Auf der Tage

Herrje, was die Welt über dieses Foul an Neymar wimmert. Nie Kreisliga gekickt, die ganzen Kommentatoren (ich rede von Experten, Bloggern, Fans, allen – nicht explizit TV-Kommentatoren bei Spielen) , die sich jetzt wieder im Deuten der Dinge aalen. Zwischen zwölfter und vierter Liga kommen so Szenen in jedem Spiel ein, zwei Mal vor. Gerne rammt da ein 120-Kilo-Mensch einen 65-Kilo-Dribbler. Wird oft nicht mal als Foul gepfiffen. Dass man sich bei Fouls auch verletzen kann – bisweilen auch schwer, wie eben Neymar – liegt in der Natur der Sache, dass Masse auf Masse prallt, simple Physik. Daraus gleich eine Staatsaffäre zu machen … es ist schlimm für den Spieler, aber um den geht es dabei ja am wenigsten. Es geht um das Event, um Meta-Ebenen wie die Schiedsrichter-Debatte. Wo viel zu gewinnen ist, ist viel zu verlieren. Fußballweltmeisterschaft eben. Da wollen 11 gegen 11 andere gewinnen und tun dafür alles. Das wollen sie doch sehen, die Kommentatoren da draußen. Moderner Gladiatorenkampf und so. Es wird ja auch alles bis zum erbrechen hochgejazt. Dann sollen sie aber bitte auch die Konsequenzen ihrer Erfolgs- und Geldhatz demütig ertragen, die Kommentatoren. Von nichts kommt nichts.

Aber was juckt uns schon Glamourfußball á la Sugarhead? Wir müssen uns damit befassen, was die Niederungen hergeben, was die Frankfurter Einträchtlichen so treiben. Viel ist es nicht in diesen Monaten, das ist wohl wahr. Aber Unrecht tun muss man den SGE´lern auch nicht. Immerhin haben sie das Training begonnen, mit gerupftem und aufgefülltem Kader, okay, aber es passiert etwas. Was Thomas Schaaf so äußert, das klingt irgendwie gut, gelassen, zugleich vermitteln die paar O-Töne die es bislang von ihm gibt, ein Gefühl: Der weiß, was er tut und tun muss. Das ist gut, das beruhigt etwas.

Und auf Funktionärsebene irrwischt man aktuell durch die zweite italienische Fußballliga, um Khouma Babacar zu verpflichten. Sechs Millionen Euro soll der teuer sein, der Stürmer aus dem Senegal. Gehört eigentlich Mario-Gomez-Klub AC Florenz, spielte aber bei einem Verein names FC Modena, 5. der zweiten Italien-Liga. Nunja. Da schießen einem doch gleich wieder der Angstschweiß auf die Stirn. Immerhin: Der Mann ist 1,91 Meter groß und somit physisch ein Typ „Joselu“, würde also von diesen Rahmendaten her passen. Sollte man für Mr. Unbekannt letztlich so ziemlich dieselbe Summe ausgeben müssen wie für die Verpflichtung eines Joselu, den man immerhin schon einschätzen konnte, sind das dann auch wieder so eigene Geschichten. Aber am Ende geht es uns allen ja darum, dass diese Truppe das Bestmögliche – den Klassenerhalt – erreichen kann. Und wenn es ein Khouma Babacar sein sollte, mit dem man das möglich macht, wer wäre ich das zu kritisieren? Einzig die Sache mit dem Glauben steht im Weg.

Indes kicken wir links hinten weiter und wieder mit dem dynamischen Duo Oczipka/Djakpa, ja? Womit wir wieder beim Angstschweiß sind 😉

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Auf der Tage

  1. Olli

    Es ist nicht das Foul an sich warum auch ich mich aufrege. Passiert öfters, aber die Folgen sind normalerweise nicht so gravierend.

    Die Vorgabe der FIFA, doch bitte mit zurückhaltend mit (gelben) Karten umzugehen um Spieler nicht unnötig einer Gelbsperre auszusetzen, kotzt mich an. Damit die Sponsoren ihre Stars präsentieren können. Die gelben Karten werden halt nicht mehr nach der Vorrunde gelöscht, sondern vorm Halbfinale (Lex Ballack). Ach ja, um damit die Sponsoren ihre Stars im Finale können spielen sehen. Die Schiris greifen schon die ganze WM sehr inkosequent bei taktischen Fouls und Karten allgemein durch. Das führte gerade bei Brasilien : Kolumbien zu einem sehr unschönen Getrete. Mit dem beschriebenen Ende bei Neymar.

    Auch sehr spektakulär: die FIFA beschwert sich über besoffene randalierende Fans in den Stadien. Eigentlich gibts seit 2003 in Brasilien ein Alk-Verbot in Stadien. Die FIFA hat durchgesetzt, dass das für die WM aufgehoben wird. Sponsor: Anheimer Bush irgendwas (Budweiser, Hasseröder, Jupiler, …). Die Spieler wurde aufgefordert ihre Beats Kopfhörer nicht zu tragen. SONY hat kostenlos seine Modelle zur Verfügung gestellt. Schon komisch das unsere Jungs mit der Lufthansa anreisen durften (Emirates), nicht mit KIA Bussen reisen müssen oder zum Teil NIKE auf dem Trikot haben dürfen (Adidas).
    Flitzer werden konsequent ausgeblendet aber harte Fouls ein dutzend Mal in der Behandelungspause wiederholt.
    Alles zum Wohle der Sponsoren. Mal will eine sterile weiße Weste haben.

    Wegen dem Fußball? Nein, wegen einem milliarden Dollar Spektakel für das der Fußball mißbraucht wird.

    Ähnliches gillt auch für die Bundesliga. Wer auch in ferner Zukunft noch mitspielen will, muss sich mit/für einem Investor prostituieren. Des Geldes wegen.

    Das ist alles ziemlich aus dem Ruder gelaufen.

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