Monatsarchiv: Oktober 2014

Die falsche Idee

Für Trennschärfe zu sorgen, ist der Vorsatz für heute. Nach abermaliger Lektüre der letzten Beiträge fiel mir auf, dass man als Leser dort etwas missverstehen, zu leicht fehlinterpretieren kann. Und zwar die Meinung zu Trainer Thomas Schaaf.

Schaaf ist in meinen Augen keinesfalls ein neuer Michael Skibbe. Die Tatsache, dass das momentane Eintrachtspiel und die Stimmung rund um das Team so viele Ähnlichkeiten zu jener bleiernen Zeit aufweisen, hat andere Ursachen. Während das Trainerimitat seinerzeit genau das machte – Training imitieren – und der Niedergang nach kurzem Strohfeuer sehr schnell kam, arbeitet Schaaf allen Überlieferungen zufolge wie ein Berserker auf und neben dem Trainingsplatz. Nix mit Käffchen an der Hauptwache oder Feiern in hohen Geschossen von Hochhäusern.

Jedoch: Schaaf kann offenbar arbeiten und erklären, trainieren lassen wie er will, entweder kapieren es die Spieler nicht, haben nicht die Qualität für eine Spielidee wie der Trainer sie artikuliert – oder Schaaf geht von falschen Vorstellungen, von falschen Ansprüchen aus. Der Kader, die Spieler, das kann man nach fast einem Dutzend Pflichtspielen wohl resümieren, taugt nicht für das Erdachte. Takashi Inui ist weder Johann Micoud noch Diego, Haris Seferovic ist kein Claudio Pizarro und Slobodan Medojevic kein Thorsten Frings. Da liegen qualitativ Welten zwischen den Spielern, mit denen Schaaf erfolgreich sein „vorne hui, hinten pfui“-Konzept umsetzte. Das Einzige, das in Frankfurt so aussieht wie beim SV Werder Bremen, ist die Defensive, bzw. das was von ihr übrig ist.

Was also tun? Da das Verletzungspech ist wie es ist, aber es auch mit allen Mann an Bord nicht besser aussah als ohne sie (Zambrano ausgenommen), müssen wir deutlich mehr über das große Ganze sprechen, das ändern, nicht die vielen Kleinigkeiten. Die Misere wird sich nicht dadurch lösen, dass man Bastian Oczipka von seinem Joch befreit und Timothy Chandler als Linksverteidiger aufbietet, die Abwärtsspirale erledigt sich nicht durch Aleksandar Ignovskis Herausnahme bzw. Stellen ins defensive Mittelfeld. Auch Marc Stendera und Stefan Aigner anstelle von Takashi Inui und Lucas Piason sorgen nicht für eine Stabilisierung der Defensive bei gleichzeitiger Belebung der Offensive. Systemisch gilt ähnliches: Raute, 4-2-3-1, 4-1-4-1 oder was auch immer, ist sekundär, tertiär. Es liegt nämlich derat viel im Argen, dass nur eine Rundum-Umstellung etwas bewirken könnte. Das bedeutet, alle oben genannten Wechsel vorzunehmen und vor allem ab sofort ein (!) System zu wählen und das mit den Spielern durchzuziehen, die man vorsieht. Verletzungen kann es immer mal geben, aber das Korsett von 9, 10 Spielern muss stehen. Das Ganze garniert mit einer Spielphilosophie die der Stärke des Kaders entspricht, nicht einer Marschroute, die sich der Trainer ausgedacht hat und auf das Team, das dafür offenbar nicht gemacht, nicht zusammengestellt worden ist, überträgt.

Die These, dass Schaaf nicht die Spieler im Kader hat, die er für seine Idee braucht (Disclaimer: Ein Verein hat den Trainer zu holen, der zum Kader, zur eigenen Vorstellung passt, nicht vice versa), lässt sich recht simpel untermauern: Armin Veh, Schaafs Vorgänger, gilt – das belegen alle seine Trainerstationen und das 5:4 zuletzt gegen die SGE – als Verfechter des Offensivspiels über die Außenbahnen. Das sah man zu seiner Frankfurter Zeit nirgendwo besser als im ersten Bundesligajahr, wo das Angriffsspiel zu 80, 90 Prozent über Stefan Aigner und Takashi Inui lief – abgeschlossen oft genug mit der Hereingabe auf den langen Pfosten, wo einer der beiden sich als Außenstürmer betätigte und das Tor schoss. Die Außenverteidiger schoben ebenfalls stärker vor, gerade Sebastian Jung (VW hab ihn selig) stieß häufig in den gegnerischen Strafraum oder an dessen Grenze zum Flanken schlagen.

Und heute, unter Schaaf? Man weiß noch nicht mal, wo der Schwerpunkt des Offensivspiels liegt. Man weiß nur, dass Alex Meier – der sich stets die Bälle als eine Art Hängende Spitze auch mal Mittelkreis holte und Angriffe einleitete – den Ball nicht mehr schleppen, sich die Kugel nicht mehr für den Spiel(mit)aufbau holen darf. Die Anti-Ballbesitz-Strategie gilt auch für andere, für die Mittelfeldspieler zumal. Querpässe sind ebenso tabu, lange Schläge – nicht mal zwingend diagonal – hingegen ein erlaubtes Mittel. Aber ob jetzt die Zentrale oder die Außen Schwerpunkt der Offensiveröffnung sein sollen, ob gekontert, auf Standards gesetzt werden soll, oder ob es Pressing oder tief stehen sein soll – alles ist unklar. Das Spiel der Eintracht wirkt wie ein Mischmasch aus allem und nichts, als ob jeder Spieler seine individuelle Stärke einzubringen versucht, ausleben soll und man schaut, wohin das auf dem Feld als Team führt.

Angezündet worden ist der Frankfurter Baum bereits, noch weit vor dem 1. Advent. Gibt es nun am Samstag gegen Hannover 96 wieder keinen Sieg, wieder keine spielerische Steigerung, brennt jener Baum, irgendwann im November steht er dann in Flammen. Und irgendwann wird sich diese gefühlte Mixtur aus Gleichgültigkeit und Galgenhumor entladen, in Anfeindungen und Wut wandeln. So eine Entwicklung, so eine (absehbare) Gefahr, hätten wir lange nicht mehr durchzumachen – hoffte ich. Und dann kam diese elende Vorbereitung, diese Saison, dieses Pech und dieses Unvermögen. Spaß macht das nicht, nicht mal im Maßstab eines leiderprobten Eintracht-Fans.

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Vollexperten abgegrätscht

“Wenn so Vollexperten wie ‘Grabi’, der in den 20er-Jahren gespielt hat, den Mund aufreißen, dann interessiert uns das nicht”. Das sagt Marco Russ zu Jürgen Grabowskis Bild-Kolumne, in welcher der SGE-Veteran eine Reihe von Platitüden aufschreibt, die man halt so aufschreibt: Etwas muss passieren. Fühunrgsspieler fehlen, Zweikämpfe müssen gewonnen werden. Der ganze schwammige Kram eben, der sich leicht in einer 20-Zeilen-Randspalte konsumieren lässt, bevor man die Zeitung hinter die Frotnscheibe klemmt. Was Marco Russ sagt, ist korrekt. Jürgen Grabowski, allen Verdiensten zum Trotz, ist ein Fußballrelikt von vor 40 Jahren. Eine Zeit, in der Fußball professionell so dynamisch gespielt wurde, wie heute ambitionierte Teams in der A-Liga kicken. Kurzum: Grabowski redet quasi von einem anderen Sport, wenn er aus seinem Erfahrungshorizont das bewertet, was heute passiert. Deshalb erschöpfen sich die Ratschläge ja auch in besagten Platitüden. So oder so: Dass man mit Tätigkeit der „Generation Ruhmreich“ in Frankfurt nicht vorwärts kommt, sieht man ja seit Jahren am Scouting, deren Chef Bernd Hölzenbein ist. Dass man Fehlgriff um Fehlgriff landet dürfte durchaus damit zusammenhängen, dass ein älterer Mann aus einer anderen Fußballzeit nicht mehr so recht nachkommt beim Fußball 2000+

Womit man wieder über sinnlose Meta-Ebenen diskutiert.

Nachdem einem nun endgültig die Hosen ausgezogen worden sind, ist richtig Druck auf dem Kessel. Das anstehende Spiel gegen Hannover 96 – seinerseits ebenfalls im Pokal ausgeschieden – ist für Eintracht Frankfurt bereits früh in der Saison zum Spiel der Spiele geworden. Alles andere als ein Sieg gegen die Niedersachsen führt zu einer absehbaren Entwicklung, die Anfang Dezember irgendwo zwischen Rang 15 und 18 enden wird. Diese Prognose ist keine Esoterik, beim Blick auf das Novemberprogramm ist es die nüchterne, pragmatische Vorhersage. Dann, im Dezember geht es gegen Werder Bremen und Hertha BSC Berlin, gegen Hoffenheim und Leverkusen. Kramt man den Rechenschieber raus, schielt auf die nötigen 36 Punkte für den Klassenerhalt, müssten im Dezember zwingend sechs, sieben Punkte her. Aus einer Position der Schwäche, der Demoralisierung (Niederlagenserie + Verletzungspech) heraus.

Man kann es sich leicht machen und Verletzte sowie Schiedsrichterentscheidungen diskutieren, also über all das sprechen, was vom Grundproblem ablenkt. Denn auch wenn kein Carlos Zambrano und Constant Djakpa verteidigen, kein Kevin Trapp im Tor stehet, darf Aleksandr Ignovski Zweikämpfe gewinnen, darf Bastian Oczipka ohne Knoten im Bein durch ein Spiel kommen, Slobodan Medojevic einen sauberen Pass über fünf Meter spielen. Diese Eintracht-Mannschaft besteht nicht aus Jugendspielern, die Leistungsschwankungen unterliegen, sondern aus einer Menge gestandener Profi-Kicker. Sie trainieren seit mehr als vier Monaten gemeinsam, im Wettbewerb stehen sie seit drei Monaten. Dass dieses Ensemble so gar nicht zusammenzufinden scheint, dass da im Zusammenspiel eigentlich nichts funktioniert, muss einem genau aufgrund dieser Rahmengegebenheiten Angst machen.

Es geht hier nicht um die Lust am Misserfolg, um ein genüssliches Sich-Auskotzen. Vielmehr lassen sich sportliche Parallelen erkennen zu jener düsteren Zeit unter Michael Skibbe, die in der zweiten Bundesliga endeten. Es ist nie zu früh, zu warnen, schon gar nicht zu früh, gegenzusteuern. Das gilt für die Mannschaft, das gilt für den Trainer, das gilt auch für die Funktionäre. Denn eines ist ganz klar: Glauben, dass es besser wird, ändert nichts an der sportlichen Realität. Den Fehler hat man schonmal gemacht. Wenn Thomas Schaaf seine Vorstellung von Fußball, von System, von Spielidee nicht in den nächsten zwei, drei Wochen umgesetzt bekommt, wenn er diese Dinge vielleicht sogar wider besseren Wissens und gegen die Stärken des Kaders durchdrückt, muss ein Trainerwechsel herbei. Stand jetzt wirkt es jedenfalls so, dass da vieles nicht zusammenpasst – der Fußball, der gespielt wird, wirkt so gesichtslos wie das Team selbst. Und wer Thomas Schaaf am Spielfeldrand beobachtet, wie gezwungen er schaut, wie wild und oft er Anweisungen geben muss, korrigiert, bekommt eine Ahnung davon wie weit weg das Team nach all den Wochen weg ist von dem Zustand, den sich auch Thomas Schaaf erhofft.

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Nackte Tatsachen

Herrschaften, so sieht es dann aus, wenn Zufallsfußball auf Struktufußball trifft. Wenn eine schlechte auf eine gute Mannschaft trifft. Wenn Planlosigkeit gegen Ideenreichtum antritt. Wenn 3 zu 30 Torschüsse abgegeben werden – weil es die einen können, die anderen nicht mal in Tor- in Chancennähe kommen.

Eintracht Frankfurt ist von Borussia Mönchengladbach nach allen Regeln der Kunst abgekocht worden. Unaufgeregt, souverän, abgeklärt, entspannt – einzig in puncto Chancenverwertung mangelhaft. Wäre der letzte Punkt anders gewesen, hätte es zur Halbzeit 0:3, 0:4 stehen müssen. Klappe zu, Affe tot. So, wie bereits gegen den VfB Stuttgart. Die größte, die einzige Stärke der SGE ist die Chancenschludrigkeit der Gegner.

Was bleibt, ist ein vernichtendes Urteil zum Zustand des Teams. Die Viererkette ist ein Witz, Aleksandr Ignovski völlig überfordert, Bastian Oczpika scheitert beim Versuch, möglichst wenig Fehler zu machen. Marco Russ muss indes im Mittelfeld den Spielmacher mimen, Makoto Hasebe verzweifelt an seinen Mitspielern und Slobodan Medojevic – ja, den gibt es auch. Welche Rolle Letzterer einnimmt, ist auch in der x-ten Woche nicht mal zu erahnen. Und vorne? Bemühen, aber keine Abschlüsse, auch, weil dort keine Bälle bis auf das verzweifelte Langholz hinbugsiert werden. Druck aufbauen? Unmöglich. Kontern? Unmöglich. Verteidigen? Unmöglich.

Das Rezept, die Hoffnung von Eintracht Frankfurt? Beten, dass ein Standard auf den Schädel von Alexander Madlung fällt, die Agilität von Stefan Aigner, der ewige Alex Meier und ein erstarkter Bamba Anderson. Damit hat es sich dann auch. Wobei, stimmt nicht: Felix Wiedwald hält trappesk, mindestens. Doof nur, dass damit mehr über den Zustand des Teams gesagt ist als in allen Zeilen zuvor. Fakt ist: Spielerisch geht überhaupt nichts in der Mannschaft, es wird sogar immer schlechter. Gegen Mönchengladbach, das wenigstens ein besserer Gegner ist als alles, was die SGE zuvor zu spielen hatte, wirkte das Spiel – trotz Stendera und Aigner für die Luftpumpen Inui und Piason – genau wie alle anderen. Es lief auch fast genauso ab, irgendwann würgte man dann auch noch ein Tor rein. Und alle so: yeah!

Gut, man soll ja nach vorne blicken. Können wir machen. Da vorne wird es halt noch trüber, noch trister. Abstiegskampf, und man ist so nackt wie selten. Die spielerischen Ähnlichkeiten, weil Einfallslosigkeiten, zur unsäglichen Trainerimitats-Saison sind unübersehbar. Eintracht Frankfurt steckt bereits im Oktober bis zu den Augenbrauen in Problemen. Für jeden ist das zu sehen. Nur die Verantwortlichen, die werden wieder fabulieren über benötigte Zeit, Ruhe, überzogene Ansprüche und all den kirchenmäusischen Weltschmerz, den sie mit ihrem 35-Millionen-Euro-Etat zu ertragen haben.

Der Kaiser hat wirklich keine Kleider. Ob die nächste Folge der Slapstick-Soap am Wochenende folgt?

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Reicht es?

Irgendwie tarben heute gefühlt die meisten Eintracht-Fans zum Pokal-Schafott. Mönchengladbach – das ganze noch ohne Alex Meier – die fiedeln die SGE non chalant ab, souerän mit 2:0, 3:1, irgendsowas. Adé Pokal, adé Aufwärtstrend, hallo Tristesse, hallo Abstiegskampf. Und eben weil man das befürchtet, sich damit vorab arrangiert, wird das heute eine ausgeglichenere, bzw. eine engere Partie als man vor dem Anpfiff denkt. Einfach nur deshalb, dass man sich als Eintracht-Fan nach einem etwaigem Ausscheiden noch richtig schön über die gelassenen Kraftreserven und Nerven im Hinblick auf das eminent wichtige Auswärtsspiel in Hannover aufregen darf. Oder reicht es zum Weiterkommen?

Aber bei 0:0, so viel ist sicher, beginnt auch dieses Spiel. Schauen wir mal, ob es gleich mehr zu sehen gibt als Zufalls- vs. Strukturfußball.

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Die Endlosschleife

Dosiert, das ist mein neues Lieblingswort. Der „Kicker“ zitiert Bruno Hübner mit diesen acht Buchstaben in Bezug auf die Verhandlungen mit Carlos Zambrano. Nach der Verletzung, so klang es auch beim Verteidiger selbst in einem Zitat dieser Tage durch, seien die laufenden Verhandlungen quasi zum Stillstand gekommen. Das ist bemerkenswert. Wann, wenn nicht jetzt – wie auch bei Kevin Trapp, übrigens – könnte, müsste die Eintracht ein Angebot unterbreiten, den Spielern ihren Stellenwert und Vertrauen signalisieren? Dass sie zwei von drei, vier vorhandenen Hoch-Qualitätsspielern im SGE-Kader sind, sollte im Fall der besagten Kicker unstrittig sein. Und ja, Qualität kostet Geld, mitunter viel Geld. Das ist wie im echten Leben. Und wie in eben diesem findet sich stets ein anderer, der die Ware zu bezahlen willens ist. Mit finanziell in der Lage dazu sein hat Profisport seit vielen Jahren schon nichts mehr zutun.

Aber all das führt bereits wieder zur leidlichen Meta-Ebene des Fußballs. Was interessiert all das Zukunftsgebabbel, wenn Eintracht Frankfurt – schon wieder – alle stumpfen Waffen für den Klassenerhalt, und nur für diesen aufbieten kann, aufbieten muss? Die Endlosschleife des Abnutzungskampfes, jährlich grüßt das Murmeltier. Mit 12 Punkten steht das Team aktuell dort, wo es der genügsame Eintracht-Fan zustimmend nickend auch am Saisonende, an Saisonenden akzeptieren würden. Jedoch muss man Punktzahlen auch immer in Bezug setzen auf die bislang gespielten Gegner, das noch ausstehende Programm und den Spielplan der direkten Konkurrenten. Tut man das, erkennt man schnell wie trist der Fußball-November zu werden droht. Wenn man sich in diesen Regen-und-Wind-und-Kälte-Wochen etwas Zählbares herbeiträumen will, dann am ehesten gleich zum Auftakt, am kommenden Wochenende gegen Hannover, in Hannover. Wie das gegen Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund ausgehen wird, wenn der Fußballgott nicht in der Klapse sitzt, lässt sich erahnen. Überraschung hin, Sensaion her, die Mehrzahl der nächsten vier Ligaspiele wird Eintracht Frankfurt nicht gewinnen. Und dann geht es Anfang Dezember zum Kick gegen Werder Bremen, die ihrerseits unabhängig vom Trainerwechsel nicht um zig Punkte an der Eintracht vorbeiziehen werden. Kellerkick wird also vorprogrammiert sein.

Das ist schade. Es war, wie so oft, mehr möglich. Mit zwei Siegen gegen Paderborn und Stuttgart, nun nicht gerade die Formstarken oder gar Elite der Liga, hätte man das Minimal-Soll für die Hinrunde erreicht (18 Punkte), hätte im Idealfall von gewissen Automatismen profitieren und im oberen Drittel überwintern können. Der Traum von 20+ Punkten, er scheint bereits im Oktober ausgeträumt. Man wird angesichts des Trends und des Zufallsfußballs á la SGE mit 12, vielleicht 13 Punkten in den Kellerkick gegen Bremen gehen. Danach gilt es noch ein bislang wöchentlich schwankendes Hertha BSC Berlin sowie Bayer Leverkusen, gegen die zuletzt immer mal zumindest ein Punkt drin war, und das erstarkte Hoffenheim zu spielen. Ist man mal sehr optimistisch, ist ein Kratzen an besagten 20 Punkten bis zum Hinrundenende noch möglich. Dazu müsste aber sehr viel gelingen, müsste aus Zufalls- und Fehlerfußball ein Systemfußball werden – und letzterer müsste überdies gelingen, Verletzte hin oder her.

Und die Pokalpartie am Mittwoch, das kräftezehrende Zubrot? Rückt für mich bei Fragen des Klassenkampfs in den Hintergrund. Mal ein System, Personal einspielen, dass es ab sofort richten soll – und dann gugge, was bei rauskommt. Spielerisch schlecher als in den bisherigen Spielen kann es kaum werden.

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Zeitumstellung

Die Stunden, selbst die Zeitumstellung verrinnen, der Frust ob der zweiten Niederlage in Folge nicht. 8 (!) Gegentore in spielen gegen Paderborn und Stuttgart, Teams, die man im Selbstverständnis bestenfalls auf Augenhöhe sehen darf.

Was kickt Eintracht Frankfurt da eigentlich? Das ist mittlerweile weder ein 4-4-2 noch ein 4-2-3-1 noch eine Raute. Das war in der ersten Halbzeit ein 3-5-2, später ein 3-4-3, zwischendurch ein 4-1-4-1. Und die Herangehensweise, siehe die Torerfolge, war beschränkt auf Standards oder Gewalt. Da geht nix zusammen in diesem Team, bei dieser Feststellung ist man noch nicht mal bei Einzelleistungen (Inui, Piason, Oczipka, Seferovic und der Platzverweis) angekommen.

Nein, der SGE fehlt, wenn Glück und Zufall nicht zur Seite springen, alles um bestehen zu können. Thomas Schaaf mag sich auch im xten Spiel ehrlich über die Masse und klasse der Fehler im Aufbauspiel aufregen – besser wird es offenkundig weder davon noch durch Training.

Beim Blick auf den Spielplan wird es so sein, dass die als Unken geschmähten Leute – siehe FR-Berichterstattung in der Vorbereitung – Recht behalten. Das kann nur für die Fach-Redakteure ein Trost sein, die offenbar weit mehr vom Geschehen verstehen als 99% der Beobachter … und verantwortlichen.

Gute Nacht.

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Hergeschenkte Aufholjagd

Ich habe zwei Texte angefangen, die ich hier veröffentlichen wollte. Stattdessen veröffentliche ich keinen von beiden. Nur so viel: Wer sich an diesem 4:5 hochzieht, auf die Niederlagen der anderen Kellerkinder verweist, sich etwa gut unterhalten fühlte von dem Fehler-Zufalls-Festival im Stadtwald, wer ein Wort zur Schiedsrichterleistung verliert, wer Takashi Inui und Lucas Piason auch im xten Jahr bzw. xten Spiel für Profifußballer hält, liegt mit meiner Sichtweise über Kreuz.

Der Herbst ist kalt geworden und es wird noch trister, Herrschaften. Mal sehen, zu welcher Position zwölf, spekulativ 13 Punkte gereicht haben werden, wenn es am 7. Dezember gegen Werder Bremen geht.

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