Das Rennen der Schnecken

Es hilft nichts. Heute müssen drei Punkte her. Nicht ewig werden die Ergebnisse so ausgehen, dass die Eintracht den status quo halten kann – und hamstern ist gegen die paar verbliebenen direkten Konkurrenten keine Option. Der Sieg, so banal es klingt, bringt drei Punkte – so viel, wie drei Remis, drei bisweilen verpasste Chancen zusammen. Gegen Werder Bremen hat man sich früh, zu früh (vor allem unter den Überzahl-Voraussetzungen) diesen einen Punkte-Patzer geleistet, den man sich bei der avisierten Ausbeute (12 der 15 möglichen Punkte gegen die anderen Kellerkinder) erlaubten durfte.Seit letztem Wochenende haben sie begonnen, die unwiederbringbaren Wochen der Wahrheit.

Heute gegen Stuttgart, den Angstgegner, muss mal ein solcher Auftritt gelingen, wie in den Spielen gegen Porto. Ja, das kostet Kraft, Kraft, die man nach so einem Akt wie Donnerstag nicht mehr hat, nicht mal so nebenbei wird aufbringen können. Trotzdem werden zwei, drei neue, frischere Leute in die Startformation drängen. Sie müssen wesentlich dazu beitragen, dass Eintracht Frankfurt das Spiel nach vorne, in Richtung gegnerisches Tor, IN das Tor trägt. Gegen Porto blitzte es auf, dass das Team es offensiv noch kann – Chancen gab es genug. Abwarten wird jedenfalls irgendwann zu einem Fehler führen, zu einem eigenen und mitunter verhängnisvollen á la Carlos Zambrano vor dem 3:3 gegen Porto.

Vielleicht sind es ja gerade die Ergebnisse von Samstag, die das Porto-Spiel in den Köpfen der Frankfurter vergessen machen. Heute ist die Chance da, mal einen big point, nein: drei big points zu landen. Dann hätte man endlich mal eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, käme mal wieder in eine Aktions-, nicht Reaktions-Position.

Aber es ist eben der VfB. Gegen den sehen wir seit Jahren hundsmiserabel aus. Bevorzugt dann, wenn Stuttgart das Wasser (ebenfalls) bis zum Hals steht. Von daher kann man, bei allen guten Eindrücken aus Europa, nicht optimistisch in diese Partie gehen.

Vor allem Sebastian Jung, wenn er denn überhaupt auflaufen kann, wird doppelt zu knabbern haben. Daran, dass er machen kann, was er will – Nationalspieler wird er (in Frankfurt) nie und nimmer. Wenn jetzt schon international noch unerfahrene Spieler des SC Freiburg, des FC Augsburg nominiert werden – dann ist ja wohl alles klar. Sebastian Jung ist der Stefan Kießling oder Patrick Herrmann der Abwehr. Der Löw und dieser ganze DFB-Filz soll endlich abtreten. Die Nationalmannschaft, davon abgesehen, juckt mich eh nicht. Brasilien? Ei jo, bitte, wieder vier Wochen Zeit für all jene Heuchler und Bela-Rethy-Steffen-Siemon-Fans, die etwas auf den sterilen Hochglanz-Fußball geben. Eben noch Anti-Bayern gewesen, genervt vom Understatement eines BVB und Jürgen Klopp, dem DFB die Anti-Pyro-Haltung vorgeworfen, und plötzlich der Verbandsauswahl zujubeln? Zumal dann, wenn keiner der eigenen Jungs dabei ist? Idiotisch. Wird nicht passieren, mir zumindest nicht.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Das Rennen der Schnecken

  1. Na_ich

    ist ja gerade noch so gut gegangen.

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