Schaufensterpuppen

Vor und auch nach der abgelaufenen Saison rühmte man sich bei Eintracht Frankfurt damit, einen breiten Kader zu haben. Einen, der es möglich machte, die Widrigkeiten einer Grusel-Saison abzufedern, schlußendlich die Klasse zu halten. Man verwies darauf, dass Stützen wie Sebastian Rode und Pirmin Schwegler langfristig doch recht problemlos ersetzt werden konnten; breiter Kader eben.

Wenige Wochen später droht Eintracht Frankfurt zum Trainingsauftakt (noch zwei Wochen, liebe Leser!) weder Spitze noch Breite zu besitzen. Der schon zigfach durchexerzierte Verlust von einem halben Dutzend Stammspielern (bis zum jetzigen Zeitpunkt) ist der bereits ebenso oft festgestellte Qualitäts(Spitzen-)Verlust. Da Herbiert Bruchhagen nun das verkündet, was in diesem Blog bereits vor drei Wochen vorausgesagt worden ist, dass also Jan Rosenthal und Stephan Schröck (wohl Kaiserslautern, wer sonst?) verkauft werden sollen, ist klar, dass die SGE-Sommerschluss-Verkaufswochen weitergehen.

Nicht, dass die beiden genannten Spieler Bäume ausgerissen, das Team nach vorne gebracht hätten. Sie haben, gerade in Bezug auf Rosenthal, vor allem unglückliche Auftritte hingelegt, Hin und wieder blitzte auf, dass sie Verstärkungen sind, hätten sein können – etwa Rosenthals Auftritt gegen Stuttgart mit dem überlebenswichtigen Tor oder Schröcks Spiel gegen Bayern München in der Hinrunde. Alles in allem war das aber zu wenig, ein Verkauf wäre im Prinzip sinnvoll. Im Prinzip – denn es wird, wir sind wieder beim Thema Trainingsstart und Trainingslager (ab 6. Juli), Zeit für Neuverpflichtungen. Die in meinen Augen fehlende Qualität pragere ich ja schon seit Wochen an, zumal Chandler und Hasebe ja erst ab Ende Juli überhaupt ins Training, ins Team einsteigen werden. Wenn jetzt noch die Breite flöten geht, der Trainingsbetrieb also vielleicht mit 15,16 Feldspielern aufgenommen bzw. mit quasi schon verkauftem Füllmaterial aufgeblasen wird, steht einer schlimmen Saison ja wenig entgegen … Meine lieben Leute, mein Gefühl wird immer mulmiger. Nicht, weil ich jedem Ergänzungsspieler anhänge und allen nachtrauere, die nicht wirklich überzeugen konnte in den letzten Monaten, sondern weil es zu viele Baustellen gibt in diesem Verein/diesem Team. Das Thema Führungsspieler, Anführer, Hierachie, haben wir ja noch nicht mal angekratzt. Da droht ein spycher´eskes Vakuum – und das hatte langfristig schonmal böse Folgen.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Schaufensterpuppen

  1. Olli

    Haben wir noch Lücken im Team? – Natürlich.
    Haben wir noch Zeit die Dicht zu machen? – Ebenso.

    Was haben wir uns Niedergangszenarien ausgemalt, als Fink oder Schuster gedroht haben. Und? Kurz darauf war Schaaf da, Jung weg und Chandler und Hasebe auf dem Weg. Es ist schon viel gemacht worden und es muss noch einiges getan werden. Wir werden auch ohne Schröck und Rosenthal nächstes Jahr klar kommen. Sie werden Sie nicht in die Wüste schicken, wenn die nicht verzichtbar wären. Die Frage ist dann eher, warum wurden sie geholt!

    Und schau dir mal die Rückrunde bis zum 29. Spieltag an. Kein Rode, so gut wie kein Schwegler, Meier hatte viele Ausfälle und wir haben 20 Punkte bis dahin geholt. Hochgerechnet aufs Jahr fährste mit der Leistung wieder nach Europa.

    Und wir werden auch sicher nicht der einzige Verein sein, der sein Grundgerüst noch nicht vollständig zusammen hat. Ich habe keinen Überblick bei den anderen Vereinen, aber Bremen sollte zum Beispiel noch deutlich löchriger sein. Oder was soll Freiburg sagen? Letzten Sommer komplett kaputt gekauft, auch EL gespielt und am Ende nur 1 Tor hinter uns!

    Die nächste Saison wird nicht einfach, auch weil am Ende viele wichtige Verträge auslaufen. Aber es ist definitiv machbar das zu überstehen. Andere Vereine machen das ganz gut vor. Man muss nur mal den Anspruch anpassen und Perspektiven definieren und danach handeln.

    Aktuell finde ich das noch klagen auf hohem Niveau. Wer weiß, vielleicht wachen Inui und Kadlec unter Schaaf ja auf und schon hätte man eigentlich seine Startelf zusammen. Zugegeben, zumindest bei Inui ist das mehr Wunsch als Realität.

    Ach ja, die (lächerliche) LH Mio. im Jahr: eigentlich muss man jetzt zur Bank gehen, sich 4.5 Mio leihen und das dann über die 5 Jahre damit abzahlen. So könnte man insgesamt zwei ordentliche Spieler an Land ziehen. Ist sicher nicht der Bruchhagen-Style. Ökonomisch aber sicherlich sinnvoll.

  2. Wann immer ich Deine Einträge lese. würde ich gerne widersprechen, aber auch hier ist es leider wieder die traurige Wahrheit.

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