Zum Punkt geduselt

Man mag nach diesem 36. Punkt der Bundesligasaison von Cleverness reden – wenn man sich die Welt so machen will, wie sie einem gefällt. Denn das Spiel in und gegen Hoppenheim war alles, nur nicht abgezockt. Es war Dusel gepaart mit Dusel und einem Platzverweis für den Gegner zur exakt richtigen Zeit aus SGE-Sicht. Man sollte also bitte nicht so tun als ob man sich als Frankfurt souverän planvoll verteidigend einen Punkt erarbeitet hätte. Ganz im Gegenteil: Den Eintracht-Großchancen in Halbzeit eins (Russ / Madlung / Lanig) steht eine ganze Latte von verpatzten Hochkarätern auf der anderen Seite gegenüber. Drei Mal versprang alleine diesem A. Modeste der Ball einschussbereit vor Keeper Kevin Trapp – letzterer hielt dann glücklicherweise einen unberechtigten Foulelfmeter.

Das, was die Eintracht seit dem gefühlten Klassenerhalt beim Sieg gegen Mainz bietet, ist schlicht und ergreifend schlecht. Die Spannung ist diesem Team vollends verloren gegangen, die Körpersprache vermittelt eine gewisse Unlust, der Wille, mehr zu erreichen als einen 13., 14. Tabellenplatz, ist jedenfalls nicht zu erkennen. Womit man wieder über die Perspektive, die mancher Spieler in Frage stellt, sprechen sollte. Man könnte sie sich im Kollektiv selsbt erarbeiten, auf bescheidenem Niveau, aber tabellarisch sichtbar. Es macht eben doch einen Unterschied, ob man – entgegen aller Vorzeichen – noch in Richtung Rang 9 / 10 giert (was bis zum Schalkespiel, wie mehrfach bereits geschrieben, groteskerweise drin war) oder ins Ziel torkelt, egal ob das auf Position 15 oder 11 endet.

Wenn das die Antwort auf die Charakterfrage sein soll, na dann Prostmahlzeit – wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass nach 15 Hinrundenpunkten als Ausgangspositon 21 in der Rückrunde schon zeigen, dass man irgendwann mit dem (erfolgreichen) Arbeiten und dem nötigen Willen angefangen hat.

Nach der Saison, die aber rechnerisch immernoch nicht im Klassenverbleib gemündet ist, wird ein Schnitt anstehen. Der Trainer geht, und mit ihm einige Spieler. Darunter auch der eine oder andere Stammspieler. Der demontierte aber auch dauer-kokketierende Kapitän, etwa auch ein Sebastian Jung, je nach Angebot auch ein Carlos Zambrano. Eventuell Kevin Trapp? Dazu gesellt sich eine ganze Reihe Reservisten. Und dass man von Joselu lieber die Finger lassen sollte, jedenfalls für Beträge jenseits der 2 bis 3 Millionen Euro, ist derzeit dann auch wieder zu sehen.

Mehr dazu in den nächsten Tagen und Wochen. Jetzt muss ich erstmal die letzten fünf Minuten des Spiels vor- und zurückspulen. Sowas sah man zuletzt beim Nichtangriffspakt in den 80ern.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Zum Punkt geduselt

  1. Herr Schnitzelmann

    Bei uns ist doch seit den Zeiten von Yeboah völlig egal, wer vorn drin steht. Es trifft keiner, der sich bei uns Stürmer schimpft, regelmäßig über eine Saison hinweg das Tor.
    Also würd ich auch niemals 5 Mio für Joselu bezahlen. Denn können die Hoffenheimer gern zurückhaben. Dann kann er wieder in die Trainigsgruppe 2 zusammen mit Weiß. Oder Hoppenhausen findet noch nen Blöden, der bereit ist 5 Mio für Ihn zu zahlen.
    Evlt. ja einer der „finanzstarken“ spanischen Erstligisten, bei denen man den Eindruck hat, sie haben ne eigene Geldpresse im Vereinskeller.

    Und wenn man Spieler verkaufen kann, dann sollte man das tun! Wer nicht will, der soll auch nicht gezwungen werden, den Adler weiterhin auf der Brust zu tragen.
    Ein guter Trainer, sofern man einen hätte, kann sich dann seinen Kader auch gleich nach eigenen Wünschen zusammenstellen lassen…sofern man nicht wieder solange wartet, bis alle Spieler längst vom Markt sind.
    Übrigens, da kann man mal sehen wie profesionelle Vereine arbeiten, Leverkusen kann das, was wir in 5 Monaten nicht schaffen in 2 Wochen wasserdicht machen. Bruno, evtl. machste ja mal ein Praktikum beim Rudi, der hat das zwar auch nicht gelern, aber er schein da irgenwie ne Abkürzung oder nen Trick zu kennen. Und hört mir auf mit Geld, hätte man nicht so lange gewartet, bis ein potenterer Bundesligist auch auf Trainersuche war, so hätte man sich gar nicht erst in diese Lage gebracht.
    Jetzt muss man hat mit dem Vorlieb nehmen, was da noch so rumdümplet.
    Mir wird schon ganz anders, wenn ich mir ausmale, was da alles auf uns zukommen kann.
    Aber egal wie schlimme es auch wird, die Eintracht kann durch eigenes (Nicht-)Zutun alles immer noch schlimmer machen, in diesem Sinne, freuen wir uns auf eine weitere Saison 1. Liga, Hurra!!!

  2. Jermaine Jones Junior

    Es ist geschafft. Lieber Gott, ich danke Dir!

  3. Oliver

    Klassenerhalt auf dem Sofa – Danke an Augsburg.

    Für Barnetta ist die Saison gelaufen und damit wohl auch das Thema Frankfurt. Auch Joselu hat was abbekommen.
    Wird langsam Zeit das diese Saison rum geht. Es war kräfte- und nervenzehrend genug.

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