Ausbleibende Herbstdepressionen

Seltsame Periode, in der wir aktuell unser Dasein fristen. Anstatt der durch regnerisches und windiges Wetter flankierten anualen sportlichen Herbstdepression, scheint draußen bei 25+ Grad die Sonne, während die Eintracht in der Bundesligatabelle glänzt. Spielerisch tut sie es nicht, aber wen kratzt die Haltungsnote, wenn anstatt 36 „nur“ noch 27 Klassenverbleibs-Punkte gesammelt werden müssen?

Nun gut, der Eintracht-Fan wäre nicht Eintracht-Fan, wenn er nicht bereits wüsste, wenigstens ahnte was nach solchen Worten, nach solchen Gefühlen, nach solchen Höhenflügen für eine Phase folgt.

So oder so: Gegen den FC Köln, daheim im Wäldsche, steht nun – wie so oft in dieser engen, zwischen Rang 5 und 18 ausgeglichenen Bundesliga – ein Weichenstellungsspiel bevor. Würde Frankfurt es gelingen, gegen Köln dreifach zu punkten, befände man sich plötzlich in einer Situation, die zuletzt im Aufstiegsjahr gelang: Man kann als Außenstehener darauf hoffen, dass Mechanismen des Erfolgs, diese scheinbar automatisch zustande kommenden Aufwärtsspiralen, greifen. Dass das Team tatsächlich jenseits der 20-Punkte-Marke liegt in den Tagen vor Weihnachten. Jedoch dürfte das Spiel gegen den Effzeh zu einer Zermübungspartie werden, mehr noch als die Kicks, die der Fan bislang mehr ertragen als genießen konnte.

Köln steht in der Rückwärtsbewegung sicher, nicht erst in der Viererkette, sondern bereits zehn vor dem defensiven Mittelfeld beginnt ein taktisch kluges Verschieben, sie setzen bislang eher auf ein sporadisch eingesetztes, gezieltes Pressing, sie laufen die Gegner ohne den letzten Druck an, stellen aber die einfachen Passwege sicher zu. Da dürfte es für die SGE, wie wir sie seit August gesehen haben, enorm schwierig werden, durchzukommen. Denn es gelingen ja viele einfache Zuspiele schon nicht, von schnellen Kombinationen ganz zu schweigen. Und je nachdem, ob Köln nun doch etwas zielstrebiger auf den Ballführenden und vor allem die Passempfänger geht, könnte mehr als je zuvor der Ballverlust in der Vorwärtsbewegung folgenschwer enden. Man sollte nämlich nicht über den Kölner Sturm juxen – zu oft ist es die Eintracht gewesen, die als dankbarer Gegner um die Ecke kam um solche Flauten zu beenden. Gegen den HSV wäre es ja um ein Haar auch so gewesen, dass man Entwicklungshilfe in Form von einem Punkt überwiesen hätte.

Das Team stellt sich so ziemlich von selbst auf:

Wiedwald, Oczipka, Zambrano, Anderson, Chandler, Hasebe, Medojevic, Aigner, Ignovski, Seferovic, Meier

Ob es nicht vielleicht besser wäre, den defensiv bissigen aber offensiv dünnen Ignovski anstatt Chandler als Rechtsverteidiger, dafür einen offensiven Außenbahnspieler aufzustellen? Takashi Inui bringt wenigstens Dynamik, Tempo, eins-gegen-eins mit; wenn auch nicht mehr als das und vor allem mit einer absurd hohen Fehlerquote. Allerdings könnten auf der Außenbahn diese Bolzen nicht gar so schnell in Kontern münden wie jene Böcke, die er als Zentraloffensiver in den ersten Partien ausgelöst hat. Lucas Piason, allem Freistoß-Hype zum Trotz, sollte besser auf der Bank nehmen. Und dann gibt es ja noch Marco Russ, der – den Fehler gegen Schalke ausgenommen – einen starken Eindruck hinterließ zuletzt. Rückt er doch ins Team? Wohin? Wenn, dann ins defensive Mittelfeld, womit Hasebe auf die Acht rücken würde, weder Chandler oder Inui spielen würden. Oder aber Thomas Schaaf stellt sich einfach selbst auf. Was weiß ich schon.

In diesem Sinne: Hoffen und bangen, liebe Leute, dass die Herbstdepression jetzt und für wenigstens weitere zwei, drei Wochen ausbleibt!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Ausbleibende Herbstdepressionen

  1. Jermaine Jones Junior

    Ich bin gespannt, ob Armin Veh noch Trainer ist, wenn der VfB in 2 Spieltagen zu uns kommt.

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