Rundgang durch den Krämerladen (III)

Joselu war, wie schon Roger Schmidt als Trainer, das geschmiedete Eintracht-Eisen. Nun hat der Spanier, wie Roger Schmidt, anderswo seinen Sanmartin Mato unter einen Vertrag gesetzt. Der ohnehin winzige Stürmer-Kandidatenkreis schmilzt für die Eintracht damit auf zwei, drei Namen zusammen:

Didier Ya Konan (30), abslösefrei. Der spielt allerdings mit der Elfenbeinküste bei der WM und kann sich dementsprechend lange Zeit lassen, was die Auswahl seines künftigen Arbeitgebers angeht. Die Investoren gepämperte Hertha aus Berlin soll aus der Bundesliga an ihm dran sein sowie einige ausländische Klubs, auch aus der zahlungswilligen Türkei. Stimmt das, ist die Eintracht raus.

Mo Abdellaoue (28), wollte/will unbedingt aus Stuttgart weg – nach Hannover. Die Niedersachsen, die für ihn 2 Millionen Euro zahlen wollten (der VfB verlangte wohl 2,5 Millionen) kauften nun aber Joselu. Die genannten Summen scheinen für die Eintracht auf dem Papier machbar. Ist der Joselu-Deal ein Ausschlusskriterium für H96, auch den Norweger zu verpflichten (das Angebot an Stürmern ist, Dioufs Abgang hin oder her, groß im Team), dürfte die Eintracht Chancen haben.

Sven Schipplock (25) aus Hoppenheim – fällt mit rätselhafter Nerven-Velerzung seit langem aus – , forderte ich bereits vor der vergangenen Saison. Wenn er spielte, traf er in der Regel auch. Wuchtiger, kantiger Spieler, nicht filigran – aber treffsicher. Ist aber neben Modeste und Volland einziger Stürmer der Mannschaft. Kämen noch 1,2 Stürmer nach Hoppenheim, würde er wohl frei werden – dann hätte die Eintracht eventuell Chancen.

Spätestens hier reißt es ab, was das taugliche Sturmpersonal angeht.

Chinedu Obasi und Jan Schlaudraff, allerdings beide eher Außenbahnspieler als Stürmer, könnte man noch auf dem Zettel haben als mögliche, ggf. machbare Transfers. Teemu Pukki, Ex-Schalker und aktuell bei Celtic Glasgow, wird bei Freiburg als möglicher Neuzugang genannt; und der SCF ist ja erfahrungsgemäß eher die Kategorie, mit der sich die Eintracht messen muss. Wäre also ggf. auch machbar.

Luuk de Jong oder Bas Dost, die immer mal wieder in Fan-Foren genannt werden, erscheinen finanziell absolut unrealistisch. Zumal, vor allem bei de Jong, man sich die Frage stellen müsste ob man so einen überhaupt haben würde wollen.

Über Spieler der (wechselwilligen) Kategorie Mario Mandzukic oder Adam Szalai, wahrscheinlich auch Almeida, sollten wir bitte erst gar nicht anfangen nachzudenken. Wenn man nicht mal in der Lage ist, die Ablösen und Gehälter der Gewichtsklasse Joselu zu bezahlen, erübrigt sich jedes Philosophieren darüber, was Spieler einer höheren Qualität kosten.

Realistischer scheinen da schon eher Ladenhüter á la Sandro Wagner, Peniel Mlapa, Thomas Pekhart oder Sebastian Polter. Manchen von denen bekommt ein Interessent sicher für ein paar Groschen plus Schubkarre.

Nur ein krachendes Kaninchen könnte noch im Eintracht-Hut sitzen:

Hugo Almeida (29), Ex-Bremer, nannte ich vor kurzem bereits. Er, der in Thomas Schaafs Amtszeit bei Werder groß wurde, ist ablösefrei zu haben, die Vereinsführung von Besiktas Istanbul scheint sich mit ihm überworfen zu haben. Skyline und Fan-Choreos werden ihm nicht reichen als Gehalt, die Rede ist von 3,5 Millionen Jahresgehalt – das wäre wohl fast drei Mal so viel, wie die aktuellen Bestverdiener im Team erhalten / erhielten. Absolut unrealistische Summe für die SGE; und das könnte man ihr nicht mal vorwerfen.

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Rundgang durch den Krämerladen (III)

  1. Flip

    „Investoren gepämperte Hertha“ 🙂

  2. Herr Schnitzelmann

    Also das vielstimmige Jammern um Joselu kann ich nicht nachvollziehen! Mich hat der nicht überzeugt, ich hätte für den auch nicht mehr als 2 Mio ausgegeben.
    Soll sich Hannover doch über die gut angelegten 5 Mio freuen. Denen geht auch noch die Kohle aus, und dann kommt der nächste Konzernclub, der an uns und Hannover vorbeizieht. Was solls also. Man wird zukünftig nur noch gegen den Abstieg spielen können, da ja DFL und DFB bereits Tür und Tor für die Wirtschaftsclubs geöffnet haben.

    Clubs wie Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Schalke, Hannover, Hamburg und bald auch Red-Bull-Hausen dienen zum einen dazu Mäzenen ein bisschen Fussballmanager-Real zu spielen zum anderen werden Sie von den Konzernen die dahinter stehen dazu benutz, Steuern zu sparen, indem man Gewinne als Sponsoring umwandelt!

    Aber das ist leider das Geschäft mit dem Fussball heute und vor allem zufünftig. Wer keinen Gönner findet oder kein Unternehmen, das finanzkräftig genug ist, sich mit Unsummen ins Geschäft zu stürtzen, der wird über kurz oder lang in den unteren Ligen verschwinden.

    Tradition und Stolz, Fantum und Atmospähre ist leider kein Geld wert!

    • Ich glaube es geht vielen neben der Personalie (hier gilt dasselbe wie bei der trainersuche: alternativen sind rar) um das miese Bild und die Chancenlosigkeit, die Eintracht Frankfurt abgibt bzw hat.

      Es wirkt ja einfach nur lächerlich wenn sich ein Bruno Hübner oder Heribert Bruchhagen hinstellen und von gehaltsvorstellubgen spricht, die weit auseinanderlagen. Denn: man wird sie wohl vor Mai gekannt haben, wenn Joselu – den man ja auch für gutes Geld, wohl weil man von ihm überzeugt war, geliehen hat – der wunschstürmer gewesen wäre. So oder so: es ist erschreckend zu sehen, dass man sich in Frankfurt gegen marktübliche Preise wehrt. Denn seien wir ehrlich: billiger wird man keinen Stürmer bekommen, es sei denn, man holt wieder einen, der dann aber eben auch das bringt, was man von 750 000 Euro ablöse erwarten könnte. Das ist die crux: sie werden in Frankfurt (auch) preise zahlen müssen, wenn sie an eine gewisse Kategorie Spieler / Qualität gelangen wollen. Es wird, zumal bei Sparbrötchen-denke, immer einen geben der darauf keine Rücksicht nimmt. Das ist kein Plädoyer fürs Zahlen von mondpreisen – aber die Chio Chips kosten nunmal 1,99 pro Tüte, weil sie was können, während die Chips von JA 49 Cent kosten und eben nix können.

      • Jermaine Jones Junior

        Ja, aber woher soll das Geld denn kommen? HB wehrt sich gegen strategische Partnerschaften, aber kriegt wegen der Stadionmiete nichts auf die Reihe. Was machen die Herrschaften den ganzen Tag am Riederwald?

      • Herr Schnitzelmann

        Wenn unser Scouting mal etwas fixer wäre und nicht immer warten würde, bis andere Vereine sich bedient haben, dann könnte man auch mal nen Transfer ala Max Kruse stämmen. Den haben die Gladbacher für 2,5 Mio geholt, nicht weil der nix kann oder gar schlechter wäre als ein Joselu, nein, weil man halt etwas auf Zack ist in Gladbach.
        Sowas seh ich bei uns nie oder viel zu selten.
        Ich hoffe, das Schaaf da etwas ändern kann. Aber über kurz oder lang werden wir wie Bochum enden, wenn wir unseren Verein nicht professioneller aufstellen.
        Um Joselu brauchen wir nun wirklich nicht weinen, ich hätte nur sehr ungern gesehen, dass wir für nen unterdurchschnittlichen Stürmer mehr als 2 Mio ausgeben.
        Glück für Hoffenheim, das der zum Ende der Saison bei uns etwas in die Spur gekommen ist. Aber seien wir doch mal ehrlich, wieviel gute Spiele waren da von Joselu letzte Saison zu sehen? Mit sehr viel wohlwollen vielleicht Acht.
        Sollen sich Hoppenhausen und Hannover über den guten Deal freuen und wir können uns ins Fäustchen lachen, dass wir den so einfach aus dem Kader bekommen haben.
        Unter Schaaf kann ich mir durchaus auch vorstellen, dass der Rosenthal wieder aufblüht. Also jetzt schon bange machen, wegen einem Kurzschlusstransfers seitens Hannover, versteh ich überhaupt nicht!

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