Türme – und was sonst noch so fällt

„Ob Pauli, Aalen oder Aue, Bochum, Union oder FSV …“

Wumms. Da ist nicht nur der AfE-Turm in Frankfurt gefallen, die Eintracht ist gleich mit umgekippt. Das ist gegen die Bayern wahrlich keine Überraschung. Dass man letztlich so mut- und chancenlos ist, dass es in 85 von 90 Minuten der Mannschaft viel zu schnell ging, man Spielzug um Spielzug richtiggehend zurecht gelegt wurde, der FCB im Schongang zum Sieg spazierte  – das schmerzt schon. Weniger im Hinblick auf die Punkte als vielmehr darauf, dass man abermals keine Leistungssteigerung (es wird immer schlimmer) erkennen konnte in dieser Mannschaft. Was mir fehlt, was schon gegen Berlin nicht zu sehen war: Dieses Indiz, dieser kleine Anhaltspunkt dafür, dass die Mannschaft besser spielt, besser arbeitet als in der Hinrunde / als in 2013. Aber da ist nichts, ich erkenne es nicht. Man könnte jetzt natürlich wieder über einzelne Spieler sprechen, über Fehlpasskönig Johannes Flum etwa, aber was soll das denn bringen? Sie mühen sich alle, aber es fehlt einfach die Klasse. Eintracht Frankfurts Chancen, sich in Richtung 36 Punkte zu krebsen, werden jedenfalls weniger und weniger.

Dumm also, dass nach dem zunächst so durchatmerischen Freitag/Samstag-Bundesligaspieltag der FC Nürnberg mal eben den nächsten Dreier klargemacht hat. In Berlin. Wir halten fest: Gegen die Hertha in dieser Form muss(te) man gewinnen. Tat man als Eintracht. Tat die Konkurrenz. Zähler steht also auf null. Mit dem Unterschied, dass Nürnberg die Partie wesentlich gekonnter abgespult hat als die Pudding-Eintracht.

Für Frankfurt bedeutet die 6von6-Punkte-Ausbeute des Frankenvereins: Nur noch zwei magere Zähler Vorsprung auf den direkten (!) Abstiegsplatz. Den belegt der Hamburger SV, und die werden – auch wenn es so sehr zu wünschen wäre – nicht für Monate da unten bleiben. Zur Not wird der Trainer nochmal erledigt. An den paar Millionen Euro mehr wird das nicht scheitern. Freiburg wirkte gegen Mainz zumindest schlapp, jedenfalls nicht so rückrunden-regeneriert, dass die einem auch zu enteilen drohen.

Also alle Augen auf nächsten Samstag, auf das einträchtliche Graupenduell. Wie immer: Stets ist die nächste Woche wichtig, da wird es dann besser. Natürlich wird es das! Braunschweig hat Dortmund phasenweise beherrscht, war jedenfalls kein Mü schlechter als der BVB und hat äußerst unglücklich verloren. Die Eintracht hat sich dank Berliner Geschenk zum Sieg gerumpelt und sah gegen Bayern kein Land – was auch immer das für das bevorstehende Überlebensspiel aussagt. Aber was soll mit Zauber-Zambrano und Raketen-Rode in der Startelf schon schiefgehen? Fort mit den Bedenken! Denn gegen Braunschweig packen wir alles aus, was wir in der Vorbereitung gelernt haben. Natürlich.

Wir bedanken uns jedenfals an diesem Sonntag beim Immer-mal-wieder-Erstligisten für eine neuerliche Riesenleistung auf einem Weg, der so nur in Richtung Liga 2 führen kann. Bei Armin Veh samt Freien Turnern, Trainingsgruppe 2 sowie den Fehlpasskönigin des SFC sagen wir danke für das Abschenken der Partie. Und Arjen Robben erhält ein Sonderlob fürs Verletzen von Kevin Trapp beim Stand von 4:0.

Advertisements

4 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge

4 Antworten zu “Türme – und was sonst noch so fällt

  1. Jermaine Jones Junior

    Armin Veh wird diese Nacht schlecht. Immerhin weiß er jetzt – den Druck hat er sich selbst durch das Schonen von Zambrano und Rode auferlegen – dass er am kommenden Samstag erst Recht gewinnen muss. Wenn nicht gegen den Tabellenletzten, gegen wen sonst?
    Davon abgesehen, die Leistung heute war eine Schande. Wir haben uns mal wieder genauso blamiert wie damals 2010 im Pokal mit 0:4.
    Ich möchte nicht weiter über das Bayern-Spiel reden. Ich glaub schon, was der Admin schreibt, richtig ist: Uns fehlt die Klasse. Selbst wenn wir die Klasse halten sollen – und da habe ich einige Bedenken – ist das nur ein temporärer Erfolg. Was in diesem Forum schon mal angeschnitten wurde, ist, dass bei Eintracht Frankfurt ein strukturelles Problem herrscht. Es fehlen Spielphilosophie, effizientes Talent- und Spielerscouting und Nachwuchsförderung. Warum auch spielen wir sooft gegen den Abstieg? Warum auch kommen solche Debakel wie heute raus?

    • Jermaine Jones Junior

      Ergänzung: „…diese Nacht schlecht schlafen“. Trotzdem jetzt gute Nacht an alle 😉 Ich guck jetzt SuperBowl 🙂

  2. Sebastian Weber

    Sehr trefflich analysiert, Ich habe mich eben vor den TV gesetzt und gedacht, ganz egal was passiert ich freue mich heute Nacht auf den Superbowl. Da es in München eh nichts zu holen gibt, also lasse ich mir dir Freude nicht vermiesen. Jetzt gut 2 Stunden nach Anpfiff würde ich am liebsten alles kaputtschlagen was mir in die quere kommt. Das sagt schon einiges aus. Man kann gegen Bayern verlieren. Man kann auch 5:0 verlieren, wenn man den Fehler macht und mitspielen will. Aber wenn man 90 Minuten nur hintendrin steht darf man sich nicht so abschiessen lassen. Alleine die Tatsache, dass Bayern mehr Fouls begangen hat wie unsere Eintracht sagt schon alles über die Einstellung der Frankfurter.

    Zum HSV nur soviel, ich war gestern in Hoffenheim, einem Kumpel zuliebe, also da geht absolut überhaupt nichts. Hoffenheim war sau schlecht und hat verdient 3:0 gewonnen. Da muss dann schon sehr viel passieren damit dieses Team noch aufwacht. Aber ausschliessen kann man es natürlich nicht.

    • Das ist der Punkt. Was juckt mich die Niederlage? Nicht mal das 0:5 würde mich kratzen, wenn ich das Wie nicht gesehen hätte. Mutlos, kraftlos, kampflos, willenlos hat man einen FCB im Schongang fünf Tore schießen lassen. Und das war ja noch gnädig. Das hätten gerne drei mehr sein können.

      Was ich mich frage: Was ist eigentlich, wenn „nächste Woche ist wichtig“ in die Hose geht? Dann ist wiederum die nächste Woche wichtig, korrekt? Konsequenzenloses Aufgeschiebe der benötigten Erfolge. Am Ende von so einer Herangehensweise steht zwangsläufig der Misserfolg, der Abstieg in unserem Fall.

      Selbst wenn wir gegen Braunschweig gewönnen, was ich angesichts der beiden Rückrunden-Offenbarungseide nicht sehe, wäre das auch nicht mehr als ein weiteres Durchpusten. Nürnberg ist in der Spur, die rücken ran und raus. Bremen hat immernoch, trotz aller Graupigkeit, Vorsprung, der erstmal eingeholt werden muss. So sehr ich dem HSV den Abstieg wünsche, ich halte uns für schlechter, weil wir in dieser Saison noch nicht einmal eine starke, erfolgreiche Phase hatten. Hamburg hatte wenigstens das. Bei denen wirkt es eher wie Hebel umlegen, bei uns fehlt schlicht die Klasse. Ich meine, unsere probieren es ja, man sieht das Bemühen ständig. Aber uns fehlt die Klasse.

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s