Der Trappitano

Selbst jene, die die Schließung meines Blogs verlangen, können mir nicht vorwerfen ein Gegner von Torwart Kevin Trapp zu sein. Der Wächter hat sportlich, auch vom Typ her schon einiges drauf. Sympathieträger ist er sicherlich auch. Ob es allerdings eine gute Idee von Trainer Thomas Schaaf ist, ihn zum Kapitän zu ernennen … Persönlich halte ich nichts davon, einem Torwart die Binde um den Arm zu hängen. Er ist zu weit weg vom maßgeblichen Geschehen, ergibt sich schon durch die Distanz zu allen Spielzügen. Nicht umsonst bezeichnet man Torhüter oft als Einzelkämpfer im Mannschaftssport Fußball. Plus: Ein Torwart hat per se die Autorität, ist Chef der Abwehrkette. Zwischen ihm und den direkten Vorderleuten muss es die Kommunikation, muss es das Verständnis geben – und dafür braucht es die Kapitänsbinde nicht.

Mir persönlich wäre wohler, wenn ein Feldspieler – und ja, Alex Meier hätte es persönlich dicke verdient – die ordnende Figur im Team wäre. Es geht ja schließlich selbst nach Aussagen der Trainer darum, der verlängerte Arm, der Anweisungs-Empfänger des Coaches zu sein. Da ist ein Keeper der denkbar schlechteste Ansprechpartner, die denkbar ungünstigste Wahl. Man könnte ihn zwar ansprechen (lassen, Stichwort Coaching Zone), doch könnte er nur bei Ecken für den Gegner mal ein paar Takte an den Rest richten – das ist für einen Feldspieler wesentlich leichter.

Jetzt mag man sagen, dass – zumal im Profigeschäft – so ein Amt keinen tieferen Sinn hat, nicht den Unterschied macht, eher Symbolik ist. Damit läge man wahrscheinlich nicht mal falsch. Aber so ganz wert- und sinnlos ist es dann eben doch nicht.

Nun gut, die Saison von Eintracht Frankfurt wird mit der Kapitänswahl nicht stehen, nicht fallen. Gegen Victoria Berlin sollten es schon drei, vier, fünf Buden auf der Habenseite sein. Wenn es am Ende nur eines mehr ist als der Gegner, gut, dann ist der Effekt (Weiterkommen) derselbe. Reicht mir auch. Im Prinzip bin ich ohnehin schon längst und ausschließlich fokusiert auf den Bundesligastart gegen Freiburg – da wird sich weisen, bzw. da wird der Finger in die Richtung zeigen, was die Umstrukturierung bringt, die Vorbereitung gebracht hat. Danach gibt´s aber noch 99 weitere Punkte zu holen, um die 36 Zähler zu erreichen, die Eintracht Frankfurt benötigen wird für den Klassenerhalt. Und Kevin Trapp wird, Kapitän hin oder her, als Torwart den einen oder anderen dieser 36 festhalten müssen.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Der Trappitano

  1. Jermaine Jones Junior

    Ich lach mich ins Fäustchen. Sieht der Musterverein endlich auch mal wie es (nicht) geht.

    Zur Kapitänsfrage: Mein Gefühl sagt, dass Heribert Bruchhagen ein strategisches Wörtchen mitgespielt hat. Vor allen Dingen was die Vertragsverlängerung an geht. Wobei das ja bei Jung und Schwegler ja nicht so recht geklappt hat.

    • Olli

      Wenn das die Strategie ist, dann sollte Aigner die Binde bekommen. Denn Trapp will ja eigentlich bleiben – zumindest verhandeln.

  2. Olli

    Irgendwie ist Mainz keine Pokal-Mannschaft – national und international.

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