Das Fragezeichen

Es ist nicht mal ein Spitzenteam, sondern ein Aufsteiger in die dritte italienische Liga gewesen, den Eintracht Frankfurt da mit 3:2 im Testspiel niedergerungen hat. Zwei Eigentore und ein Torwartpatzer reichten zu drei SGE-Toren, eines von einem Frankfurter namens David Kinsombi erzielt. Innenverteidiger, eigentlich für die U23 (*höhö) verpflichtet.

Nein, hier wird kein kalter Kaffee aufgebrüht. Hier verleihe ich schlicht meiner Sorge Ausdruck, dass der Verein meines Herzens – wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel, vom Bundesligastart ganz zu schweigen – nicht in Form, nichts ins Rollen komm, kein Testspiel souverän betritten hat. Liegt das daran, dass die Gegner in dieser Vorbereitung besser sind als sie im vergangenen Jahr unter Armin Veh waren? Da schien ja vieles mühlos, der darauf folgende Saisonverlauf (allerdings inklusive Europa-Belastung und unterbrochener Trainingstakt) war jedoch alles, nur nicht mühelos. Die Indizien deuten allerdings nicht auf eine höhere Qualität der Testspielgegner hin. Bei der 2:5-Klatsche gegen Waldhof Mannheim konnte man zur Gewissensberuhigung noch deren Vorbereitungs-Vorsprung herausstellen. Beim 1:0 Erfolg gegen Sandhausen, die auch zwei Wochen weiter waren, ging das auch noch ein Stück weit. Die Kellnerauswahl aus Norddeutschlang kann man getrost hintenrunter fallen lassen. Aber spätestens in Bezug auf mittelmäßige russische Erstligisten, ein drei Wochen in der Vorbereitung zurückhängendes Team aus Genau sowie einem Drittliga-Aufsteiger in Italien bröselt die Argumentation. Da ist wohl eher kein Gegner stärker, man selbst ist nur wesentlich schwächer. Klar liegt das am personellen Umbruch, am neuen System, den neuen taktischen Marschrouten. Wie alles im Leben, hat auch diese Entwicklung Gründe. Aber Hand aufs Herz: Wen beruhigt es, die Gründe zu kennen? Verlieren tut dadurch nicht weniger weh, die verpassten Punkte minimieren sich dadurch nicht. Was hingegen immer weiter gedeiht, ist die Ahnung, dass man (zumindest zum Ligastart) Niederlagen kaum vermeiden wird können.

Ja, ich habe die Hoffnung, dass Trainer Thomas Schaaf etwas bewirken kann. Ja, ich lasse ihn arbeiten, seine Idee umsetzen. Nur gibt es realistisch betrachtet keinen Ansatzpunkt, der über Hoffnung hinausgeht – und das ist für mich, der ich in meiner Haut stecke, zu wenig. Es wäre jedenfalls beruhigend zu sehen, dass mehr als zwei, drei Spieler (Inui, Lanig, Piaszon) gute Form haben sollen und das Spielsystem, die Marschroute jetzt, zwei Wochen vor dem Kampf um die ersten Ligapunkte, nicht mehr Fragezeichen in den Augen der meisten Spieler reflektieren lässt.

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Das Fragezeichen

  1. Jermaine Jones Junior

    Ich vermute, dass es noch bis zur Winterpause andauern wird, bis der Kader sich eingespielt hat.
    Bei den Bayern unter van Gaal hat es in etwa genauso lang gedauert.

    Mittlerweile gehe ich immer mehr von der folgenden Aufstellung aus:

    —————————-Trapp
    Chandler——-Zambrano——Anderson—–Cjakpa
    ——————Lanig———–Hasebe—————–
    Aigner——————–Inui——————–Piazon
    ————————-Seferovic————————

    Bank: u.a. Meier, Russ, Madlung, Kadlec

    Wer hätte das gedacht!

    • Schnippisch antworte ich mal wie folgt: Als ob man es sich leisten könnte, 17 Spiele vor sich hin zu gurken. Diesmal ist halt gerade die Hinrunde maßgeblich, die Heimspiele gegen potentielle direkte Abstiegskonkurrenten. Da ist nix mit Parole „hinten raus holen wir die Punkte“. Diesmal sollten die besser auf den Punkt funktionieren m egal mit welchem Personal.

  2. ich

    Oje, Björn, du hast nicht ernsthaft die letztjährige Vorbereitung mit der heutigen verglichen?
    Da gingen wir in die dritte Saison mit dem gleichen Trainer, dem gleichen System und der Stamm war saisonübergreifend unverändert. Das ist mit der Situation in diesem Sommer nicht vergleichbar.

    • Ich vergleiche das nicht. Und wenn, wäre es ja eher eine Bestätigung für die Irrelevanz der Testspielergebnsisse: Lockere Siege = schwache Saison. Fakt ist aber auch, dass die meisten Beobachter schildern, dass es bei EF derzeit alles andere als gut aussieht, spielerisch. Ich hielte es für höchst ignorant, die Eindrücke derer, die wirklich nah dran sind und nicht nur spekulieren, hoffen und träumen, nicht ernst zu nehmen.

  3. Olli

    Ich mache mir keine Sorgen um die Eintracht. Bin am Dienstag Abend S-Bahn von Dortmund nach Essen gefahren. Jede Menge blaues Pack drin (Bochum & Schalke). Einer Diskussion zufolge, der man folgen musste, werden die letzten drei ganz sicher Köln, Paderborn und HSV werden. Irgendwie sind auch alle anderen Namen gefallen: Hertha, Bremen, VFB, Hannover, Freiburg, Mainz, Augsburg … Habe mich dann beim Ausseigen brav bedankt, dass sie meine SGE da nicht mit reinziehen wollen 🙂

  4. Wie sagt man so schön, man kann auch einen Abstieg erklären. Nützt trotzdem nichts. Ich hoffe weiterhin auf die positive Überraschung.

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