Erwartete Niederlage

In Wolfsburg, wo es für die Eintracht dank des Schiedsrichtergespanns rund um Peter Galgenmann keinen Punkt zu holen gab, lieferten die Frankfurter eine zweischneidige Leistung ab. Einerseits gefestigt und spielfreudig, andererseits zu fahrig bei den Abschlüssen und zu naiv in den Zweikämpfen, was dem Gegner Freistoß um Freistoß ermöglichte.

Die Situation vor dem 1:1 Ausgleich war vermeidbar, das Tor fiel zu simpel: Nachdem Constant Djakpa früh presste und somit Alexander Madlung auf den Flügel gegen Perisic auswich um diesen dort zu stellen, agierte er zu passiv. Das Zurückkommen und Einrücken von Djakpa dauerte etwas zu lange, Madlung verhielt sich zu passiv, wich zurück, machte den Schritt nicht auf Perisic zu, sondern von ihm weg, 2,3 Sekunden lang – und Carlos Zambrano bleibt gegen Olic nach der Flanke nicht in Bewegung, sondern steht und hat bei dessen Kurz-Sprint auf den kurzen Pfosten keine Chance.

Über das 2:1 muss man nicht viel sagen. Unhaltbar, den Schuss – obgleich gegen Naldo – muss man auch nicht verteidigen bzw. jemandem einen Vorwurf machen, dass er – wie etwa Joselu – nur halbherzig rangeht. Ja. Kevin Trapp wirkte unsicher wie selten zuvor, ihm rutschten in diesem Spiel zwei große Bolzen rein. Auch die Abwürfe, wie schon gegen Mönchengladbach, missrieten ihm oft. Trotzdem war er beim 2:1 machtlos, die Kugel schlägt genau im Winkel ein. Den hält niemand.

Umso bedeutsamer ist es, dass die Eintracht zu diesem Zeitpunkt das regulärste aller Tore aberkannt bekommen hat. Der Punkt, auch vom Spielverlauf her gerechtfertigt, wäre im Sack, die Relegation eingetütet gewesen. So ist es die erwartete Niederlage geworden, in einer Phase, in der Eintracht Frankfurt – entgegen aller Vorzeichen – die formstärkste Phase der Saison erwischt. Das macht die Geschichte so ärgerlich. Denn gegen Mainz am kommenden Wochenende wird es – eben weil alle den fast obligatorischen „Derby“punkt erwarten – um einiges härter. Da bin ich persönlich noch wesentlich pessimistischer als vor dem Wolfsburgspiel.

PS: Das Spiel in Wolfsburg kippte, als Stephan Schröck ausgewechselt werden musste (danke auch an Luis Gustavo/Galgenmann, der ja durchspielen durfte). Nicht mal, weil Schröck ein Bombenspiel gemacht hätte, er war sogar noch bei den schwächeren Frankfurtern. Aber die taktische Grundordnung ging im Nu flöten, das machte sich bei den Spielanteilen sichtbar. Schade.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Erwartete Niederlage

  1. Pingback: #Link11: Die Nerven liegen blank | Fokus Fussball

  2. Na_ich

    Die taktische Grundordnung ging auch deshalb flöten, weil gegen Ende zu viele Offensivkräfte aufm Feld waren.
    Warum Veh Rosenthal UND Kadlec aufs Feld schickt, statt vllt Celo einzuwechseln, ist mir ein Rätsel.

    Konterspieler einwechseln ist ja ok, aber etwas Defensive sollte bei Führung erhalten bleiben.

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