Mit viel Mühe und noch mehr Not

Es gibt sie, die Stimmen die Eintracht Frankfurt als Abstiegskandidaten sehen. Vor der Saison, nicht jetzt erst.

Wieso einige diese – von mir nur teilweise geteilte – Ansicht vertreten, konnte man im Heimspiel gegen Mainz 05 erkennen. Wieder mal, ist man geneigt anzufügen. Denn schon die Tatsache, dass es in einem Heimspiel gegen Mainz 05 maximal zu einem Unentschieden gereicht hat, unter Aufgebot aller Kräfte, allen Könnens und allen Glücks, spricht Bände über den Zustand von Eintracht Frankfurt. Den Willen kann man dem Team wahrlich nicht absprechen. Aber das können?

Das Spiel der SGE ist jedenfalls so fehlerbehaftet wie nie zuvor. Rund um die Mittellinie enden bereits die Ansätze von Kombinationen, von Aufbauspiel in des Gegners Füßen. Fehlpass reiht sich an Ballverlust, Ballverlust folgt auf Fehlpass. Von den letzten Pässen in die Spitze ganz zu schweigen. Nicht mal bei 3 auf 3-Situationen kommen diese an. Anstatt diese Basics auf die Reihe zu bekommen, wird sich bei Körpersprache und Co über Schiedsrichter beklagt, lamentiert und jede Entscheidung kommentiert. Es sei dabei, trotz der vielen Foul-Pfiffe gegen die SGE und Kuschelkurs mit Mainz, erinnert ab den zurückgenommenen
Elfmeter, der (diesmal) ein klarerer war, den man hätte pfeifen können.

Dazu gesellt sich ein Flügelspiel, dass der Rede kaum wert ist. Wenn diese mal eingebunden werden, schlägt ein Spieler maximal auf Höhe 16er-Eck – sprich Halbfeld – eine … Art… Flanke in die Mitte. Torgefahr gleich null.

Die Dynamik ist kurioserweise nicht mal das, woran es am meisten mangelt. Es ist die Tatsache, dass zu schnell der Ball verloren bzw wieder hergegeben wird – es ist die pure Hektik im Frankfurter Spiel. Die Crux: Thomas Schaaf hat den Ballbesitz(Fußball), auf dem die halbe Liga zuletzt setzte, abgeschworen. Er impft dem Team eine andere Spielweise ein. Das Resultat, die Resultate sieht man.

Das, was wir Fans in den Minuten 1 bis 40 gesehen haben, ist so ziemlich das Maximum dessen, was Eintracht Frankfurt zu leisten im Stande ist. Mehr geht nicht, schneller können sie nicht, präziser können sie nicht, mehr können sie nicht.

Zweierlei Personelles ist aber kein Zufall: das mit Stefan Aigner (statt des unterirdischen Piazon) Schwung und Wille ins Team kam und das die ersten gefährlichen Standards der Saison von einem 19-jährigen Stepske kommen (müssen).

Die SGE wird große Probleme bekommen in dieser Saison. Noch am wenigsten wegen der Verletzung von Kevin Trapp, sondern wegen der falschen Personalplanung (Aufstellung) wenn sie denn so bleibt. Am hübnerschen Kader selbst kann man ja nix mehr ändern.

Man hat zumindest das Gefühl, allen Leistungssteigerungen zum trotz, dass nur Hasebe weiß, was er tut auf dem Platz. Der hat hohes Niveau. Und Lebensversicherung Meier eben, wobei der sichtbar arbeitet am verstehen des Schaafschen Spiels.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Mit viel Mühe und noch mehr Not

  1. Piotr

    Du triffst ganz gut auch mein eigenes Grundgefühl zu der Sache. Dennoch seh ich die Situation nicht ganz so schwarz wie Dein Beitrag vermuten lässt. Diese Mannschaft wird sich im Laufe der Saison sicher noch ein wenig besser einspielen, so dass das Fehlpassfestival bei jeglichen Offensivaktionen sicherlich weniger werden wird; die planlosen Flanken von irgendwo nach sonstwo sind in der Tat zurzeit ein Ärgernis (ja Jung fehlt). Auch glaube ich, dass neben den von Dir angesprochenen Meier und Hasebe noch einige andere Spieler ein vernünftiges Niveau aufweisen, dass der Eintracht weiterhilft. Dem von dir angesprochenen Aigner traue ich beispielsweise durchaus eine tragende Rolle zu; der braucht nur nach der Verletzung Zeit. Seferovic scheint (nach vorsichtiger Einschätzung eines mir zuvor unbekannten Spielers) auch nicht so schlecht zu sein. Mit etwas Glück und Zeit wird aus Stendera und vielleicht sogar auch Kadlec noch ganz brauchbare Spieler. Natürlich können die zurzeit noch keine Mannschaft entscheidend mittragen. Auch Medojevic hat bei mir (trotz Ampelkarte…lächerlich) einen eher positive Eindruck hinterlassen. Das Problem ist, die notwendige Zeit haben wir nicht……die Kaderplanung wurde ja wieder mal auf den letzten Drücker..überhitzter Markt und so

    • Grau, zugegeben dunkelgrau ist die Farbe, die ich in Bezug auf die Eintracht sehe. Jetzt, wo nach Djakpa und Valdez auch noch Kevin Trapp langfristig ausfällt (3 Monate) und ich die Qualität des Kaders ohnhein für zu mager halte, wird es wirklich eng. Die Hinrunde, zumal die aktuelle Phase ist es, in der die SGE einen Gros der Nichtabstiegs-Punkte holen müsste. Siehe Spielplan. 20, eher 22+ sollten es Ende Dezember schon sein. Das wird, Kampfgeist hin oder her, schwierig wenn es an guten Kickern fehlt. Ja, Aigner wird eine Rolle spielen. Meier sowieso, Hasebe entpuppt sich als guter Neuzugang, ebenso Seferovic. Auf Zambrano ist Verlass. Aber da verließen sie ihn auch schon, meine ich. Zu Medojevic kann man seriös noch nichts sagen; aber mir erscheint es klar, dass die spielerische Not jetzt verbrieft ist. Da ist nichts mehr mit Anfangsphase der Saison, mit abwarten, mit „das wird noch“. Ich glaube, dass wir aktuell so ziemlich das Maximum der Leistungsfähigkeit sehen – und der Trapp-Knüppel wird auch nicht leicht zu verkraften sein, wenngleich ich ihn in dieser Saison noch nicht so formstark sah wie in den Jahren zuvor, ergo Trapp als Keeper sogar noch ersetzbar sein könnte. Nur beim Stichwort Hierachie hab ich nun nochmals mehr Sorge.

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