Konsequent

Konseqeunt gedacht hat die Eintracht gegen die direkte Konkurrenz eine schlechte Bilanz, zu Hause („Die Heimspiele müssen wir gewinnen“) wurden von neun möglichen ganze vier Punkte geholt. Konsequent gedacht hat die Eintracht einen Punkt mehr als zum selben Zeitpunkt der Hinrunde (da waren opportun: Ergbniskrise / Kopfprobleme / Doppel- und Dreifachbelastung). Konsequent gedacht ist die SGE diejenige, die ihre Wochen-der-Wahrheit-Spiele nun quasi hinter sich hat, während andere (Freiburg) diese jetzt erst gestartet haben. Konsequent gedacht, hat der Trainer das Ziel der Wintervorbereitung – die Aufholjagd/die Polsterbeschaffung zwischen Ende Februar und Ende März – verfehlt. Konsequent gedacht ist es überfällig den Tr … aber es ist Eintracht Frankfurt, der Hasenzüchterverein im Profifußball. Da geschieht nichts, gar nichts. Man schlummert sich in den Abstieg. Verkauft wird das als Ruhe bewahren (Veh: „Wer am ruhigsten bleibt, bleibt drin“). Als ob in diesem Klub irgendein Funktionär ein Konzept haben würde – wie  man schon daran erkennt, dass man sich seit Ende 2013 eine lahme (Trainer)Ente ans Bein gebunden hat und nun tatsächlich davon ausgeht, einen Trainer (Schaaf?) für eine Bundesligasaison 2014/2015 verpflichten zu können, anstatt jemanden zu engagieren, der Abstiegskampf kann und erstmal dafür sorgt, dass die ganzen Lappen überhaupt erstklassig planen dürfen. Aber es ist ja so viel einfacher Halt in Ausreden zu suchen.

Dabei gibt es simple Gründe für die nächste Talfahrt des Immer-mal-wieder-Erstligisten, die auf der Hand liegen.  Es ist die himmelschreiend miserable Offensive, die man nicht zu verstärken – sogar mit Lakics Abgang auszudünnen – gedachte im Winter. Stattdessen sollen Mittelfeldspieler alle Tore erzielen (Veh: „Scheiß-Stürmer“). Es ist der umgekehrte Fehler wie 2011, als man in der Abwehr nicht nachlegte. Der ständige Wechsel von Spielsystemen, Personal und Marschrouten – mal 4-4-2, mal 4-2-3-1 mit diesen, mal jenen Akteuren, mal zerstören, mal kombinieren – ist fatal. Ebenso die permanente Flucht in immer neue Ausreden. Man wird sich in Frankfurt, wenn man als 17. am 30. Spieltag mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz zu einen Trainerwechsel vornimmt und mit neuem Gesicht in den Abstieg geht, nicht an Spiele wie das gegen Freiburg erinnern. Da ging eben alles schief, was schieflaufen konnte. Nein, es werden Spiele sein wie 60. Minuten lang gegen zehn Bremer, gegen einen mausetoten verletzungsgeplagten Hamburger SV, gegen einen heimschwächelnden BVB, die den Unterschied machten.

Nein, Ausreden gelten nicht mehr, schon lange nicht mehr. Jetzt, wo es tatsächlich anfängt, happig zu werden – wegen der Punktausbeute, wegen Verletzungen (Meier, Jung), wegen des schweren Restprogramms – kann man nur eine Bilanz ziehen: bei Eintracht Frankfurt ist alles schlecht. Eine Mannschaft, die bis auf wenige Spieler (Trapp, Zambrano, Schwegler, Meier) die Klasse schlicht nicht hat, um die Klasse zu halten. Ein Trainer, der nicht nur gedanklich seit Dezember 2013 nicht mehr bei der Sache ist, sondern der sich – wieder mal – nach zwei Jahren abgenutzt und keine Ahnung vom Abstiegskampf hat. Ein Manager, dessen Transferbilanz ebenso furchterregend ist wie seine Durchhalteparolen sowie ein Vorstandsvorsitzender, der kein Gespür für die Brisanz der Situation hat bzw. die Zeit verpasst hat, abzutreten, den Grauschleier über dem Klub zu lüften.

Nun gut, in sechs Tagen wird die Illusion der Überlegenheit („Das Team gilt als zu gut, um abzusteigen“ <– wie schon 2011 durch die Gebetsmühle getrieben) endgültig zerschmettert sein.  Dann, wenn es gegen Nürnberg wieder nicht gereicht hat zum Sieg. Selbst in Frankfurt würde es sodann beginnen, die Ruhe-These zu überdenken. Wobei, nein, da ja eine englische Woche ansteht, wird Armin Veh auch gegen Mönchengladbach und dem folgenden Spiel auf der Bank sitzen. Jedenfalls ist dann der März vorüber, es geht in die richtig Vollen was die Gegner angeht und man wird sich später fragen, wo er eigentlich war, der Hebel, die Zeit zwischen Silvester 2013 und April 2014, als man den Zug noch hätte lenken können.

Es sollte sich niemand vertun: Der bevorstehende Abstieg ist in seiner Wirkung nicht vergleichbar mit dem von 2011. Diesmal wird man nicht mit zig Millionen Etat ein Team auf die Beine stellen, das sich selbst zum Aufstieg trainieren können müsste. Diesmal, mehr als zuletzt, droht der SG Bochum Frankfurt ein Steckenbleiben á la 1860. „Wir steigen auf, wir steigen ab, und zwischendurch Europacup“ – was als selbstironischer Song gedacht war, entpuppt sich als die treffenste Zustandsbeschreibung eines Vereins, der sich überhaupt nicht vorstellen kann, wie weit abgehängt er vom Geschäft mittlerweile ist.

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Konsequent

  1. Na_ich

    Geht diese Scheisse mit dem fehlenden Nachlegen in der Abwehr 2011 los…sagt mal, bei allem Respekt, seid Ihr irgendwie blind auf den Augen? Unsere Abwehr in der damaligen Hinrunde war grundsolide und es gab bis auf die ersten 2-3 Spiele keine Verletzungsprobleme.
    In der Rückrunde war sie etwas schlechter, aber jetzt auch kein Grund, um im Nachhinein zu meckern. Warum meckert stattdessen Keiner über die damalige Offensive, die einfach grottig war?

    Auch der Mist mit Lakic geht auf keine Kuhhaut. Der Typ hat hier ein Jahr lang keinen Fuß auf den Boden bekommen, aber dafür ein hübsches Salär kassiert. Warum sollen wir ihn halten?

    • Herr Schnitzelmann

      das mit Lakic ginge ja in Ordnung, wenn man wenigstens nen Neuen geholt hätte, aber mit nur 2 Stürmern in die Rückrunde zu gehen, das ist eigentlich schon nicht mehr fahrlässig!

    • Es geht um die Struktur, die gleich ist: Man trifft die falschen Entscheidungen. Natürlich hat Lakic hier die meiste Zeit ganz alt ausgesehen – aber wieso gibt man bei einem Griepensturm, wie wir ihn haben, einen ab, ohne einen Neuen zu holen? 2011 war es der wochenlange Ausfall in der IV, der uns zu Rückrundenbeginn positionsfremd improvisieren lassen musste – Resultat bekannt.

      Damals kamen Trainerimitat, Trümmertruppe und Co. als Faktoren zusammen, ja. Aber ist es diesmal so anders? Wir werden halt anders geblendet und beschwichtigt als 2011.

      Ist übrigens auch völlig egal. Stand jetzt ist das eingetreten, womit man rechnen konnte: Wenn der Duselsieg gegen Stuttgart den Knoten nicht löst, löst ihn gar nichts mehr. Wir sind, das ist spätestens jetzt Fakt, mindestens genauo schlecht, wie wir in der Tabelle stehen. Die Mannschaft hat nicht mehr Können und Klasse als das Zittern zum Relegationsplatz. Und selbst das wird angesichts des Restprogramms kaum zu erreichen sein. Viel wird davon abhängen, ob wir a) am Sonntag dann doch mal zu gewinnen gedenken und ob b) Freiburg jetzt in der Spur ist oder es eben doch nur ein Zufallssieg – als der er ja verkauft wird – war.

      • Na_ich

        Wegen einer kleinen Verletzungsmisere holt man nicht zwingend einen weiteren IV, wenn man weiß, dass das Problem mit dem vorhandenen Personal gelöst werden kann und das Problem eh nach 2-3 Spielen erledigt ist. Meiner Meinung nach wurde es recht gut gelöst.

        Wir haben mit Rosenthal Jemanden, der auch mal in der Spitze spielen kann. Kadlec und Joselu sind noch da, zur nötigsten Not gibts noch Waldschmidt.
        Wir haben mit den Wintertransfers, wenn nicht sogar schon mit den Sommertransfers auf zukünftige Einnahmen vorgegriffen…in so seiner Situation kannst dir einen weiteren, teuren Back-Backup nicht leisten, gerade im Winter nicht.
        Da sind die Stammspieler niedrigerer Klassen schon teuer genug, solange sie nicht ein halbes Jahr vor Vertragsende stehen. Und die sollen dann in der dritten oder zweiten Reihe stehen? Mal abgesehen davon, dass die das vllt nicht wollen und im Sommer mehr Auswahl hätten, kostet das einfach zu viel.

  2. Herr Schnitzelmann

    …ich könnte echt weinen, wenns nicht „nur“ Fussball wäre wovon wir reden, aber es tut schon trotzdem weh, jedesmal wieder mitansehen zu müssen, wie der Verein, den man ins Herz geschlossen hat immer wieder die selben Fehler macht und sehenden Auges und mit Vollgas ins verderben rennt und hinterher alle Schuld haben, nur eben nicht die die verantwortlich waren!

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