Domino

Sebastian Jung ist laut Kicker-Printausgabe „genervt von der Trainersuche“. Tja, Sebi, diese Gemütseinstellung teilt der millionenschwere Profifußballer mit den Mindestlohn-Fans. Es war, ist und bleibt bemerkenswert, was in Frankfurt geschieht. Nach dem einst längsten Abstieg der Welt nun also die längste Trainersuche der Welt. Schwer attraktiv, dieses Eintracht Frankfurt. Und die Spieler, wie sie sich darum reißen, Verträge zu unterzeichen – championsleague’esk.

Jedenfalls, so hat man das Gefühl, wird es den Beobachtern immer egaler welche Coaching-Griepe bald die Hütchen aufstellt. (Un-)erwünschte Weichkoch-Taktik des SGE-Managements?! Zumal man ja ohnehin ahnt, dass es der überzeugende Herr Fink werden wird. In vier Tagen wird es spätestens vorbei sein, das Gewarte. Dann sind nämlich auch die kleinsten Störfeuer, Frank Kramer und Dirk Schuster, ausgetreten. Letzterer will ja unbedingt höher hinaus aus 3. Liga – das hat er in mehreren Interviews im Laufe der Saison betont. Steigt er mit den Lilien nicht auf, dann … nunja, es wird alles nicht so recht befriedigend enden, diese causa.

Roberto di Matteo, da vertue sich niemand, ist ja nun auch nicht DER allesüberzeugende Coach. Er wäre der unbelastetste, derjenige, der den B-Lösungs-Makel am ehesten abstreifen könnte. Sagt jedoch alles nichts über Fähigkeiten und Fertigkeiten aus. Mit Chelsea, die er Monate vor Saisonende übernahm, taktisch ausgebufft zum Champions League Sieger geworden. Eine Mannschaft, die aber eben auch Top-Einzelspieler hat – was Eintracht Frankfurt nicht hat. Aus wenig, aus sehr wenig, aus sehr sehr wenig möglichst viel machen; kann das di Matteo, kann das ein „Welttrainer“? Zweifel sind berechtigt. Ein Name, der den Makel überstrahlen soll, damit ist letztlich niemandem geholfen aus dem Ego einzelner, der Gesichtswahrung vieler. Aber es ist nunmal so, dass der Trainermarkt – wenn man nicht das „Risiko“ (als ob di Matteo keines wäre) eingeht, einen gänzlich Neuen ranzulassen, siehe abermals Mainz 05.

Also, liebe Leser, noch drei, vier Tage – dann können wir endlich einen Deckel auf die Saison machen und zusehen, wie die Dominosteinchen weiter fallen.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Domino

  1. Der Norddeutsche

    Horst Ehrmanntraut. Das der Trainer noch nicht genannt wurde. Verwunderlich! Genießt, glaube ich, immer noch ein hohes Ansehen !?
    Bei den Fans!?
    Hat bewiesen,das er aus wenig bis gar nichts das optimale herausholt!
    Wurde immerhin Meister. Wenn auch in Liga 2.
    Kann gut mit Geistern. Der Stuhl steht meines Wissens im Eintracht Museum.
    Soll mal in einem Interview gesagt haben, das er sich mit der Eintracht
    immer noch verbunden fühlt. Hat immerhin den UEFA Cup 1980 gewonnen.

  2. Wie wäre es mit einer TFK (Trainer Findungs Kommission)? Die hat schon beim HSV nicht funktioniert.

    Ich hoffe immer noch auf den weißen Hasen.

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