Deutschland vs. Holland (mit Lufthansa)

Während also die Lufthansa für die kommenden fünf Jahre je eine Million Euro in die Eintracht pumpt, der Lizenzspieler-Etat um weitere zwei auf 34 Millionen Euro angehoben wird, der Name eines Ecuador-Stürmers über den Atlantik gerüchtet wird und somit dem Klassenerhalt 2015 so gut wie nichts mehr im Weg steht, schaut unsereiner sich die Weltmeisterschaft interessiert und konsterniert an.

Interessiert und konsterniert deshalb, weil Deutschland völlig problemlos den Titel gewinnen wird. Zum einen, weil sie bis dato den mit Abstand überzeugensten Auftritt hingelegt haben, zum anderen, weil alle anderen Nationen völlig außer Form zu sein scheinen. Was wurden die Holländer vom Mob abgefeiert nach ihrem scheinbaren Husarenritt gegen Spanien (Agieren die nach der Entschlüsselung des ballbesitz-Fußballs hilflos!!), es wurden van-Persie-Fotos ins Internet geladen, Robben in den Himmel gehoben – und dann kam der Australier und spielt’s Tulpen-Team non chalant an die Wand; dann fiel eben das 2:3, nachdem der Aussie das 3:2 fahrlässig liegen ließ (wie schon zuvor ein früheres 2:1) – eine ebenso glückliche Wendung für Holland, wie Brasilien sich den Dreier gegen Kroatien erschwalbt hatte. Nun gut, Ergebnisfußball ist ja genau mein Ding, also feiere ich den Niederländer jetzt. Trotzdem wird er gegen Deutschland, sofern man irgendwann im Turnier – also späääät, also unerreichbar für die in Orange oder Blau – mal aufeinander träfe, keinen Stich machen.

Frage: Wo sind die ganzen großen Fußballnationen hin, dieser Tage? Das Turnier, so ansehenlich wie es bislang auch verläuft, offenbart enorme, fast schon grundlegende Defizite gerade bei den vermeintlichen Geheimfavoriten oder der „zweiten Top-Kategorie“ hinter den Titelaspiranten, etwa Belgien, Portugal, Uruguay, Schweiz, Ghana (von den anderen afrikanischen Teams ganz zu schweigen). Nervostität? Angesichts der Gegner, den die Genannten am ersten Spieltag zu spielen hatten, kann man sich das kaum vorstellen. Da geht vieles nur (noch) über die individuelle Klasse eines Einzelnen, von Spielfluss – wie auch bei Brasilien etwa – ist da so gut wie nichts zu sehen. Spanien muss man gar nicht sprechen, das war ebenso blutleer Von daher läuft alles auf Deutschland hinaus, bei denen Qualität der Einzelspieler sowie kollektive Leistung, Herangehensweise, Formation und Zusammenspiel sofort geklappt haben. Und eben der Holländer, der immerhin nach dem duselig erzielten 3:2 den Gang nochmal fand und 20 Minuten besser spielte als 70 Minuten zuvor. Deutschland vs. Holland – da weiß ich ja gar nicht, für wen ich weniger sein soll 😉

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Deutschland vs. Holland (mit Lufthansa)

  1. Jermaine Jones Junior

    Jetzt wartet doch alle mal ab. Immer diese Euphorie nach dem ersten gewonnenen Spiel. Wirklich richtig interessant und aufschlussreich wird es, wie sich Deutschland im Halbfinale schlägt, wenn es überhaupt soweit kommt.

  2. Herr Schnitzelmann

    Du vergisst die Italiener, die müßen nie gut spielen und schon gar nicht überzeugen, um Spiele zu gewinnen.
    Auch Teams wie Mexiko oder Chile haben durchaus zu überzeugen gewusst. Spielstarke Einzelspieler, die im Kollektiv sehr gut harmonieren.
    So einfach wird es also für Deutschland nicht, wie du es hier prognostizierst

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