Vereinigung der Angsthasen

Man verweist nun auf die Zahl sechs. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Todeszone, nach dem Remis gegen Hamburg hat man wenigstens keinen Boden verloren. Aber: Die Eintracht benötigt  auf Gedeih und Verderb mindestens vier Punkte aus den kommenden beiden Spielen, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Wieso? Während die SGE nach der Halbzeit ihrer Endspielwochen fünf von neun Punkten geholt hat, beginnen die Wochen der Wahrheit für die ganze Konkurrenz nun erst.

Siehe hier: Hamburg spielt in den kommenden drei Wochen Nürnberg, Stuttgart und Freiburg. Der VfB Stuttgart spielt an den nächsten drei Wochenenden gegen das effektive und aufatmende Werder Bremen, dann gegen den HSV und Nürnberg. Der SC Freiburg startet in der nächsten Woche gegen die SGE – um dann bis zum 12. April nacheinander das gesamte untere Tabellendrittel als Gegner zu haben. Einzig Braunschweig dürfte nach dem Remis gegen Stuttgart, angesichts des Restprogramms, nun so gut wie abgestiegen sein – sie haben erst / schon am 12. April gegen Freiburg den letzten Konkurrenten als Gegner, sonst geht es ausschließlich gegen Top-10-Teams.

Egal, wie man es dreht und wendet: Das vercoachte, vergebene Spiel in Hamburg – die liegen gelassenen zwei Punkte – werden schmerzen. Denn selbst wenn die kommenden beiden Spiele erfolgreich, also mind. nicht verloren werden, müssen noch Punkte, Siege her. Angesichts der nicht enden wollenden Ungefährlichkeit im Spiel nach vorne ist allerdings nicht abzusehen, gegen wen man mal gedenkt, aufzudrehen, dreifach zu punkten. Wenn es schon gegen den ersatzgeschwächten Harmlos-HSV, wie schon gegen zehn Bremer nicht gelingt auch nur ein Strohfeuerchen zu entfachen – wie soll denn etwa gegen bedeutend stärkere Nürnberg ein Sieg zu holen sein? Oder gegen all die Teams, die ab Ende März im Spielplan stehen?

Armin Veh wird, wenn er sich nicht zum Thema machen will, einiges erarbeiten und liefern müssen bis zur Partie gegen Freiburg. Lustlos, keinen Bock mehr auf die Eintracht? Meinetwegen, aber auf dem Platz will ich bis Mitte Mai das Gegenteil sehen. Sollte das am Sonntag wieder so miserabel laufen, so abwartend passiv, die drei Punkte nicht kommen, ist der Verein zum Handeln aufgefordert. Aber es wird ohnehin so enden, dass Funktionärs-Angsthasen lieber bis zum Schluss Angsthasen-Fußball tolerieren (es ist ja nicht so, dass wir eine ausgefeilte Defensivtaktik fein spielen, auf Konterspiel und Standards setzen würden!). Nichts, gar nichts wird sich tun in diesem verstockten, um sich selbst kreisenden Frankfurt. Beispiel gefällig? Satz von Sonnenschein-Hübner zur Trainerfrage: „Wir haben uns schon Gedanken gemacht und ein Profil erstellt“ WOW !!!! Sie haben ein Profil erstellt. Wie ich neulich schon schrieb: In diesem Hasenzüchterverein darf Trainer X kommen, vorsprechen und versprechen, das finden die Funktionäre dann toll und nicken es ab – selbst eine Vorgabe machen, auch personell? I wo! Offensivfußball wird der Neue versprechen, in Liga 1 und Liga 2, jede Wette. Er wird die Skyline toll finden, die Fans werden wahnsinn sein, wie sie ja in der Europa League gezeigt haben – und mittelfristig (! unverfänglich !) müsse so ein Traditionsklub (!) wie Eintracht Frankfurt natürlich (!) auch immer mal wieder in der ersten Liga international spielen. Aber man müsse auch bedenken, dass man mit 30 Millionen Euro Spieleretat – Mainz, Berlin und Augsburg haben aktuell max. 23 Millionen Euro – keine großen Sprünge machen könne. Na dann. Den Zuschlag wird einer schon erhalten. Um dann das zu machen, was Eintracht Frankfurt seit Jahren macht: Existieren, mit Ausreißer nach oben, Außreiser nach unten. Wer mag sie nicht, die Farbe grau?

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Vereinigung der Angsthasen

  1. Na_ich

    Bruchhagen hat nicht widersprochen, dass das ab und zu passiert. Aber er widerspricht der Annahme, dass man sich da mir nix dir nix festbeißen kann. Oder sind Augsburg, Mainz, Lautern, HSV oder Freiburg konstant unter den Top6 zu finden?

    HSV sportlich und finanziell am Boden, Lautern Liga 2 und vor Kuntz ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Freiburg und Augsburg sind ja bisher mal sowas von Ausreißer, es ist eigentlich unglaublich, dass sie als Beispiele genommen werden.

    Und jetzt guck dir mal an, wer da oben meist mitspielt. Dann wirst hoffentlich feststellen, dass es sehr wohl Vereine mit viel Geld sind.
    Wenn jetzt Hoffenheim im Sommer Einiges richtig macht, wird es noch schwerer werden, da Anschluss zu finden. Wir hätten dann FCB, BVB, Schalke, Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim. Evtl. könnte sich Gladbach noch stabilisieren. Das sind sieben Vereine, die finanziell teils DEUTLICH über uns stehen und vom Kaderpotenzial jetzt schon mehr zu bieten haben.

    • Korrekt, es gibt eine ganze Reihe Vereine die finanziell und strukturell (!) vor uns stehen. Und die werden wir nicht kassieren, vielleicht nie mehr. Aber: Lass es sieben, acht, neun der Kategorie „Finanzstärker“ sein – es würde immernoch für gesichertes Mittelfeld reichen, mit Chance, alle drei Jahre mal oben rein springen zu können. Nicht als Maßgabe – das muss stets irgendwas zwischen 8 und 12 sein – aber als Chance und vor allem als eine, für die man alles unternimmt, sie zu ergreifen.

      Das Problem ist, das wir mit unseren – trotz allem – nicht wenigen Mitteln (Etat 30 Millionen, sechs Mio. mehr als Mainz, Berlin, zehn mehr als Augsburg etc.) zu wenig erreichen. Wir investieren in die falschen Spieler. Siehe Generation Caio, oder jetzt Kadlec, Rosenthal etc. In diesem Verein fehlt die Expertise, das Können. So sehe ich das, wenn ich mir ansehe, wie die Entwicklungen – mit weniger Geld – anderswo sind. Nehmen wir doch Mainz. Die haben derart viele Top-Spieler verkauft bzw. im Kader gehabt in den letzten Jahren, stellen immer mal wieder Nationalspieler (Müller), und wir? Weder verkaufen wir gewinnbringend, noch haben wir (außer Meier) ein sportliches Ass.

      Wie wir es auch drehen und wenden: In Frankfurt läuft auf einer operativen Entscheidungsebene sehr viel falsch. Andernfalls hätten wir schon aus Zufall mal einen guten Nachwuchsspieler gehabt, einen für viel Geld verkauft, einen Nationalspieler geboren… Wir sind eine Ansammlung von B-Ware. Und das B steht nicht für Bundesliga.

      • Herr Schnitzelmann

        Wir sollten nun wirklich einen erfolgshungrigen Trainer suchen, der Frankfurt als Chance begreift und nicht als Sprungbrett nutzt.
        Das Potenzial ist da, es wird nur leider unter den Möglichkeiten verwaltet.
        Und das es mit „unerfahrenen“ Trainern geht, das beweisen Augsburg u. Mainz sehr gut.
        Die Erfahrung in der BL ist nicht maßgeblich, viel mehr Aussage hat die Philosophie und der Ehrgeiz, diese umzusetzen, die ein Trainer mitbringt.
        Ich glaube auch nicht, das die Verpflichtungen Rosenthal u. Flum u. Kadlec….“schlecht“ waren, sondern das es dem Trainer u. dem Umfeld nur nicht gelingt, sie richtig einzubinden und das maximale aus ihnen rauszuholen.
        Das ist wie mit guten Lehrern in der Schule, die können sowas u. der Schüler, selbst der coolste macht plötzlich mit, weil ihm spass macht, was ihn vorher gelangweilt hat und er Lust hat und dem Lehrer auch etwas zurückgeben möchte.
        So einen Trainer brauchen wir, den den Spielern wieder den Spass am Sport einimpft und so das maximale u. noch mehr aus ihnen rausholen kann.
        Nur wo findet man so einen Trainer?

      • Na_ich

        @Schnitzelmann:
        Dirk Schuster und Kauczinksy wären doch hungrig genug oder nicht? Aber dass sie uns mittelfristig nicht als Sprungbrett ansehen, wage ich zu bezweifeln. Jeder Spieler und jeder Trainer will erstmal das Maximum und das ist die SGE nach dem heutigen Stand einfach nicht.

  2. Herr Schnitzelmann

    Bruchhagen wurde mittlerweile zig mal wiederlegt, was seine Aussage vom Einbrechen in die Phalanx der Top 6 Vereine angeht. U.a. von der SGE selbst… Es sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben, dass man mit Konzept und Engangement bei Trainer u. Spielern mehr bewegen kann als mit 10 Mio mehr auf dem Konto.
    Beweise: Mainz u. Augsburg diese Saions; Wir und Freiburg letzte Saison, Mainz Nürnberg u. Lautern in der Saison 10/11.
    Also diese Ausrede, dass man nur wegen des Geldes nichts erreichen kann ist so langweilig u. falsch, dass ich Sie nur als Ausrede gelten lassen kann.
    Das Problem ist doch viel mehr, dass man die Leute, mit denen man was erreichen kann finden und auch durch ein stimmiges Konzept an sich binden muss. Klar gibts dann den ein oder andern, der weg will, aber da muss man eben schaun, dass die Leute nicht alle ablösefrei den Verein verlassen können. Es liegt also einfach sehr viel am Management und am Scouting, beides Dinge, die ich bei uns noch ausbaufähgig einschätze.

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