Geschafft

Während die nachrichtlich mauen Sommerpausen- und Pfingsttage dazu genutzt werden, Joselu zum Ex-Verein Real Madrid (für 12 Mio soll es eine Rückkaufoption von Hoppenheim geben) zu dichten, leckt sich manch Amateurkicker die Wunden einer elend langen und nervenaufreibenden Saison.

Das Ende zuerst: Tabellenposition 11. (von 17) ist es geworden. 28 Punkte, einer mehr also als der Hamburger SV, wurden geholt. Das groteskte Torverhältnis von -86 (129 Gegentore) verdankt man der Tatsache, dass man 31 von 32 Spiele ohne gelernten Torhüter absolvierte. Neun verschiedene Feldspieler verdingten sich im Kasten. Vor allem ist das deshalb bemerkenswert, weil zwischen August 2013 und Juni 2014, sprich: der ganzen Saison, überhaupt nur noch 16 Spieler (darunter kein Torhüter) im Verein waren. Der Jüngste 25, der Älteste 61, die meisten Ende 20, Anfang 30. Keine Jugendabteilung mehr als Unterbau, zwei Alte Herren als Notnägel. Mit diesem dürren Personalbesand eine ganze Saison durchzuspielen, nicht aufgrund von zu vielen Spielabsagen (3) aus der Runde genommen werden zu müssen und quasi „best of the rest“ zu werden, ist schon fast herausragend. Überlebenskampf auf eine ganz existenzielle Art und Weise – jeden Samstagabend in der Facebookgruppe des Vereins, wenn dann doch 3,4,5 Spieler absagen mussten. Soll ja im Amateurbereich, in den niedersten Klassen tatsächlich so sein, dass jemand mal bei einer Familienfeier weilt, im Urlaub ist, Wochenenddienst schieben muss. Tja, schon war wieder ein Sonntag angebrochen, da man zu zehnt – abermals: ohne Torhüter –  auf irgendeinem Fußballplatz im Landkreis stand und nur hoffen konnte, dass es nicht zu dicke kommt. Verpuffte häufig sehr schnell, die Hoffnung: 1:13 und 0:14 gegen den späteren Meister und Aufsteiger, viele Klatschen im Bereich 1:6, dafür heroische Siege wie 4:3 gegen den späteren Tabellenletzten oder 3:0, 1:0, 2:1 … . Am Ende also 11., weil man sich den Fußball so zuschauerfreundlich wie möglich als Vorbild auserkor: Wenn schon verlieren, dann soll es wenigstens viele Tore zu sehen geben.

Nun ist Sommerpause. Bis zum 27. Juni, wenn die Vorbereitung beginnt. Ja, richtig gelesen: 27. Juni, das ist in weniger als drei Wochen. Der Kreisligakicker hat also halb so viel „Urlaub“ wie ein Profi. Doch mein 31,5 Jahre alter Körper sagt: Nein, vor Mitte/Ende Juli wird kein Platz mehr betreten. Wochenenden sind schließlich kostbar geworden im Arbeitsleben. Da gibt es dann mehr als Fußball. Kickt ihr eigentlich auch im Verein, liebe Leser?

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Geschafft

  1. Olli

    Joselu hat sich wohl erledigt. Angeblich nach Hannover:

    kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/605866/artikel_transferhammer-joselu-nach-hannover.html

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