Bitte nicht schon wieder

Ja ja, Porto, Europa League abhaken. Ist jetzt wieder überall zu lesen. Fokus auf Stuttgart am Sonntag. Ja, klar. Als ob man, wie bei einem Computer den Aus- und dann wieder den Anschalter drückt. Wenn dieses Drama vom Donnerstagabend den Fans so in den Knochen hängt, was glaubt ihr, wie schwer es den Spielern ums Herz ist?

Nein, dieser Nackenschlag sitzt. Ist er doch ein Abbild der gesamten Saison: riesige Investition, magere Rendite. In der Vergangenheit hat kein Erfolgserlebnis das Team IN die Bundesligaspur bringen können. Wieso sollte ausgerechnet eine Partie der Auslöser für die Wende sein? Wer gesehen hat, wie angeknockt die Spieler waren nach Abpfiff, wie fertig, wie zerknirscht, wie leise sie sprachen – der ahnt, wie wenig die Parole „abhaken“ befolgt werden kann. Weil es menschlich schlicht nicht möglich ist. Verübeln kann den Spielern, Profis hin oder her, das keiner.

Dass es keine kräftezehrende Verlängerung gab ist noch das Beste an diesem so traurigen Abend gewesen. Gerade im Hinblick auf das überlebenswichtige Bundesligaspiel gegen Stuttgart. Es wird bei 0:0 beginnen. Wie es enden wird? Angesichts aller Vorzeichen – dem Kraftverschleiß, den mentalen Problemen, der Bilanz gegen den VfB – nicht gut.

Fakt ist nur, dass da am Donnerstagabend im Stadion etwas nahe am Maximum der Emotionen geschehen ist. Es gibt nunmal Tausende, die mit dem Horror von Rostock Anfang der Neunziger so viel am Hut haben wie mit Meisterschaft 1959 oder Spielen von Jürgen Grabowski. Diejenigen machen andere Erfahrungen, durchleben andere Dramen, schaffen andere Mythen. Von dieser Generation sind wir ein Teil. Und wir sind Teil der Eintracht-Ära, die vom Fahrstuhlmannschaft-Dasein geprägt ist. Da bleibt einem nur der Appell an den Fußballgott, der uns seit Monaten wahrlich nicht gewogen ist, um zu sagen: „Bitte nicht schon wieder!“

Den Rest erledigen die Spieler von Eintracht Frankfurt. Am besten ab Sonntag. Es wird nämlich Zeit, denn irgendwann gehen die Gebetskerzen aus.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Bitte nicht schon wieder

  1. Oliver

    Nach den Ergebissen heute wäre es so wichtig Stuttgart morgen zu besiegen. Egal ob mit 1:0 und 3 Mann Überzahl in der 93. durch nen lächerlichen 11er bei 8 Lattentreffern von Stuttgart oder absolute Brutalität und die Schwaben wegtreten oder durch ein geniales Spiel und den einige Buden einschenken.
    Vieles – eigentlich alles – wird da von der Tagesform abhängen, wie so viele Partien im Abstiegskampf. Wenn ich Braunschweig und Bremen heute habe spielen sehen, dann sind 4 Punkte ne gute Ausbeute gegen die beiden. Trotzdem hätte ich es lieber gehabt, der Fußballgott hätte eines seiner beiden Porto-Tore gegen Bremen gemacht …
    Ich bezweifel das Porto aus den Köpfen raus sein wird (negaitv gemeint) und das wir konditionell mit den Schwaben werden mithalten können. Aber die müssen mit maximalen Einsatz weggehauen werden. Danach ist mal ne Woche „Erholung“ angesagt. Endlich Ligaalltag. Leider ein bisschen spät.

    Bin ja mal gespannt, was du so zu Löw’s potentiellen Debütanten schreiben wirst … oder zu den Aussetzern unsere Torhüter hinter Neuer.

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