Die schlaffen Glieder sind gerettet

Die Eintracht wird nicht direkt absteigen, das ist nach der Niederlage des FC Nürnberg gegen Leverkusen klar. Neun Punkte Vorsprung vor dem 17. bei noch 9 zu vergebenden Punkten, ein wesentlich besseres (unter schlechten) Torverhältnis. Selbst die Relegation dürfte einem erspart bleiben, nachdem der HSV gottlob zu Hause verloren hat. Was alle Anzeichen für einen SGE-Horrorspieltag hatte, entpuppt sich hinten raus als die Woche, die einem das Durchpusten ermöglicht. Gut, die Eintrachtspieler haben das vor mittlerweile mehr als zwei Wochen schon getan, wenn man sich die schlappen, lustlosen Auftritte anschaut, die den Verein Millionen (TV Tabelle) kosten werden. Anstatt von Rang 11 in Richtung 9 zu schielen/zu spielen, schlendert man entspannt dem Minimalstziel – „drei Teams hinter uns lassen“ (Veh) – entgegen. Klar, das Primärziel konnte, gerade angesichts der Tristesse der Hinrunde, nur so lauten wie Veh es benannte. Aber wenn man die Chance auf mehr hat, sollte man sie auch nutzen wolllen. Was in Frankfurt nicht möglich zu sein scheint.

Dabei könnte sich so mancher Spieler diese Rahmenbedingungen und Perspektiven, von denen immer die Rede ist, mal selbst schaffen – in dem er, wie das Kollektiv – Spiele auch dann gewinnen will und so auftritt, wenn es vermeintlich nur noch um die goldene Ananas geht. Wobei: Bis zum Schalkespiel, wo wir ja lange ähnlich egalitär aufgetreten sind wie gegen Hannover, hatten wir absurderweise soagr noch die realistische Chance bis um Platz 9 (!) mitzuspielen. Und irgendwas um Rang 8 bis 10 ist nun wahrlich eine gute Platzierung, wenn man sieht, was für Finanzstarke i.d.R. davor stehen. Wenn man sich da irgendwo mal zwei, drei Jahre etabliert, kann man eben auch mal auf 6 / 7 stoßen, dann und wann ein EU-Gutzie naschen. Am Ende ist vieles eben eine Willensfrage. Und man darf schon in Frage stellen, ob dieser im Kader, im Verein ausgeprägt genug ist.

Wer nur kann und will, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht – was ja per se auch erstmal eine Leistung und ein Qualitätsmerkmal ist – , dem mangelt es an Motivations- und Begeisterungsfähigkeit.

Sicher, Fußballer, Profisportler sind auch nur Menschen. Und damit reagieren sie, Verdienst hin oder her, emotional wie jeder andere. Bedeutet: Sie erleiden einen Spannungsabfall, wie unser einer, wenn er das Examen, die Prüfung, das Bewerbungsgespräch hinter sich hat. Der Rucksack wird leichter, man schnauft erstmal durch und macht sich nicht sofort wieder einen Heißen. Andernfalls erleidet Otto-Normal-Mensch auch einen Herzkasper. Ob man sich das im Profisport, wo der Leistungs- und Konzentrationsplan ja aber genau getaktet ist – 34 Wochen lang – leisten kann, muss bezweifelt werden.

Jedenfalls werden wir in den nächsten paar Tagen erfahren, ob dieser Roger Schmidt (für 1,5 Millionen Euro Ablöse) der neue Trainer wird, ob man den leidgeprüften Eintracht-Fan mit Thorsten Fink elenden wird oder ob tatsächlich ein Kanickel aus dem Hut hüpft, das noch niemand auf dem Schirm hatte. Schaut man sich die Ägide Bruno Hübner an, weiß man, dass die gehandelten Namen, die Gerüchte stets den realen Hergängen entsprechen. So ist es bei Spielertransfers jedenfalls bislang immer gewesen.

Zum Glück ist die Saison bald vorbei, zum Glück findt dieses internationale Turnier bald statt. Dann tanken wir wieder wochenlang Ruhe und Kraft, verbringen unsere Wochenenden mit sinnvollerem als Eintracht-Gedöns – bis sie den nächsten Tiefschlag für uns bereithalten. Der neue Trainer und sein Netzwerk – wir dürfen gespannt sein.

Jetzt sollten die satten Kicker aber vielleicht ihre schlaffen Glieder nochmal in Wallung bringen und zusehen, wenigstens den 12. Platz nicht zu verdaddeln, eher, Rang 11 oder gar 10 (zurück) zu holen. Stichwort Perspektive und so.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Die schlaffen Glieder sind gerettet

  1. Herr Schnitzelmann

    …das gute ist, man kann nicht mehr direkt absteigen, das schlechte ist, wir werden keinen Punkt mehr holen, da man in Frankfurt nie auch nur einen Schritt mehr macht als nötig. Folglich wird man sich damit begnügen, die Punkte herzuschenken, ein Schuldigen wird man schon auch noch für die 3 Niederlagen finden!

    Und hui what a surprise! Schwegerl lässt sich mal wieder umgarnen… ich würd diesmal einfach sagen: Servus u. viel Spaß bei der SAP-Truppe!

    Und zur Trainersuche nur soviel: Vielleicht ist es ja endlich mal einer, der auch aus der eigenen Jugend wieder was hochzieht und nicht nur tschechische Juwelen für förderwürdig empfindet.
    Der Name ist doch völlig egal, bei uns kann jeder Trainer eh nur in einem sehr begrenzten Radius professionell arbeiten, dafür sorgen schon die anderen Vereinsmeier!

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