Monatsarchiv: Juni 2014

Die Könner

Auf Könner zu schielen, die vielleicht mal in Frankfurt anheuern und eine Mannschaft voranbringen, das wurde dem Eintracht-Fan durch viele leidvolle Erfahrungen ausgetrieben. Immer wenn man dachte, dass es doch jetzt mit diesem oder jenem angeblichen Talentenjuwel klappen müsste, ging es böse in die Hose, die Millionen versickerten in sportlicher Steppe.

Umso schwerer wird einem ums Herz, wenn man sieht, was so mancher Kicker bei der Weltmeisterschaft in Brasilien zeigt. Gar nicht mal so sehr jene mit den spektakulären Aktionen, wie das Tor von James für Kolumbien gegen Uruguay, sondern die vielen intelligenten, ruhigen, oft unauffälligen Spieler in den Teams. Sie machen das Einfache mit dem Ball, den einfachen, wenngleich schnellen Pass – so häufig sowohl die bessere als auch effektivere Wahl.

Der letzte Spieler der Sorte „höherklassig“ in Frankfurt war Nikos Liberopoulos. Dem beim Fußballspielen zuzuschauen, war anders als bei den anderen Jungs auf dem Feld. Das wirkte nicht mühselig, es wirkte durchdacht, planvoll, vor allem ruhig und souverän. So etwas ist nicht mit Torquoten zu messen.

Und jetzt, in der Woche des Trainingsstarts bei Eintracht Frankfurt in Vorbereitung auf die Saison 2014/2015? Ein Rumpfkader. Einer, bei dem Stefan Aigner – wohl in den Augen aller Eintracht-Fans so ziemlich der beste Offensivspieler neben Alex Meier in den vergangenen zwei Jahren – auf dem Absprung zu sein scheint. Hannover soll für ihn bieten wollen, bis zu fünf Millionen Euro sollen im Gespräch sein. Interesseant, da exakt diese Summe dem Betrag entsprechen soll, dass die SGE für Marko Marin von Chelsea London geboten haben soll. Marin, ein Außenbahnspieler. Aigner, ein Außenbahnspieler. Eins und eins zusammenzählen, anybody?

Ja, ich gebe es zu: Obwohl ich diesen Stammspieler-Exodus voraussagte, schmerzt er mich. Als Fan, machen wir uns nichts vor, hängt ja vieles eben nicht nur am schnöden Wappen und den Farben. Man ist auch Fan, weil man den einen oder anderen Spieler ins Herz schließt, die Spielweise gefällt, mit Spielern Geschichten verbunden werden. Und dann gibt es diesen Moment, wo das irgendwie ja doch Liebgewonnene, das Gewohnte auseinanderbricht. Der Halt geht flöten. (Abermals) muss man eine neue Bindung aufbauen zu all den Temporär-in-Frankfurt-Kickenden, denen man plötzlich zujubeln soll.

Mir ist unter Bruno Hübner zu viel Bäumchen-wechsel-dich in diesen Verein gekommen. Dutzende sind in den vergangenen drei Jahren mal da gewesen, dann wieder weg. Klausel hier, Leihe dort. Trial and error – aber diese mechanische Methodik setzt mir dieser Tage im Fansein zu. Kein Sebastian Jung, kein Primin Schwegler, kein Sebastian Rode, ggf. kein Stefan Aigner – alle spielen in anderen Trikots – und was etwa mit Carlos Zambrano und Kevin Trapp wird, ist auch keinesfalls so klar wie mancher das vielleicht meinen mag. Dazu die Schröcks und Rosenthals dieser Welt, denen man auch quasi schon Goodbye gesagt hat. Dass demgegenüber nach wie vor keine Neuverpflichtungen gegenüberstehen, die den Aderlass kompensieren geschweige denn das Niveau des Teams heben könnten, habe ich nun schon so oft geschrieben, dass ich es selbst nicht mehr lesen will. Kurzum: Mir wird es schwerfallen, einen Jung in Wolfsburger Farben spielen zu sehen, alles andere wäre eine Lüge. Vor allem wird es mir deshalb wehtun, weil er ein Guter ist.

Und neben all dem rumgerüchte über Bendtner und Marin – zwei teure Verglühte – stellen sich so ganz banale Fragen wie der, nach den Führungskräften in diesem Team. Wer die Kapitänsbinde spazierenträgt ist da nicht mal das Entscheidende. Vielmehr: Wer sollen die Charaktere sein, die dieses – zumal abermals neu zusammengeschusterte und ggf. von Leuten wie Bendtner und Marin beeinflußte – Kollektiv lenken, zähmen, schweißen? Alex Meier, so sehr ich ihn schätze, ist vom Typ her niemand, dem man das zutrauen sollte, Erfahrung hin, Klasse her. Um es erstmal am Kapitänsamt aufzuziehen: Stefan Aigner? Vielleicht, wenn er denn bliebe – und man mit ihm auch sofort verlängern müsste. Marco Russ? Wohl zu oft zu laut und kein sicherer Stammspieler. Bliebe Kevin Trapp, der ist aber Torwart (wenn er bleibt) und somit weit weg vom Geschehen was das Treiben auf dem Feld angeht. Carlos Zambrano? Unklar, wie es mit seiner Kommunikationsfreude (und sportlicher Zukunft) aussieht. Kurzum: Viele kommen weder für das Kapitänsamt noch als Säulen bei interen Schwierigkeiten in Frage. Makoto Hasebe? Mag sein, aber der ist ein Neuer, wird sicher nicht qua Hasebe-Sein ein Standing haben und steigt sowieso erst später im Juli überhaupt ins Training ein.

Viele viele Baustellen. Die nach wie vor größte ist die, mal neue Spieler an Bord zu holen und Verträge mit Leistungsträgern zu verlängern. Kommt da diese Woche mal was?

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Mariniert

Marko Marin, autsch. 5 Millionen Euro soll die Eintracht geboten haben um den offensiven Mittelfeldspieler – bendtneresk leistungslos – von Chelsea zu kaufen. Jener Kopf-nach-unten-dribbler, der den Jugendtrainern der Eintracht vor gut 10 Jahren als zu klein und schmächtig auffiel – in Gladbach dann sein One Year of Fame hatte bevor Hans Meyer – trainergott – ihm den Kopf wusch. Danach gab es ein paar Momente der Glorie und seit geraumer Zeit mehr Tristesse als etwas anderes. Gut, das verbindet marin mit Herrn Bendtner, dem anderen offensiv-trumpf der sge.

Mal abgesehen davon dass ich von Marko Marin nichts halte außer große Erwartungen gen bei maximaler Enttäuschung, wittere ich einen fatalen Transferweg der Eintracht. Große Versprechen, die anderswo gescheitert sind, als Basis des Teams? Pheeeew, zumindest gewagt, jedenfalls für die im Raum stehenden summen.

Im Fall von Marin entlarvt sich jedenfalls die Nachwuchsarbeit des Vereins von selbst. Fortgejagt, anderswo entwickeln lassen, für viele Millionen zurückgekauft. Wann taucht Cent tosun das nächste mal als Gerücht auf?!

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Enttäuschen kann jeder

So so, da stockt der Nicki-Deal offenbar, weil dessen Berater 1,5 Millionen Euro Handgeld – also die Scheine, die der Dänendonner dann noch am Ankunftstag in der Goethestraße verprassen kann – verlangt.

Thomas Schaaf hält Bendtner indes für einen super Spieler. Tja. Ob man je die Wahrheit erfahren wird? Es ist zumindest schwer vorstellbar, dass ein notorisch Ladegehemmter ausgerechnet in einem Untereren-Drittel-Team der Bundesliga seinen Leistungswillen (wieder)entdeckt. In der Theorie geht bekanntlich so ziemlich alles – und die Rahmendaten bei Bendtner/Frankfurt würden passen: Er ist physisch stark, Körpermaße á la Ex-Erstwahl Joselu. Er ist ablösefrei zu haben, wie kaum ein anderer Stürmer, der überhaupt auf dem Markt herumlungert. Er bringt, wenngleich dubiosen Glamour mit – etwas, das man ja durchaus will bei der Eintracht; weniger Graumaus soll es ja sein. Wichtig ist am Ende aber nur der Sport. Und da hat die SGE nicht viel Auswahl. Es muss ein Stürmer verpflichtet werden – Bendtner könnte man bekommen, sollte man auch tun. Alleine schon, um diese Baustelle endlich zu schließen. Denn ein Wagnis wäre jeder Transfer, umso teurer / ablösegebundener er ist, desto sicherer muss er sitzen (siehe Causa Kadlec). Ist Bendtner ein Wagnis? Mit Sicherheit. Ist er ein größeres Risiko als andere potentielle Neuzugänge? Nein, enttäuschen kann jeder.

Um das aber nochmal zu erwähnen: Bendtner/Stürmer ist nicht das einzige Feld, wo etwas geschehen muss. In wenigen Tagen beginnt das Training – und es fehlen vorneweg noch drei, vier qualitativ gute Spieler, damit diese Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann. Stand jetzt kann Klassenerhalt sowieso das einzige Ziel sein, egal ob Heribert Bruchhagen plötzlich – ausgerechnet in dem Moment, wo es eben überhaupt nicht stimmt – von Rang 8 bis 12 erzählt.

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Dänish Dainamo

Ich kann es nicht verhehlen, mich amüsiert das Fußballgeschäft, speziell Eintracht Frankfurt immer wieder. Da ist vor der Weltmeisterschaft die Rede vom Hölzenbein-Scouting in Brasilien, was kurze Zeit später immerhin insofern eingeschränkt würde, als dass man eher nach Spielern der „kleineren Teams“ (die sich als Größere entpuppen) schaue. So oder so: ein WM-Stürmer solle es sein, man schiele durchaus auf einen namenhaften Knippser. Dann, noch bevor die WM-Vorrunde vorbei, Hölzenbein in den Flieger heimwärts eingecheckt ist, reift die einträchtliche Erkenntnis: Nee, von den Jungs – und seien sie auch noch so klein – können wir uns keinen leisten. Also die bahnbrechende Offenbarung, die viele Beobachter (alles böswillige Cassandren, die nix wissen!) im Vorfeld schon unkte: Internationale Turniere sind nicht das Terrain für einen Verein, der keine vier, fünf Millionen Euro für Spieler zahlen kann und Stammspieler Kleingeld-Klauseln in ihre Verträge schreiben lässt.

Also zurück auf 0. Vom WM-Stürmer geht es, wir drehen das Zeitrad zwölf Monate zurück, zu Nicklas Bendtner. Jener Dänen-Dynamo, der sich am Tag häufiger bei Twitter zu Wort meldet als er Atemzüge nimmt, ist wieder dick in der Verlosung. Ein Stürmer, der seit Jahren keine Lust auf Leistung, dafür mehr Energie für Freizeitfrivolitäten zu haben scheint.

Jedoch: Mit 1,94 Meter passt er physisch perfekt ins Anforderungsprofil, das die Eintracht haben sollte. Neun Ligaspiele (164 Minuten) Spielzeit, zwei Tore stehen 2013/2014 zu Buche. Sprich: Kaum gekickt, oft getroffen. Jahrs zuvor, in der Serie A (Italien) ebenfalls neun Spiele (400 Minuten) und null Tore. 2011/2012 liest sich hingegen sehr gut: 29 Spiele (2200 Minuten) und acht Tore sowie fünf Vorlagen.

Da stellt sich dann eben die Glaubensfrage: Wie viel Diva verträgt eine Schulbubentruppe in Frankfurt, in Deutschland? Wie viel Potential, wie viel Wille sportlich – für sich – noch etwas zu reißen, steckt in Bendtner? Ablösefrei zu haben ist er, das ermöglicht auch ein Gehalt, dass ihm vielleicht sogar reichen würde. Es wäre sicher nicht mehr als die Hälfte dessen, was ein durchschnittlicher englischer Klub so zahlt. Aber, wir erinnern uns wieder an letztes Jahr, er soll ja zu Einbußen bereit gewesen sein. Doof nur, dass man ihn damals dann wohl doch abgewimmelt hat, den Nicklas. Ob er das noch weiß, sich daran erinnert? Wahrscheinlich ist das wie bei Patrick Helmes: Man hat mal vorgefühlt, man hat sich lieb, man verspricht sich ganz ganz doll zueinander finden zu wollen – und kickt dann für einen anderen Klub. Nein, diesmal wird das anders – wenn nicht beim Dänen-Dynamo, dann bei … Marko Marin, den die Bild-Zeitung zur SGE dichtet. Geliehen, natürlich 😀

Ein letztes Wort noch zur Weltmeisterschaft 2014: Ein irgendwie lächerliches Turnier. Sollen die Schiedsrichter doch gegen sich selbst antreten. 34 spiele, gut die Hälfte vom Schiedsrichter maßgeblich beeinflusst (siehe Uruguay vs. Italien). Hauptsache man guckt sich ein Mal pro 100 Spiele diesen Torlinien-Mist an, nur blos keinen Videobeweis um Tätlichkeiten/Fouls/Schwalben – also das, was in jedem Spiel vorkommt – zu entlarven! Das ist alles echt lächerlich. Und nun gilt es, den Südamerikanern die Daumen zu halten, die wirken wenigstens leidenschaftlich. Die satten Europäer nehmen ihre Demission so emotionslos hin, als ob der Fuji-Cup verloren gegangen wäre. Nun gut, ich habe ja schon vor dem Turnier gesagt, dass Deutschland Weltmeister wird. Wartet es ab 🙂

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Der weltmeisterliche Krämerladen

Dürfte für Eintracht Frankfurt schwierig werden, einen dieser ominösen „WM-Stürmer“ zu bekommen. Da selbst viele der vermeintlichen Griepen-Teams sich beim Turnier ganz ordentlich aus der Affäre ziehen, klettern auch bei jenen Nationalitäten die Preise in die Höhe, bei denen man vielleicht auf einen preisgünstigen Deal hätte hoffen können. Das gilt für Startelf- und Einwechselspieler der Teams, etwa Costa Rica, aber selbst die, die nicht auflaufen / aufgelaufen sind, werden Begehrlichkeiten wecken. Nach dem Motto: Der wird schon was können, die anderen können ja offensichtlich auch was.

Ein Name fiel vor wenigen Tagen bereits: Enner Valencia, Stürmer aus Ecuador und Torschütze zum 1:0 im Spiel gegen die Schweiz. In der zweiten Partie Ecuadors traf er gar doppelt, spielte weitaus besser als etwa der stets hochgeblobte Antonio Valencia (Manchester United). Damit ist die Chance, dass er nach Frankfurt kommt, nicht vorhanden. Immerhin spielt er (seit Anfang 2014) in Mexikos erster Liga; einer Liga, wo hohe Gehälter gezahlt werden. Sofiane Feghouli (Marktwert: 12 Mio. Euro), späterer Torschütze für Algerien, wurde schon vor Turnierstart mal hineingerüchtet, als sich der Hessische Rundfunk durch die Kader klickte; auch bei Ghana meinten die Autoren des Senders zwei Kandidaten entdeckt zu haben.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es sind Spieler der süd- und mittelamerikanischen Teams, die den starken Eindruck machen. Gelänge es, dort einen Stürmer nach Frankfurt zu lotsen, wäre einem für den Moment die Angst etwas genommen. Hingegen wäre es Stand jetzt fast ein Treppenwitz, etwa an Offensiven etwa aus Griechenland, Honduras, Iran oder Japan zu baggern. Wobei: Die (Süd- und Mittel-)Amerikaner haben vieles, aber in puncto Größe / Physis / Robustheit – also den Attributen, die Eintracht Frankfurt an einen Stürmer anlegen muss, weil man den schmächtigen Typen mit V. Kadlec bereits im Kader hat – passen viele nicht ins Profi. So etwa auch Enner Valencia, der 1,79 Meter misst. Zum Vergleich: A-Lösung Joselu kommt auf eine Länge von 1,91 Meter.

Welcher „WM-Stürmer“ eines kleineren Verbands, unabhängig ob eingesetzt oder nicht, erfüllt denn die o.g. grundsätzlichen Attribute? Eine Auswahl:

Islam Slimani (Algerien, 1,88 Meter, 26 Jahre, spielt bei Sportling Lissabon, Marktwert: 2 Mio. Euro, 2013 Algeriens Spieler des Jahres)

Abel Hernandez (Uruguay, 1,86 Meter, 23 Jahre, US Palermo, Marktwert: 5 Mio. Euro)

Shin-Wook Kim (Südkorea, 1,96 Meter, 26 Jahre, koreanische Liga, Marktwert: 1,7 Mio. Euro)

Uche Nwofor (Nigeria, 1,83 Meter, 22 Jahre, ablösefrei von VVV Venlo, Marktwert: 900 000 Euro)

Jaime Ayovi (Ecuador, 1,83 Meter, 26 Jahre, mexikanische Liga, Martkwert: 1,5 Mio. Euro)

Aron Johannsson (USA, 1,84 Meter, 23 Jahre, AZ Alkmaar, Martkwert: 4 Mio. Euro)

Vincent Aboubakar (Kamerun, 1,82 Meter, Lorient, Marktwert: 4 Mio. Euro)

Adam Taggart (Australien, 1,83 Meter, 21 Jahre, australische Liga)

Dazu gesellt sich eine ganze Reihe Offensiver, die zwar bezahlbar scheinen, jedoch gerade in puncto Körpergröße / zentrale Stürmerposition eigentlich nicht in Frage kommen. Beispiele:

Marco Urena (Costa Rica, 1,79 Meter, 24 Jahre, Krasnodar, Martkwert: 500 000 Euro)

Riyad Mahrez (Algerien, 1,78 Meter, spielt in Leicester City, Martkwert: 1,25 Mio Euro)

Soudani (Algerien, 1,82 Meter, Zagbreb, Marktwert: 4 Mio. Euro)

Benjamin Moukandjo (Kamerun, 1,80 Meter, AS Nancy, Martkwert: 1,5 Mio- Euro)

Alireza Jahanbakhsh (Iran, 1,80 Meter, 22 Jahre, NEC Nimjegen, Marktwert: 1,2 Mio. Euro)

An Namen, Zahlen und Theorien mangelt es nicht. Die Tauglichkeitsfrage ist entscheidend – es geht schließlich darum, einen Stürmer zu finden, der etwas drauf hat; ob er WM gespielt hat oder nicht, ist dabei völlig unbedeutend. Ein Mutmacher: Sollte an Enner Valencia je etwas dran gewesen sein, sollte die Eintracht ihn wirklich auf dem Schirm gehabt haben (die Physis mal außen vor gelassen), hätte man einen sehr Guten auf dem Zettel gehabt. Einer, der aus SGE-Sicht dann quasi zum falschen Zeitpunkt explodiert ist. Aber es würde zumindest zeigen, dass man derzeit nicht völlig blind durch die Kicker-Sonderhefte blättert …

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Schaufensterpuppen

Vor und auch nach der abgelaufenen Saison rühmte man sich bei Eintracht Frankfurt damit, einen breiten Kader zu haben. Einen, der es möglich machte, die Widrigkeiten einer Grusel-Saison abzufedern, schlußendlich die Klasse zu halten. Man verwies darauf, dass Stützen wie Sebastian Rode und Pirmin Schwegler langfristig doch recht problemlos ersetzt werden konnten; breiter Kader eben.

Wenige Wochen später droht Eintracht Frankfurt zum Trainingsauftakt (noch zwei Wochen, liebe Leser!) weder Spitze noch Breite zu besitzen. Der schon zigfach durchexerzierte Verlust von einem halben Dutzend Stammspielern (bis zum jetzigen Zeitpunkt) ist der bereits ebenso oft festgestellte Qualitäts(Spitzen-)Verlust. Da Herbiert Bruchhagen nun das verkündet, was in diesem Blog bereits vor drei Wochen vorausgesagt worden ist, dass also Jan Rosenthal und Stephan Schröck (wohl Kaiserslautern, wer sonst?) verkauft werden sollen, ist klar, dass die SGE-Sommerschluss-Verkaufswochen weitergehen.

Nicht, dass die beiden genannten Spieler Bäume ausgerissen, das Team nach vorne gebracht hätten. Sie haben, gerade in Bezug auf Rosenthal, vor allem unglückliche Auftritte hingelegt, Hin und wieder blitzte auf, dass sie Verstärkungen sind, hätten sein können – etwa Rosenthals Auftritt gegen Stuttgart mit dem überlebenswichtigen Tor oder Schröcks Spiel gegen Bayern München in der Hinrunde. Alles in allem war das aber zu wenig, ein Verkauf wäre im Prinzip sinnvoll. Im Prinzip – denn es wird, wir sind wieder beim Thema Trainingsstart und Trainingslager (ab 6. Juli), Zeit für Neuverpflichtungen. Die in meinen Augen fehlende Qualität pragere ich ja schon seit Wochen an, zumal Chandler und Hasebe ja erst ab Ende Juli überhaupt ins Training, ins Team einsteigen werden. Wenn jetzt noch die Breite flöten geht, der Trainingsbetrieb also vielleicht mit 15,16 Feldspielern aufgenommen bzw. mit quasi schon verkauftem Füllmaterial aufgeblasen wird, steht einer schlimmen Saison ja wenig entgegen … Meine lieben Leute, mein Gefühl wird immer mulmiger. Nicht, weil ich jedem Ergänzungsspieler anhänge und allen nachtrauere, die nicht wirklich überzeugen konnte in den letzten Monaten, sondern weil es zu viele Baustellen gibt in diesem Verein/diesem Team. Das Thema Führungsspieler, Anführer, Hierachie, haben wir ja noch nicht mal angekratzt. Da droht ein spycher´eskes Vakuum – und das hatte langfristig schonmal böse Folgen.

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Deutschland vs. Holland (mit Lufthansa)

Während also die Lufthansa für die kommenden fünf Jahre je eine Million Euro in die Eintracht pumpt, der Lizenzspieler-Etat um weitere zwei auf 34 Millionen Euro angehoben wird, der Name eines Ecuador-Stürmers über den Atlantik gerüchtet wird und somit dem Klassenerhalt 2015 so gut wie nichts mehr im Weg steht, schaut unsereiner sich die Weltmeisterschaft interessiert und konsterniert an.

Interessiert und konsterniert deshalb, weil Deutschland völlig problemlos den Titel gewinnen wird. Zum einen, weil sie bis dato den mit Abstand überzeugensten Auftritt hingelegt haben, zum anderen, weil alle anderen Nationen völlig außer Form zu sein scheinen. Was wurden die Holländer vom Mob abgefeiert nach ihrem scheinbaren Husarenritt gegen Spanien (Agieren die nach der Entschlüsselung des ballbesitz-Fußballs hilflos!!), es wurden van-Persie-Fotos ins Internet geladen, Robben in den Himmel gehoben – und dann kam der Australier und spielt’s Tulpen-Team non chalant an die Wand; dann fiel eben das 2:3, nachdem der Aussie das 3:2 fahrlässig liegen ließ (wie schon zuvor ein früheres 2:1) – eine ebenso glückliche Wendung für Holland, wie Brasilien sich den Dreier gegen Kroatien erschwalbt hatte. Nun gut, Ergebnisfußball ist ja genau mein Ding, also feiere ich den Niederländer jetzt. Trotzdem wird er gegen Deutschland, sofern man irgendwann im Turnier – also späääät, also unerreichbar für die in Orange oder Blau – mal aufeinander träfe, keinen Stich machen.

Frage: Wo sind die ganzen großen Fußballnationen hin, dieser Tage? Das Turnier, so ansehenlich wie es bislang auch verläuft, offenbart enorme, fast schon grundlegende Defizite gerade bei den vermeintlichen Geheimfavoriten oder der „zweiten Top-Kategorie“ hinter den Titelaspiranten, etwa Belgien, Portugal, Uruguay, Schweiz, Ghana (von den anderen afrikanischen Teams ganz zu schweigen). Nervostität? Angesichts der Gegner, den die Genannten am ersten Spieltag zu spielen hatten, kann man sich das kaum vorstellen. Da geht vieles nur (noch) über die individuelle Klasse eines Einzelnen, von Spielfluss – wie auch bei Brasilien etwa – ist da so gut wie nichts zu sehen. Spanien muss man gar nicht sprechen, das war ebenso blutleer Von daher läuft alles auf Deutschland hinaus, bei denen Qualität der Einzelspieler sowie kollektive Leistung, Herangehensweise, Formation und Zusammenspiel sofort geklappt haben. Und eben der Holländer, der immerhin nach dem duselig erzielten 3:2 den Gang nochmal fand und 20 Minuten besser spielte als 70 Minuten zuvor. Deutschland vs. Holland – da weiß ich ja gar nicht, für wen ich weniger sein soll 😉

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