selten den Unterschied zum Wohl oder Weh der SGE gemacht – für den Verein, für das Team ist zu hoffen, dass nicht jetzt, wo Rode nicht mehr spielen kann, doch noch eine Leistungslücke klafft. Neben Pirmin Schwegler, der ja auch angeschlagen ist, ist nun jedenfalls die zweite Stammspiel-Säule ausgefallen. Das wird sich niederschlagen. Tobias Weis wird sein Glück daher kaum fassen können, er rückt fast zwangsläufig ran an das Team. Und was macht eigentlich Marc Stendera?

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Fragen an die Taktikfüchse

Ich brauche eure Hilfe. Dabei, das Konzept und die Grundformation sowie Spielidee von Eintracht Frankfurt zu entschlüsseln. Denn ich bin nach dem Konzeptlos-Kick gegen Bremen an meinen Grenzen angelangt.

1. Bastian Oczipka: Ich habe mich nochmal vergewissert, er ist wirklich Linksfuß. Und er ist auch auf dem linken Flügel aufgestellt. Bemerkenswert ist jedoch, dass er – wenn er nicht um sich selbst kreiselt – immer, und zwar wirklich immer in die Mitte zieht mit dem Ball. Das, so will es die Physik, resultiert darin, dass er den Ball stets auf seinem schwächeren rechten Fuß hat. Das ermöglicht keine Flanken, keine Schüsse, keine präzisen Pässe. Und wenn er sie mal schlägt, dann sind es – wie gegen Bremen – ausschließlich Flanken aus dem Halbfeld. Zur Grundlinie geht er nie durch.

Meine Frage ist: WIESO spielt er so? Ist das Anweisung vom Trainer (eine affige, wenn es so wäre) oder ist es seine Spielweise (absurd, wenn es so wäre)?

2. Marco Russ: Ich habe mich nochmal vergewissert, er ist wirklich gelernter Innenverteidiger. Und er war sowohl gegen Porto als auch gegen Bremen als linker offensiver Mittelfeldspieler aufgestellt, bzw. hielt sich dort auf, wo es ein Außenmittelfeldspieler zutun pflegt. Ihm wird der Ball zugespielt und er soll sich dann a) im 1:1 durchsetzen, b) flanken, c) Kurzpass-Kombinationen initieren.

Meine Frage ist: WIESO stellt man so auf? Was soll ein zentraler Defensivspieler, der alle Anlagen für einen Außen nicht mitbringt, auf der offensiven Außenbahn bewirken?

3. Sebastian Rode: Ich habe mich nochmal vergewissert, ist wirklich defensiver Mittelfeldspieler, zu Drittliga-OFC-Zeiten kam er in der Tat oft über den Flügel. Denn dort, in den untereren Klassen ist Tempo ein Faktor, der den Unterschied macht. In der Bundesliga ist Geschwindigkeit jedoch relativ, da auch die Verteidiger nicht lahm und hüftsteif sind. Gegen Bremen verzettelte er sich abermals bei Passspiel im gegnerischen Drittel, vergab aus fünf Metern und sorgte für keine Impulse im Angriff.

Meine Frage ist: WIESO stellt man ihn im offensiven Mittelfeld auf? Was soll ein nachweisbar abschlussschwacher und passungenauer Spieler in Angriffsnähe?

Das gesagt, muss man festhalten, dass das ehemals als Prunkstück bezeichnete Mittelfeld die Hauptbaustelle geworden ist. Ganz einfach deshalb, weil keine Offensivspieler im Kader stehen bzw. so etwas wie Form besitzen. Es wird mit vier Spielern ein Mittelfeld gebildet, die allesamt ihre Stärken im Defensivbereich haben (Flum, Rode, Russ, Schwegler). Auch der Kapitän, der zwar den Takt vorgeben soll und dem man eine gewisse und wichtige Fehlerlosigkeit im Aufbau bescheinigen kann, ist niemand für das Ankurbeln. Er hat andere Stärken. Umso wichtiger wäre es, auf den Außen die Dynamik und Durchsetzungsfähigkeit, gerade im 1:1 zu besitzen. Doch während Aigner in diesen Wochen den Gang nicht so recht einlegen kann, ist Inui das, was er in Bochum schon war: Ein Ärgernis, das nur kurz mal aufblühte. Dazu gesellen sich mit Jan Rosenthal und Vaclav Kadlec zwei, die man nun, nach 22 von 34 Spieltagen durchaus als Fehleinkäufe bezeichnen kann.

Wir laufen Gefahr, eine Saison der Konjunktive hinzulegen. Hätte Meier das Tor gemacht, wäre der Ball von Joselu reingekullert, hätte man die Hochkaräter in Freiburg versenkt … Am Ende steht die Bilanz, 22 von 66 möglichen Punkten geholt, so wenige Tore wie kaum ein anderes Team geschossen und zwei Spiele mit Klatschen abgeschenkt zu haben. Die Ernüchterung ob des Eintracht-Diletanten-Fußballs ist jedenfalls groß. Die Anzeichen, dass es ausgerechnet gegen den VfB Stuttgart zu einem Sieg reichen sollte, lassen sich nur unter der Lupe erkennen.

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Das Zerrbild Europa

Sucht man in diesem verhundsten Auftritt gegen Werder Bremen eine symbolische Szene, dann war es die verunglückte Hereingabe von Marco Russ auf dem Flügel in Richtung Alexander Meier, irgendwann Mitte der ersten Halbzeit. Mit der Pike wuchtete er, nachdem ihm auf der offensiven Außenbahn schon einiges missraten war, den Ball in Richtung Fünfereck. Bande. Torabstoß.

Diese spezielle Situation ist deshalb so symbolschwanger, weil sie die komplette Malaise von Eintracht Frankfurt widerspiegelt: fußballerisch ist da nichts, gar nichts. Ein gelerneter Innenverteidiger und Rechtsfuß, der 1,90 Meter misst, spielt im linken offensiven Mittelfeld – und soll dementsprechend Schwung, Flanken und Torgefahr bewirken. Dieser Scherz ist derart schlecht, dass man nicht mal bei einem Eintracht-Gegner, dem man alles Üble wünscht, lachen würde.

Wie schlimm muss es um die einstigen und aktuellen Top-Transfers Kadlec, Barnetta, Rosenthal, Inui, Aigner und Co. bestellt sein, dass ihnen als gelernten Offensivspielern ein hühnenhafter Verteidiger vorgezogen wird? Gut, Takashi Inui durfte eine Weile zeigen, was in ihm steckt: wenig. Eine gelungene, von Joselu ziemlich mager antizipierte Chance sprang bei seinem Wirken heraus. Nicht, dass vorher oder nachher (es) irgendjemand besser gemacht hätte als der Japaner – aber bezeichnend ist das doch für einen, der sich anbieten würde sollen. Ähnliches gilt für Aigner. Es ist müßig, über jenen SGE´ler etwas schreiben zu wollen im Nachklang zu diesem Spiel. Es war kollektiv peinlich, es war individuell peinlich. Mit Ausnahme von Carlos Zambrano und Pirmin Schwegler – der gegen Stuttgart (dis SGE-Bilanz gegen den VfB ist deaströs!) gelbgesperrt fehlen wird – war das ein einziger Offenbarungseid.

Und doch sind wir klüger, wissen wir doch jetzt, dass wir das von den Endspielwochen zu erwarten haben. Ideenloser, mutloser, träger, auf Sicherheit bedachter Fußball gegen 10 Spieler einer Mannschaft, die man tabellarisch abhängen wollte und die ab der 75. Minute krämpfegeplagt auf dem Rasen sitzen blieben.

Drei als solche zu bezeichnenden Torschüsse fabrizierte man im zweiten Durchgang auf den Kasten von einem Torwart, der als einer der dünnsten der Liga gilt. Eine Abwehr, die mit die wackeligste der Liga ist, stellt man nicht vor Probleme. Ja, aber wie auch? Man versucht es ja nicht mal! Quergeschiebe, Seitenwechsel, alles spielt sich auf einer Linie ab: 30 Meter vor dem Tor. Defensive Mittelfeldspieler und Verteidiger sollen das Offensivspiel gestalten, ein Mittelfeldspieler die Tore machen. Wie, und diese Frage hätte ich gerne mal von den Hochwohlgeborenen der Eintracht beantwortet, soll das denn gelingen? Wie kann man gegen einen Mitkonkurrenten, den man zu Hause empfängt, der richtig dünn war, der eine Stunde in Unterzahl war, der keinen Deut weniger Druck hat als man selbst, so einen Auftritt hinlegen?Die Antwort: Wenn man selbst kein Mü besser ist, wenn die eigene Qualität mit der des anderen Limbo tanzt.

12, 13 Punkte aus den sechs entscheidenden Spielen? Die einfachsten drei hat man mal non chalant liegen gelassen. Die Abschenk-Taktik der vergangenen Wochen ist jedenfalls nicht aufgegangen. Diletantismus statt Dominanz. Dass man zu zehnt („uns hat die Rote Karte nicht gutgetan“) im Duell der miesesten Mannschaften nicht nur gewinnen, sondern auch einen Rückstand aufholen und zum Sieg drehen kann, hat gestern ein Team aus Nürnberg bewiesen, dass nebenbei noch zwei Stammspieler mit Schwerstverletzungen ersetzen muss. Wirkt ungleich schwerer als diese 90-Extraminuten in Südeuropa, die unsere (nicht verletzten) Spieler derart schlauchen.

Das alles da auf dem Platz ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, schon klar. Man hat keinen Anspruch auf Unterhaltung, nicht auf Siege, ja nicht mal auf gute Spiele oder gar ein Abo auf Erfolge. Aber die Investiiton von 2,5 Fahrstunden alle zwei Wochen, gepaart mit 400 Euro für Karte und sicher ähnlichen Spritbeträgen, steht in keinem Verhältnis dazu, elf Männern beim lustlosen Erledigen ihrer Arbeit zuzusehen. Von den Nerven, die einen das kostet, ist da noch nicht gesprochen. Ich habe großen Respekt vor der Zurückhaltung der paar Tausend, die sich zur Verarsch-Show nach München oder Dortmund durchgerungen haben. Gegen Bremen haben wir jetzt einen Teil von deren Ungläubigkeit ob des Dargebotenen nachempfinden können.

Jetzt werden sie sich am Donnerstag wieder schwer was darauf einbilden, wenn sie diese Mannschaft aus Porto bewzungen haben werden. Juchhu. Frohlocke, Volk! Und am Ende verdichten sich dann doch die Anzeichen, dass da in Europa zum Großteil Thekentruppen aus Thekenligen herumlaufen. Dauermeister, Champions-League etc. hin oder her: Einen mauen Bundesligisten, das erleben wir ja jedes Wochenende, simulieren diese Europapokal-Gegner wohl zu bestenfalls 75-80 Prozent. Aber feiern, diesen Fehler mach(t)en wir zu lange, werden wir diese Erfolge zu 100 Prozent. Wenn uns das, dieses Zerrbild der sportlichen Realität,  mal nicht zum Verhängnis wird.

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Tja

Dass sich der elende Hamburger SV (hämisch sah man die schon als abgestiegen) aber auch partout nicht an die Gesetze des Fußballs halten und gegen Borussia Dortmund verlieren will – skandalös! 3:0, die Biene Maja mal non chalant abgefiedelt. Dank defensiver Stabilität, bissigen Zweikämpfen, die den Ballerinas den Schneid abkauften und einem Mindestmaß an Mut. Tja.

In Frankfurt herrscht ja folgende Haltung: Alle zu stark, zu übermächtig, chancenlos ist man gegen diese Kaliber. Also versucht man es erst gar nicht, lässt sich 90 Minuten rechts und links devot eine watschn und fährt ruhigen Schlafes mit Klatsche im Gepäck nach Hause. Weil in anderen Spielen holt man die Punkte. Wie doof, dass die Konkurrenz weder personell noch in puncto Einsatzfreude die Partien gegen die vermeintlichen Fußballmagier abschenkt. Denn, Überraschung, in allen (!) Spielen gibt es bis drei Punkte (!) zu holen. Zudem beginnt jedes Spiel bei 0:0. Tja.

Das alles ist auch dann nicht falsch, wenn die Eintracht das Heimspiel gegen Werder Bremen gewinnen sollte. Rationalität hin, Rationalität her. Nach diesem Halb-Horror-Spieltag steht das Wochenende allerdings unter keinem so günstigen Stern für Frankfurt. Und die Nordlichter haben ja auch zwei Augen und zwei Beine – für grün-weiß gilt ja exakt dasselbe wie für uns bzgl. des Punkteholenmüssens. Das stinkt nach einem Unentschieden im Stadtwald. Tja.

Es kostet einfach zunehmend Kraft, bei Nicht-Eintrachtspielen genauso angespannt zu sein, wie wenn Frankfurt spielt. Immer dieser Blick auf andere, weil man weiß, dass man selbst so dürftig kickt. Es geht stets ums Ganze, um Ligenzugehörigkeit, ums Überleben. Die Sehnsucht nach dem Mittelmaß, nach ein, zwei Puffer-Wochen (fünf, sechs Punkten), die einen von der Todeszone trennen. Tja.

Eben noch erleichterter, anerkennender, wohltuender Porto-Jubel. Im nächsten Moment glühende Lebenszeichen der Klassenerhalts-Konkurrenz, triste, graue Realität. Und dabei haben wir noch nicht mal gespielt. Also Parole: Sich selber erden. Augen zu, durchatmen, in den Wald fahren und sehen, ob sie es am Sonntag ab 15.30 Uhr auf die Kette bekommen. Armin Veh hat einen Plan. Jetzt muss er funktionieren. Die Betonung liegt auf müssen. Auf geht’s, SGE!

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