Schüttelnde Hände

Zeit brauchen, trainieren, lernen, kann nicht so schnell funktionieren. Vokabeln wie diese fallen seit geraumer Zeit, wenn es um die Einschätzung des Eintracht-Zustands geht. Jeder sieht, dass es beim Team, den Spielern mächtig klemmt – jeder Fan freut sich über die trotzdem erreichten Punkte bis zu diesem Zeitpunkt. Wie wichtig diese zwölf Zähler bis hierher sind, kann man zum jetzigen Zeitpunkt sportlich noch gar nicht ermessen. Dieses früh erreichte Drittel an zum Klassenerhalt nötigen Punkten sorgen jedenfalls für die momentan herrschende (hoffentlich erfolgbringende) Ruhe. Die bisherigen zählbaren Erfolge ersticken das Unbehagen, das vermutlich jeder in sich spürt, wenn er die SGE-Spiele anno 2014/2015 betrachtet.

Nüchtern berachtet ist es nämlich so, dass sich im Prinzip zwischen Juli und Oktober 2014 wenig geändert hat. Das, was während der Vorbereitung in den Zeitungen zu lesen, bei Trainingsspielen zu beobachten war, setzt sich fort. Schon vor einem Vierteljahr haben die journalistischen Beobachter – und auch Thomas Schaaf als Trainer – die vielen Ballverluste bemängelt, das träge Offensivspiel beklagt. Vieles von diesen Eindrücken hat sich bestätigt, verfestigt. Struktur, Spielidee? Sie ist nach wie vor nicht wirklich zu sehen. Was zu sehen ist, sind die Herangehensweisen, die Anweisungen an einzelne Spieler bzw. Positionen. Das Aufrücken von nur einem der beiden Außenverteidiger, die Ballbesitz-Vermeidung, die Positionstreue.

Die Verletzungen von drei Stammspielern haben die Situation sicher verschlimmert, die Entwicklung gebremst, wenn nicht gar gestoppt. So viele Baustellen in einer ohnehin großen Baugrube offen zu haben, das ist schwer zu bewältigen. Das gilt für Trainer und Spieler gleichsam. Und doch ist es nicht so, dass da Nick Nobodies auf dem Feld stünden, die sich derart von Paderborn abfiedeln lassen mussten, spielerische Probleme hin oder her. Gegen das wiedererstarkte Stuttgart und Ex-Trainer Armin Veh, droht bei einer Niederlage ein hörbareres Maß an Ernüchterung in Frankfurt. Denn eines muss uns allen klar sein: Die dicken Brocken, wo man nicht so sehr auf Punkte hoffen kann, kommen erst noch. Der Spielplan für die Eintracht ist bis hierher alles andere als schwer gewesen. 50%+ der Klassenerhaltspunkte – 20 bis 22 – müssen bis Mitte Dezember geholt werden. Sonst wird der Winter nicht nur laut Thermometer unangenehm kalt.

Prognose? Leser JJJ tippt ja laut Kommentar auf ein 4:0. Optimist. Ich bin da, wie ihr alle wisst, anders gepolt. Sicher nicht auf 0:4. Aber diese Tendenz auf der Siege-/Niederlagenskala fürchte ich leider. So oder so: Wir sehen uns im Waldstadion, aus welchem Anlass auch immer Armin Veh die Hand von Thomas Schaaf schütteln wird.

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