Pest und Cholera

Ich möchte diesen beiden Kollegen meinen Dank aussprechen. Diese hitzige Diskussion zwischen zwei Journalisten der „Frankfurter Rundschau“, die noch eine ganze Ecke näher dran sind an Mannschaft und Verein, an Struktur sind hintergründigen Zusammenhängen, spiegelt die Verzweiflung wieder. Wenn selbs jener, die qua Beruf eher emotionslos an das Gekicke und Rum-Entscheide herangehen, derart fatalistisch und verständnislos auf all das Blicken, sagt das über den Zustand von Eintracht Frankfurt sehr viel mehr aus als alles, was wir uns hier zusammen-interpretieren.

Vor allem Ingo Durstewitz (rechts in dem Video) bringt die Malaise auf den Punkt. Und seine Analyse, ist sie auch vom Ergebnis her das Gegenteil von meinem Wunsch, ist ebenso schlüssig wie ernüchternd: Wenn man sich schon nichts wagt oder Körbe von halbwegs Fähigen bekommt, dann muss man die Kröte schlucken und Thorsten Fink als Trainer verpflichten. Bei dem stehe zumindest Bundesliga in der Vita, er habe schonmal was gewonnen … wäre da nicht das Wissen, dass da ein zweites Mal ein wortgewaltiges Trainerimitat á la Skibbe kommt. Was vor allem Thomas Kilchenstein (links in dem Video) befürchtet. Der hingegen sieht in Bernd Schuster das kleinste aller Übel.  Das er mit seiner SGE-Einschätzung aber gewaltig daneben liegt, zeigt schon die These der „48 Pflichtspiele – da ist eben die Luft raus“ (wenn man sich etwa Freiburg (!) anschaut, selbes Pensum, weniger Möglichkeiten, zerpflückter Kader etc). Auch, dass Trainer heute fachlich alle in etwa ein Niveau hätten, ist verkehrt. Und das müsste er, der sich ja auch jeden Tag Michael Skibbe , in Abgrenzung zum sehr trainingsintensiven Christoph Daum, angesehen hat, wissen.

Einig, und das bringt Durstewitz auf den Punkt, sind sie sich in folgendem Punkt: Es ist entlarvend und erbärmlich, über welche Trainer-Optionen man sich unterhalten muss, wie wenig Esprit in diesem Verein vorhanden zu sein scheint und welche Resonanz man sich eigentlich in diesem Klub erwartet, wenn man – auch öffentlich – aus Pest und Cholera wählen darf.

Dann gibt es ja da noch diesen Roberto di Matteo (der vor Tagen schon abgesagt haben soll).  Angesichts der „Alternativen“ ist das einfach der Hoffnungsträger. Vom Können weiß man nichts, aber bei den anderen kann man es sich eben schon denken.

Aber jetzt viel Spaß beim Video – es lohnt sich wirklich, das anzuschauen, Leute.

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Pest und Cholera

    • Das liest sich wie die Gedankenspiele, die man sonst von FAZ- oder Süddeutsche-Redakteuren kennt: Man interpretiert mal lustig die Welt vor sich hin, deutet Entwicklungen und verkauft sie als Wahrheit/Szenario.

      Ich wäre jedenfalls zutiefst überrascht, wenn ein Mann, der gerade unverhofft mit seiner geformten Mannschaft aufgestiegen ist, non chalant wechselt. Das wäre so abgebrüht und kalt, dass ich daran auch ehrlich nicht glauben will. Zumal er ja mehere Dementis (siehe WDR2) gegeben hat. Ob das was zu heißen hat, wer weiß das schon? Aber wenn man sich die Frankfurt-nahen Medien durchliest, geht die Farce ja nun wohl sogar bis nächste Woche. Und die Namen sind ja jetzt bekannt. Bock-Schuster, Skibbe2 und Welttrainer. Keine guten Aussichten. Und davon ab: Hübner und Co. tun derzeit ja wirklich alles dafür, dass die Notläsung zur Notlösung wird – pffenbar kann man sich ja zu keinem der drei Granden durchringen. Und, so clever sind sie hoffentlich, dass sie nicht jeden Hanswurst der Öffentlichkeit vermitteln können, ist auch klar. Wobei die PR-Maschine ja sschon alles tut um Thorsten Fink „der wird falsch dargestellt“ und „lieferte einen sehr überzeugenden Eindruck bei Gesprächen“ in Position zu bringen. Übrigens: Diese beiden Zitate sind so auch gefallen als Skibbe verpflichtet wurde. Resultat bekannt.

  1. Olli

    Immerhin, Djakpa hat um 2 Jahre verlängert. Was man eigentlich bestenfalls als Stillstand bezeichnen könnte, ist für unsereins dieser Tage definitiv ein Fortschritt.

  2. Pingback: #Link11: Das Spiel des Jahres. | Fokus Fussball

  3. olli

    au man …. war ja eigentlich ne ruhige Saison idiotentechnisch. Bisher:

    abendblatt.de/sport/article127874966/Club-Fans-pruegeln-sich-nach-Abstieg-Krawalle-in-Hannover.html

  4. olli

    Wieso kann man das nicht wie die Mainzer machen. Die haben doch heute irgendeinen, zumindest für mich, namenlosen Dänen aus dem Hut gezaubert (ich finde den Artikel nicht mehr). Warum können wir das nicht? … Ach ja, die Unfähigkeit.
    Kommt es eigentlich nur mir so vor, oder war die Zeit vor Hübner irgendie etwas weniger zum Haare raufen?

    • Adlerschnabel

      Wer sich in diesem Blog die Haare rauft, interessiert nur aber nur wenige. Seit der erfolgreichen Vertreibung einer seiner Trainer durch den Mob hat HB nur noch eine Leitlinie: das „schwierige Umfeld“. Dieses wollte „schönen Fussball“, also bekam es Skibbe. Als das schief ging, war der nächste Sündenbock HB. Also wollte es einen Sportdirektor. Hübner hat aber doch das Umfeld hinter sich, ebenso wie sein Veh . Also ist alles bestens. Wir stören hier nur die Eintracht…

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