Private Prognosen

Heute mal etwas ganz und gar Subjektives, um nicht zu sagen Privates: Ich bilde mir ja durchaus ein, in diesem Blog mehrmals pro Woche einen Einblick in meine Gefühlswelt zu geben, diese für jeden nachlesbar in die Welt hinaus-telegrafiere. Hier verfasse ich rohe Dinge, ad-hoc-Einschätzungen, da ist vieles Moment-geprägt – das Gegenteil von meinem Job, das Gegenteil von Journalismus. Das hier ist ein Spagt zwischen Emotion und Analyse, der mir in dem Maße (miss-/ge)lingt, je weiter der Abpfiff eines Spiels zurückliegt. Das macht angreifbar. Denn ich schreibe zugegebenermaßen Dinge, die nicht immer fair sind – gerade bei den Blitz-Einschätzungen innerhalb der ersten 1,2 Stunden nach Spielende. Das Abwägen kommt später, bei der Einzelkritik nach wiederholtem Anschauen des jeweiligen Spiels.

Von daher ist es mir wichtig, mich bei Bedarf zu korrigieren, zu entschuldigen. So, wie ich das gestern gegenüber Armin Veh getan habe. Er hat, entgegen meiner Einschätzung, gegen Nürnberg vieles, nein, fast alles richtig gemacht. Er traf vor und während des Spiels die richtigen Entscheidungen, war auch deutlich präsenter im der Coaching-Zone als in den vergangenen Wochen (vielleicht daher der Muskelfaserriss beim Jubeln?!). Das muss umso mehr Erwähnung finden, wenn man eine Person für ein (Fehl)Verhalten kritisiert hat.

In Bezug auf die kommenden Spiele geht es mir nach dem Sieg im Frankenland sicher so, wie den meisten Eintracht-Fans: Ein Marmorfelsbrocken ist einem von den Schultern gefallen. Ein Gefühl, dass sehr ähnlich ist wie jenes nach dem Duselsieg gegen Stuttgart vor wenigen Wochen. Und genau da liegt das Problem. In der gesamten Saison ist es Eintracht Frankfurt – als einzigem Team neben Eintracht Braunschweig – nicht einmal gelungen, zwei Siege in Folge einzufahren. Aus einem Monat, vier Spielen, nimmt die Eintracht maximal fünf Punkte mit. Ihre Punkterfolge, vor allam aber  die spielerischen Leistungen schwanken im Wochen-Rhytmus bedenklich stark. Noch sieben Punkte (36) wird es für den sicheren Klassenerhalt brauchen, mit 35 Zählern dürfte es ziemlich wahrscheinlich reichen, 34 könnten ebenfalls geradeso reichen. Ab 33 wird es relegationsverdächtig, alles darunter wird maximal zur Relegation reichen. Wer bei 31, 32 liegt, wird sicher absteigen.

Daher lohnt sich (abermals) der Blick auf das Restprogramm der Konkurrenz:

Für den FC Nürnberg sind die Wochen der Wahrheit noch nicht ganz vorbei. Sie spielen unter der Woche gegen einen unberechenbaren VfB Stuttgart und am Wochenende gegen den auf den Punkt erstarkten SC Freiburg. Es folgen Mönchengladbach, Wolfsburg und Leverkusen bevor es auf die Zielegerade der Saison geht – Mainz, Hannover, zum Abschluss Schalke 04.

Der VfB Stuttgart trifft noch auf zwei Konkurrenten. Nun auf den FC Nürnberg, mit der Unterbrechung Borussia Dortmund, dann in der Folgewoche auf den SC Freiburg. Es folgen Mönchengladbach, Schalke, Hannover, Wolfsburg und Bayern München am 34. Spieltag – als schon lange feststehender Meister mit unmotivierter B-Formation.

Der Hamburger SV schließt seine Wahrheits-Wochen am Mittwoch gegen den SC Freiburg ab. Mönchengladbach, Leverkusen, Hannover, Wolfsburg, Augsburg, Bayern München und am 34. Spieltag Mainz 05 – im Europa-League-Kampf – lautet das Restprogramm.

Der SC Freiburg triumphiert sich bereits durch seine entscheidenden Wochen. Sechs von sechs Punkten gegen die Eintracht und Bremen – nun folgen die Partien in Hamburg, daheim gegen Nürnberg , in Stuttgart und zuhause gegen Braunschweig am 12. April. Danach Mönchengladbach, Wolfsburg, Schalke und zuletzt in Hannover.

Werder Bremen hatte den zerstückelsten Spielplan was die direkte Konkurrenz angeht. Nimmt man Hannover 96 als möglichen Klassenerhalts-Konkurrenten dazu, spielen sie nur noch diesen – und zwar am kommenden Sonntag. Zuvor geht es gegen Wolfsburg, dann Schalke, Mainz, Hoffenheim. Zum Abschluss warten Bayern, Berlin und Leverkusen.

Hannover 96 spielt ab kommenden Sonntag bis Saisonende ausschließlich Teams, die aktuell hinter ihnen platziert sind, die direkte Konkurrenz. Hoffenheim am Mittwoch, dann Bremen, Braunschweig, Hamburg, die Eintracht, Stuttgart, Nürnberg, Freiburg.

Meine Prognose am 24. März 2014: Hannover 96  bleibt sicher drin, sie müssen nur noch ein Spiel gewinnen und ein bis zwei Remis holen – das schaffen sie. Der SC Freiburg wird sich schadlos halten, nicht absteigen und nicht in die Relegation müssen. Eintracht Braunschweig kommt zwar ran, ist aber angesichts des Restprogramms (kein direkter Konkurrent mehr) bereits abgestiegen. Dem FC Nürnberg droht der direkte Abstiegsplatz. Die Relegation machen die vier Traditionsmannschaften Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Bremen unter sich aus. Tendenz: eines der beiden Nordteams, der HSV oder Werder Bremen laufen auf 16. ein.

Dankt mir nicht.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Private Prognosen

  1. Herr Schnitzelmann

    Sei es wie es ist, es müssen noch 2 Siege her um wirklich nicht abzusteigen… am besten fängt man dann gleich mal gegen die Gladbacher mit dem Gewinnen an bzw. macht weiter!

  2. Na_ich

    Hatte nicht vor zu danken :p

    Wollen wir hoffen, dass IRGENDwie 4 Punkte in den nächsten beiden Spielen rausspringen.
    Ich geh „felsenfest“ davon aus, dass wir gegen Gladbach nicht gewinnen, aber vielleicht irgendwie einen dreckigen Punkt einfahren.
    Wenn ich mir Wolfsburg in der Rückrunde so anseh, meine ich in der Tat Siegchancen zu erkennen.

    Danach kriegen wir es mit Schalke und Mainz zu tun, gegen die ich mir absolut gar nix ausrechne. Insbesondere nicht gegen Mainz.

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