Eindrücke

Immer wieder voranzustellen, dass Testspiele keine Aussagekraft besitzen, dass sie ein Muster ohne Wert seien – das passiert vor allem dann, wenn die Ergebnisse nicht passen. Eine Beruhigungspille. Eine, die man selbst allzu gerne schluckt. Täte man das nicht, würden sich die Sorgenfalten immer tiefer in die Stirn furchen.

Die Wirkung der Pille lässt allerdings zunehmend nach. Wegen den Resultaten, vielmehr aber wegen der immer wieder und von verschiedenen Beobachtern geschilderten Eindrücke des Teams, der Spieler. Martin Lanig und Takashi Inui gelten derzeit als die Formstärksten, beide Innenverteidiger – Zambrano wie Bamba – sollen schwimmen, lediglich jener Lucas Piazon scheine im Aufbau Schwung ins Spiel zu bringen, Hasebe zeige offensiv ein paar passable Ansätze, defensiv sei das hingegen auch zu wenig. Alex Meier habe Probleme mit den neuen Laufwegen und finde seine Rolle nicht, Stefan Aigner fehle die Bindung zum Spiel, Vaclav Kadlec mache eine schlechte fenineske Figur und die Außenverteidiger hätten ihre liebe Mühe und Not mit Stellungs- wie Aufbauspiel. Neben der Frage, was Timothy Chandler und Johannes Flum eigentlich machen, beschäftigen diese Einzelbewertungen – übereinstimmend stammend von Redakteuren der FAZ und der Frankfurter Rundschau – mich als SGE-Fan.

2:4 gegen Genua, ei jo, das ist trüb aber nicht furchtbar. Dass sich so gar keine positive Entwicklungskurve abzuzeichnen scheint, dass selbst die Leistungsträger und qualitativ besten Spieler im Team offenbar hintendran sind, kann einen jedoch nicht kalt lassen. Vorbereitung, Testspiele hin oder her. Es geht auch nicht um ein Erfolgserlebnis, um ein 3:0 gegen einen italienischen Drittligisten oder so. Es geht darum, dass die Verbindungen, die Struktur, das Zusammenspiel und das gegenseitige Verständnis auf dem Platz sich verbessern. Derzeit scheint es, als habe man die typische Schaaf-Defensive, die für zwei, drei Gegentore pro Spiel locker zu haben ist – gepaart mit einer Offensive, die sich sogar für einen einzigen Ehrentreffer müht. In weniger als drei Wochen geht es um die ersten drei (Anti-Abstiegs)Punkte in der Bundesliga. Davor steht das DFB-Pokalspiel an. In diesen Tagen hält man sich für den Sponsor und ein paar pro-forma-Trainingseinheiten in Italien auf – hoffentlich ist das keine verschenkte Zeit. Denn wenn es eines gibt, was die Eintracht nicht mehr hat, dann Zeit.

Das ganze Gebabbel von Geduld und Vertrauen, das haben die hohen Herren über- und überstrapaziert. Es gilt, bald faktisch etwas zu zeigen, zu liefern, wie es so ausgelutscht heißt. Abwarten ist nämlich keine Option, eben weil es diesmal schon bis Herbst 2014 um die Punkte gegen direkte Konkurrenten geht, die man im Mai 2015 haben wird müssen. 20 Punkte bis Dezember – ein noch so engagierter Trainer Thomas Schaaf alleine wird das nicht wuppen können.

Advertisements

4 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge

4 Antworten zu “Eindrücke

  1. ich

    Oje, schon wieder das Gezittere, die Panikmache. Es ist nicht ein einziges Pflichtspiel gespielt worden, schon wird gemault.
    Gemault wurde schon, als die Spieler nicht kamen, es wurde von einem buli-UNtauglichen Kader geschwätzt. Jetzt passen die Ergebnisse bei einer Mannschaft, die einen neuen Trainer, eine neue Grundorientierung und viele neue Spieler hat, nicht…

    Wie im Kindergarten, von Geduld keine Spur.

    • Ich frage mich nur, wie lange und wie oft man sich noch in Geduld üben soll. Und mit was alles. Das Gebabbel von Vertrauen und Geduld hat doch nun wirklich keine Glaubwürdigkeit mehr. Diese Mannschaft, dieser Verein ist jetzt zum x-ten Mal umgeschmissen worden, die Jugendarbeit etwa ist seit zehn Jahren trotz aller warmen Worte nicht vorangekommen.

      Hier will doch nun wahrlich keiner Meisterschaft und Europa als Ziel ausrufen, Status quo ist doch schon lange Konsens, aber mich würde mal interessieren, wer einen Plan hinter den Handlungen in Frankfurt erkennt. Was etwa aus „junge, (deutsche) Spieler aus der Region“ geworden ist, und wie schnell man das Gewäsch von gestern wegwischen kann, hat die FR ja heute via Hübner geschildert:

      http://www.fr-online.de/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-abkehr-vom-einstigen-credo,1473446,28049448,view,asFirstTeaser.html

  2. Jermaine Jones Junior

    Neuer Trainer, neue Taktik, viele neue Spieler. Ich versteh die Panik nicht. Oder wie würde Louis van Gaal sagen: „Ich bin ein Prozess-Trainer“.
    Selbst Guordiola musste Ribery und Co. erstmal seine Version von Tiki-Taka erklären. Aber Ribery und Co. wären nicht so gute Fußballer, wenn sie Fußball nicht schnell „verstehen“ (Zitat Amanatidis) würden. Viel hängt also vom fußballerischen Auffassungsvermögen ab. Was mich aber an meinem eigenen theoretischen Geschwätz irritiert, ist, warum Rosenthal und Flum demnach kaum auftrumpfen? Sie müssten eigentlich aufgrund ihrer Intelligenz das neue System schneller begreifen als die meisten anderen.

    Auf jeden Fall ist es jetzt sehr spät, ich bin ziemlich müde und in meinem Bett wartet eine schöne Frau auf mich. Gute Nacht!

  3. Finden wir uns doch damit ab. Es wird sehr, sehr, sehr , sehr eng…wieder mal.

Diskussion

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s