Bruchlandung

Nein, sie ist nicht überwunden, die Traurigkeit. Nein, der Blick richtet sich nicht auf das Stuttgartspiel, schon gar nicht optimistisch. Ich hadere. Mit einem Spiel, mit einer Saison, das/die unabhängig vom Einzelauftritt stets gleich endet. Am Ende steht die Bruchlandung.

Ich weiß nicht, wie eine Mannschaft – wie jeder einzelne Spieler – so viele immer wieder folgende Nackenschläge verkraften will. Irgendwann, Profi hin, Profi her, kommst du doch an den Punkt wo du dir die Sinnfrage stellst. Du investierst und investierst, nur bekommst du keinen Etrag raus, egal was du auch versuchst. Du rennst nach vorne, hast keinen Erfolg, du stellst dich hinten rein, hast keinen Erfolg. Du versuchst es spielerisch, du versuchst es kämpferisch, du versuchst es mit Personal X, dann mit Personal Y – das Ergebnis bleibt stets dasselbe.

Für mich war das Tor zum 3:3 der traurigste Moment, den ich im Stadion live je erlebt habe. Der Aufprall war einfach zu massiv. Auch wenn ich mir jetzt einzureden versuche, dass das Ausscheiden wahrscheinlich gesünder für uns im Klassenkampf ist: Dieses Spiel hat (abermals) physische und psychische Kraft gekostet, was am Sonntag spürbar sein wird, und vor allem wird es mehr Knick als Motivation sein. Ich glaube einfach nicht daran, dass du aus so einem Hergang, so einem Drama positive Energie ziehen kannst.

Das ändert nichts daran, dass ich stolz bin darauf, wie sich das Team, wie sich die Fans, der ganze Verein in der Europa League präsentiert haben. DAS war Wertschätzung, DAS war Emotion, DAS war Sport. Und niemand wird den Spielern nehmen können, was sie wenigstens 86 Minuten lang erleben durfen: Baden in einem Stadion voller Emotionen. Das, mir kann keiner etwas anderes erzählen, lässt niemanden kalt, das spüren die Spieler. Und sie werden sich ihre Gedanken machen, Klassenerhalt vorausgesetzt, ob sie dieses Mitgehen, diese Verbindung, diese Leidenschaft und Emotions-Erruption für einen Vertrag bei einem der Roboter-Vereine opfern werden wollen.

Bei allem Trotz, der jetzt aus diesen Zeilen klingt: Ich war, bin und bleibe in erster Linie traurig, tieftraurig. Denn so einen Aufprall wie gestern Abend hat das Team ebenso wenig verdient wie wir Fans.

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Eine Antwort zu “Bruchlandung

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