Und alle so: yeah

Haben wir es also endlich geschafft. Den Klassenerhalt, die Bundesligasaison. Mehr als Erleichterung, dass man die Kurve noch bekam, bleibt aber nicht. Umso erstaunlicher sind die Einschätzungen eines Bruno Hübner, dass man eine super Saison gespielt habe. Bitte was? Unabhängig davon, dass man schlussendlich im besten Fall auf einem – in der Tat guten – 11. Platz stehen könnte (was nicht passieren wird), war das nah an einer Stöpselzieher-Saison. Die Aufbruchstimmung, der Glaube, es könne mal ein bisschen auf die einstelligen Tabellenplätze geschielt werden (TV Gelder), die Möglichkeit, einen guten Kaderstamm aufzubauen und durch Neuzuzänge zu verbessern, ist beschnitten. Man steht als SGE wieder dort, wo man irgendwie immer stand. Das ist okay. Aber das ist nicht super. Schon gar nicht, wenn man sich die letzten drei,vier Spiele und die abgeschenkten Chancen (Thema Wille) auf die TV Millionen (Thema Perspektive) ansieht.

Da passt doch die Ankündigung, dass man auch diesmal transfertechnisch nix großartiges reißen wird (können/wollen), weil es maximal vier, fünf Millionen gibt, die man für Verpflichtungen auszugeben gedenkt. Im Klartext: Man fischt wieder zwischen Tabellenposition 12 und 18 in der ersten Liga, vielleicht noch zwischen Rang 4 und 6 in der zweiten Liga.

Indes darf man ungestraft Sätze sagen wie, dass „im Idealfall der Trainer bis zum Beginn der Vorbereitung feststeht“ (Hübner). Ja, geht es noch? Fällt keinem auf, wie viel Nonsens in diesem Satz steckt? Seit Ende Dezember 2013 liegen die Karten auf dem Tisch (Veh geht) – und dann reicht es auch, wenn im Juli Klarheit herrscht, wer denn die Hütchen aufstellen soll. Absurd. Wie viel weiter könnte man in der Kaderplanung sein, Stichwort Verträge, wenn eben schon feststünde, wer neuer Trainer wird? Der könnte sich Spiele(r) schon anschauen, sie bei Trainingsbesichtungen wiegen, aufgenommene Spiele zu Hause anschauen, bei jenem Akteur den Daumen hoch, bei jenem den Daumen runter machen, sein Netzwerk anzapfen und mögliche Neuzugänge in die Pipeline schießen. Wäre alles möglich. Nicht so in Frankfurt. Da bibbert man in der Geschäftsstelle, dass der Hamburger SV mitsamt Mirko Slomka doch bitte absteige – um die letzte Option auf einen (dann) verfügbaren Trainer zu haben, der nicht dem Trio des Grauens entstammt.

Denn ein Name wie Uwe Neuhaus (ab in zwei Wochen Ex-Union-Berlin) kann nicht der Ernst des Vereins sein. Nicht, dass Neuhaus ein schlechter Trainer wäre – im Gegenteil. Aber in der Bundesliga war er nur Co, Meriten, die letztlich auch die Eintrachtspieler zwischen den Zeilen vom Veh-Nachfolger erwarten, hat er nicht viele gesammelt. Gertjan Verbeek (Ex-Nürnberg) hat man sogleich ausgeschlossen, Jupp Heynckes würde man nicht mal holen können/dürfen/sollen, wenn er es machen würde. Allmählich wird es also dünn mit denen, die verfügbar sind.

Wobei es sich ja abzeichnet, dass einer rausgekauft wird aus einem noch laufenden Vertrag. Sascha Lewandowski (der aber gar keine Profimannschaft dauerhaft übernehmen will, laut mehrfachen eigenen Aussagen) und Thorsten Lieberknecht (der in Braunschweig hohes Ansehen genießt, aber eben doch absteigen wird) werden immer wieder genannt. Uwe Rösler (dessen Lebensmittelpunkt seit 20 Jahren England ist, wo er Kultstatus genießt) zählt ebenfalls dazu.

Auf der Poleposition steht jedoch Kosta Runjaic. Ein Trainer, der mit Kaiserslautern wohl den Aufstieg verpassen wird – und das, obwohl er einen Kader hat, der mindestens genauso gut ist wie der, mit dem Armin Veh und Frankfurt aufstiegen. Auch nicht soooo die Bewerbung, möchte man sagen. Aber er wäre dann wohl frei, zu haben. Muss reichen.

Aber egal. In einem Verein, wo man auch bei Niederlagen die Mannschaft feiert und man zufrieden mit dem Allergeringsten ist, muss man sich eben mit wenig bescheiden. Leider schließt das wenig Können ein. Ändert alles nichts daran, dass man stets nur das Realistische möglich machen kann. Und das ist dann wohl irgendwas vom Schlag Runjaic. Löst kein Hochgefühl, aber wenigstens keinen Schrecken aus.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Und alle so: yeah

  1. Herr Schnitzelmann

    …wir können uns glücklich schätzen, wenn überhaupt nochmal ein Trainer eingestellt wird.
    Trainer sind völlig überbewertet. Wer braucht schon nen Trainer.
    Die Eintracht sicherlich nicht, und wenn, dann nur, weil auf der Bank noch ein Platz frei ist!
    Pfeif doch auf Kaderplanung, der Neue, sofern es ihn überhaupt was angeht, der soll schön die Wülltischreste nehmen, die man ihm gibt.
    Schließlich braucht man doch eine Ausrede, um den nächsten Platz 11 – 18 zu rechtfertigen.
    Wieso sollte man sich dann also mit irgendwas beeilen, wo man doch in Frankfurt gelernt hat, dass es sich mit Ausreden viel einfacher lebt?
    Wenn der Vorstand über das Management keine Visionen entwicklen, wie soll dann bei den Spielern eine Vision ankommen, wohin der Verein will?
    Mir kommt es auf jeden Fall so vor, als wenn alles irgenwie egal ist. Komm ich heut nicht, komm ich morgen oder irgendwann, wenn juckts!!! Ich habe schon wesentlich mehr Engangement im Ehrenamt erlebt, als man es bei der SGE im Profilfussball erleben muss.

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