Die beste aller Möglichkeiten

Thomas Schaaf als neuen Trainer von Eintracht Frankfurt zu verpflichten, ist eine gute Entscheidung von den Verantwortlichen. Jedenfalls ist sie, ist der gebürtige Mannheimer die beste Wahl aus den Möglichkeiten, die der Verein realistisch hatte. Und die Kandidaten-Schar war winzig.  Sie umfasste ausnahmslos Leute, die jeweils großen Teilen intern wie extern Bauchweh bereitete. Sie waren alle nicht zu vermitteln, aus persönlichen wie inhaltlichen Gründen. Nach dem Aufstieg von Paderborn umfasste sie ganz sicher nicht Andre Breitenreiter. Gegen die Personalie Frank Kramer sprach die fortschreitende Zeit.  Sie wären die mutige(re)n Trainerentscheidungen gewesen. Der Kritikpunkt gegenüber Schaaf liegt somit auf der Hand: Er ist die konservativste Lösung, von Mut, von Aufbruch zeugt seine Verpflichtung nicht. Auch hätte man ihn vor Monaten schon unter Vertrag nehmen, an der neuen Mannschaft arbeiten können. B-Lösung, so viel ist klar.

Die Erleichterung, dass Totengräber wie Fink und Schuster Eintracht Frankfurt erspart bleiben, überwiegt bei mir jedoch. Und ja: Auch Schaaf hat seine Schwächen. Wie er mit den Fans oder Medien umgeht, ist da jedoch wumpe. Wichtig ist aufm Platz – und da hat er bei dieser Mannschaft erstmal mehr als genug Arbeit zu leisten. Nachgewiesen, dass er kein Blinder ist, hat er. Ob er es mit ganz dünner Finanzausstattung hinbekommt, mäßigen Erfolg zu haben – daran darf man zweifeln. Durfte man aber auch bei jedem anderen, der nach Frankfurt kommt/gekommen wäre.

Ja, Schaaf ist eine B-Lösung. Aber wenigstens keine C-Lösung. Das muss reichen. Mehr war nicht drin. Und es ist ja nicht so, dass nur mit dem Attribut „mutig, jung, frisch“ irgendetwas über die Qualität der Trainerarbeit ausgesagt wäre. Schaaf ist eine Respektsperson, er genießt Ansehen, Autorität. Mehr noch als Armin Veh, als dieser in Frankfurt an die Arbeit ging. Bruno Hübner und Heribert Bruchhagen haben jedenfalls ein Argument in Form einer Person geliefert, das ein Signal an die Mannschaft ist: Wir holen nicht irgendwen, wir halten Wort was die Nachfolge von/mit einem erfahrenen Trainer angeht. Als nächstes steht die Entscheidung von Sebastian Jung an – mit Trainer Thomas Schaaf hat man ihm die Entscheidung pro Wolfsburg jedenfalls erschwert. Doch kein noch so renomierter Trainer wird, so viel muss jedem klar sein, anstinken können gegen Verdienste von 15,20 Millionen Euro in vier Jahren.

Und jetzt ab an die Transferfront. Endlich kann man ran an die Konturen des Kaders!

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Die beste aller Möglichkeiten

  1. Staniii

    Solange Chandler als Ersatz für Jung kommt und nicht Ochs, bin ich zufrieden. Die SGE verpflichtet ja gerne verletzte Spieler, somit passt er ins Anforderungsprofil. Zudem noch Ablöse für einen zahlen der damals ablösefrei aus der eigenen U23 weg ist, wäre auch typisch. An Jung wäre er sicher nicht vorbei gekommen, von daher verständlich aber ein fader Beigeschmack bleibt. HAUPTSACHE NICHT OCHS!

    • Chandler spielt die WM, der wird wissen, dass er danach einen Strauß voller Angebote bekommen wird. Wenn die Eintracht das vorher nicht festgezurrt hat, gibt das mit der Jung-Nachfolge nichts. Und sie wird noch nichts in die Richtung unternommen haben. Auch, weil es ja bis vor 10 Stunden nicht mal einen Trainer gab 😉 Ich tippe ja auf Vertragsverlängerung mit Celozzi. Man weiß, was man hat und so …

  2. Hat dies auf Lach und Sachgeschichten aus der bunten Welt der Gastronomie rebloggt und kommentierte:
    Willkommen im Tollhaus Eintracht Frankfurt Herr Schaaf. Das wird sicher eine dieser Erfahrungen .. wobei.. Ich goenne ihnen jeden Erfolg.

  3. Olli

    Warum ist Schaaf eine B-Lösung und was wäre eine A-Lösung für dich gewesen?

    • Ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt: Angesichts der Alternativen ist Schaaf die A-Lösung – wie ich ja auch Anfang März schon schrieb. Er ist insofern eine B-Lösung, als dass man mit ihm schon vor zwei Monaten hätte einen Vertrag abschließen können, es aber offenbar seienrzeit nicht wollte (man wollte Veh. Dann wollte man Schmidt. Dann [erst] Schaaf). Durch die Zeit, die ins Land gegangen ist und durch Schmidts Absage, war auf der anderen Seite ja jeder eine B-Lösung. Den Makel hat sich der Klub eben eingehandelt. Aber jetzt gilt der Blick nach vorne. Wird nämlich Zeit.

      • Olli

        Wer wann wo gehandelt wurde ist hochspekulativ (zum Glück ist davon nichts eingetroffen). Vielleicht ist die SGE ja auch nur die B-Wahl vom Schaaf (Bayer hat Schmidt, Schalke wird wohl nicht frei, VFB ist versorgt, van Gaal geht zu ManU 😉 ).

        Im Verein, und damit die Spieler, wird man schon wissen, wie sehr Schuster und Fink wirklich gedroht haben oder ob man die Nebelkerzen gerne hat brennen und gar nicht löschen wollte.

        Schaaf ist eine absolute A-Lösung, wenn auch eine verspätete. In anderen Jahren wäre es wohl noch bedeutend schlimmer gewesen. WM Jahre sind immer für späte Transfers bekannt. Also, irgendein SGE Scout ist hoffentlich mit genügend Brasilien-Tickets ausgestattet.

      • … und die Kollegen der Bild-Zeitung melden, dass Jungs Wechsel zu Wolfsburg fix sei. VW bestätigt das noch nicht, dementiert jedoch auch nicht.

      • Olli

        Hatte wohl recht, mit meiner Vermutung, dass die SGE nur die B-Wahl von Schaaf war. (spiegel.de/sport/fussball/thomas-schaaf-ist-neuer-trainer-bei-eintracht-frankfurt-a-970866.html)

        Gut gemacht Herribert. Machtwort gesprochen, durchgesetzt und diesem Irrsinn ein Ende bereitet. Ich finde es auch gut, dass er Veh’s Abgang öffentlich gemacht hat. Es ist ein absolutes Paradoxon, einen Trainer, der wegen des fehlenden Geldes und der damit fehlenden Perspektive den Verein verlassen will, mit mehr Geld zum Bleiben überreden will, welches dann wieder in der Perspektive (Spieler) fehlt.

        Aber wenn Jung jetzt trotzdem geht, dann wäre er mit nichts zum Bleiben zu bewegen gewesen.

  4. Ich finde Schaaf eine gute Lösung. Er hat gezeigt, dass er es kann. Er kann Spieler entwickeln und will es bestimmt allen noch einmal zeigen.

    Ja, wahrscheinlich hätte man diese Lösung früher präsentieren können, aber wer weiß wofür es gut war.

    Ich bin froh, dass uns Schuster und Fink erspart geblieben sind.

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