Der lästige Liga-Alltag

Frei nach Johann Wolfgang Goethe: Wettbewerbsverzerrung ist es nur, wenn andere es machen.

Das ist schon ein starkes Stück, was der entrückte FC Bayern da öffentlich formuliert. Wahrscheinlich drücken solche Sätze aber am besten aus, wie lästig den Münchnern das Tagwerk Bundesliga geworden ist. Diesmal ist Augsburg egal, später – und das ist aus Eintracht-Sicht, nein, aus Bundesliga-Sicht entscheidend – Hamburg und Stuttgart. Die beiden abstiegsbedrohten Traditionsvereine können sich hintenraus – am 33. respektive 34. Spieltag – also schonmal auf einen Gegner einstellen, dessen Personal so viel Lust auf Zweikämpfe, auf Sprints, auf Reinknien haben wird, wie Otto-Normal-Mensch auf einen Zahnarztbesuch. Ergo: Punkten wird man, da man selbst bis aufs Blut ackern wird, gegen dieses Bayern 0.2.

Da kommen sie sofort hoch, die Erinnerungen an Borussia Dortmunds Schützenhilfe für den sympathischen Plastikklub der TSG 1899 (!) aus Hoffendorf am Ende der Vorsaison. Ja, der BVB versemmelte seinerzeit 100 Chancen, man kann denen doch nicht vorwerfen, abgeschenkt zu haben. Nein, kann man nicht – und doch geht, wenn man es denn so richtig will eben die 99 von 100 auch rein und der Deckel ist drauf auf der TSG. Nunja, spoiled milk, wie der Brite sagt.

Wahrscheinlich ist das eben so, wenn man ein Abo auf die Champions League, wenigstens auf die Europa League (<— Uefa-Cup) besitzt. Dann konzentriert man sich auf die Futtertröge, auf den Wettbewerb, wo das fette Geld aufs Konto strömt. Der lästige Wochenend-Alltag, damit dürfen sich ab einem bestimmten Zeitpunkt dann die Diego Contentos, Peter Hojbergs und Martin Riedmüllers beschäftigen. Oder aber eine Formation, die zwar immernoch das dreifache eines Eintracht-Etats ausmacht, jedoch weder eingespielt noch motiviert ist. Nicht genug jedenfalls, um Teams zu bezwingen, die kratzen, beißen, stechen. Und wenn der FC Lustlos München dann auch nur einen Punkt bei einem dieser 30, 32 Spiele mauen Gegner lässt, obwohl man selbst 30, 32 Spiele dominierte, ist ein neues Kapitel beim Thema Wettbewerbsverzerrung aufgeschlagen worden.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Der lästige Liga-Alltag

  1. Na_ich

    weil ich es gerade in einem Beitrag gesehen hab:

    Lahm muss am Mittwoch wohl im DM aushelfen, weil sowohl Martinez, als auch Schweini ausfallen. Zudem fehlt Thiago.
    Daher hat Pep den Höjbjerg zurecht getestet. Der hat ja nicht mehr viele Alternativen, wenn er bei einem 3er Mittelfeld bleiben will. Es sei denn, er wechselt auf die offensive Variante mit einem Götze oder Müller als vorderste 8.

    Weiser wäre der nächste Backup für Rafinha. Sallahi würde den Ersatz für Alaba stellen, denn Contento fällt aus. Eine Alternative wäre es, Boateng nach außen zu schieben. Aber das will Pep wohl zurecht verhindern, damit Boateng und Dante zusammenbleiben.
    Und falls der Jerome doch nach außen muss, hat man schon mal van Buyten warmgespielt.

    Hat man Kräfte geschont? Kann man nicht abstreiten. Aber aus dieser Sicht ist es nicht nur Schonen gewesen, man hat auch gleichzeitig Varianten getestet, unter Wettbewerbsbedingungen.

  2. Na_ich

    Wenn die SGE Spieler in Punktspielen schont obwohl die Punkte was wert wären, weil der Gegner übermächtig ist, dann ist das ok?

    aber wenn er FCB, feststehender Meister, drei Jungspieler mal ranlässt, neben absolut guten/erfahrenen Leuten, dann ist das Wettbewerbsverzerrung.
    Man bedenke noch nebenbei, dass das nächste wichtige Spiel nicht etwa am Sonntag in einer Woche gegen Braunschweig stattfindet, sondern bereits diesen Mittwoch gegen United. Die sind zwar so schwach, wie schon lange nicht mehr, aber für die CL sind sie hochmotiviert und der FCB muss auch so schon auf zwei wichtige Spieler verzichten.

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