Gemach gemach

Vergönnt ist dem Eintracht-Fan eine gelassene, positive Grundstimmung all zu selten, wenn man auf die Tabelle, auf die Punktabstände schaut. Von daher gilt es diese Wochen, gerade die kommenden beiden auszukosten. Da kann man auch mal Schalker und Dortmunder necken – wohl wissend, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Großkapital die Tore schießt, die Punkte holt und schwarz-rot überholt. Überraschungen, das wissen wir ja, gibt es auf die Woche, den Monat – nicht auf eine Saison gesehen.

Es sei denn. Ja, was? Es sei denn, die Liga rumpelt sich hinter Bayern und den derzeit spielerisch noch am ehesten konkurrenzfähigen Mönchengladbachern weiter so durch die Spieltage. Sollte es in dieser Saison wirklich so sein, dass es trumpf ist, mühsam zu spielen zu sein, hat die SGE eine Chance im Kampf um die einstelligen Tabellenplätze mitzumischen, eventuell den ganz großen Sensationslust-Satz auf Rang 6 zu schaffen.

Denn: Das Gröbste ist überstanden, mit vielen Punkten, mit einem Drittel des Saisonpunkteziels. Die harten Gegner, die top-Teams muss man zwar erst noch spielen – aber die Phase der Ungewissheit, des nicht-Zitrauens ist vorbei, eindrucksvoll effizient vorbeigezogen. Ohne in emotionsschwangere Euphorie lässt sich sagen, dass Eintracht Frankfurt es schaffen könnte zumindest ohne arge, akute Sorgen best of the Rest zu werden. Das wäre, zumal angesichts der Verletzungsorgie ein großer Erfolg.

Der Kader hat noch ein paar Waffen, die theoretisch Wucht entwickeln können. Waffen, die noch gar nicht ausgepackt wurden, werden konnten. Marc Stendera, Johannes Flum, ein Jan Rosenthal in Normalform, ein Václav Kadlec der hoffentlich noch seine 3,5 Mio Euro wert wird. Von verlässlichen Größen wie Alexander Madlung und Martin Lanig ganz zu schweigen.

Ja, Eintracht Frankfurt hat Brennholz, das man auch in ungemütlichen Zeiten a la November, Februar, März nachlegen kann. Wann konnte man das als Eintracht-Fan zuletzt schonmal auf Basis von Ergebnissen, nicht von Hoffnungen behaupten?

In einem Interview vor der Saison fragte mich der Sender N-TV nach dem besten Eintrachtler der Saison. Meine Vermutung war Thomas Schaaf, der Trainer. Wieso? Wenn er die schwierigen Umständen vor und in der Vorbereitung meistert, einen frühzeitigen Klassenerhalt schafft, er wirklich viel, wirklich Unerwartetes geleistet hätte. Nach dem 7. Spieltag kann man das getrost so sagen. Aber was ist nach 7 von 34 spielen schon gewonnen? Ein gutes Gefühl, mehr nicht. Also: Gemach, gemach – ungemütlich wird es noch früh genug, sagen einem die Fan-Sensoren!

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Gemach gemach

  1. Jermaine Jones Junior

    Der aktuelle Platz 5. hat die Erwartungen aller Personen rund um Eintracht Frankfurt übererfüllt. Die wichtigsten Erkenntnisse in dieser Momentaufnahme sind, dass a) Mannschaft und Spieler Selbstvertrauen tanken, aber b) bodenständig genug sind (siehe Alex Meier) den Blick nach unten zu wahren.
    Die echten Brocken kommen noch (Bayern, BVB, Leverkusen, Gladbach und Hoffenheim).

  2. Herr Schnitzelmann

    das geht mir jetzt zu schnell, die komplette Vorbereitung inkl. der ersten 4 Spiele hackst du auf alles und jeden der mit SGE zu tun hat ein und nun soll plötzlich der 6. Platz drin sein und das wegen 2 glücklicher 3er und 12 Punkten nach 7 Spieltagen?
    Journalistenkrankheit?
    Find deine Mitte, es ist nich alles immer gleich komplett Mist und es ist nicht immer alles gleich super sau geil!

    • Ein paar Klarstellungen: a) Ich hacke nicht, ich stelle fest und rücke das in den Kontext, den ich (über)sehe. B) Schnell geht gar nichts, es sind bald zwei Monate ins Land gegangen, die eine Entwicklung aufgezeigt haben, die Tabelle lügt sicher noch, aber nicht mehr fundamental, nicht für die Aussage darüber, ob jemand bis hierher (!) gut gearbeitet hat C) Was hat das alles, was hat dieser Blog mit Journalismus zutun? Nichts. Er ist nicht verlinkt, nicht gesponsert von meinem Verlag, er greift keine Arbeitsinhalte von mir auf. Der Blog ist das Gegenteil von meinem Arbeitsethos, er ist Emotion. Ich verstehe nicht, wieso man Berufe in so einem Kontext überhaupt erwähnen sollte. Was würde ein Bäcker anders machen? D) Ich freue mich an der Entwicklung, an der entspannten Grundhaltung in meinem Innersten. Das ist mir allemal lieber als das Gewürge, wenn es wieder um den nackten Kampf um Rang 15 geht.

  3. Fakt ist das wir momentan unerwartet recht positiv da stehen. Niemand fragt wie die Punkte zustande gekommen sind, sie sind nun mal sichtbar vorhanden. Hoffen wir mal das es ein wenig so weiter geht und auch der leicht positive Trend der Mannschaft anhaelt und es weiter nach Plan geht. Es waere den Fans und auch dem Team zu goennen.

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