Die Endlosschleife

Dosiert, das ist mein neues Lieblingswort. Der „Kicker“ zitiert Bruno Hübner mit diesen acht Buchstaben in Bezug auf die Verhandlungen mit Carlos Zambrano. Nach der Verletzung, so klang es auch beim Verteidiger selbst in einem Zitat dieser Tage durch, seien die laufenden Verhandlungen quasi zum Stillstand gekommen. Das ist bemerkenswert. Wann, wenn nicht jetzt – wie auch bei Kevin Trapp, übrigens – könnte, müsste die Eintracht ein Angebot unterbreiten, den Spielern ihren Stellenwert und Vertrauen signalisieren? Dass sie zwei von drei, vier vorhandenen Hoch-Qualitätsspielern im SGE-Kader sind, sollte im Fall der besagten Kicker unstrittig sein. Und ja, Qualität kostet Geld, mitunter viel Geld. Das ist wie im echten Leben. Und wie in eben diesem findet sich stets ein anderer, der die Ware zu bezahlen willens ist. Mit finanziell in der Lage dazu sein hat Profisport seit vielen Jahren schon nichts mehr zutun.

Aber all das führt bereits wieder zur leidlichen Meta-Ebene des Fußballs. Was interessiert all das Zukunftsgebabbel, wenn Eintracht Frankfurt – schon wieder – alle stumpfen Waffen für den Klassenerhalt, und nur für diesen aufbieten kann, aufbieten muss? Die Endlosschleife des Abnutzungskampfes, jährlich grüßt das Murmeltier. Mit 12 Punkten steht das Team aktuell dort, wo es der genügsame Eintracht-Fan zustimmend nickend auch am Saisonende, an Saisonenden akzeptieren würden. Jedoch muss man Punktzahlen auch immer in Bezug setzen auf die bislang gespielten Gegner, das noch ausstehende Programm und den Spielplan der direkten Konkurrenten. Tut man das, erkennt man schnell wie trist der Fußball-November zu werden droht. Wenn man sich in diesen Regen-und-Wind-und-Kälte-Wochen etwas Zählbares herbeiträumen will, dann am ehesten gleich zum Auftakt, am kommenden Wochenende gegen Hannover, in Hannover. Wie das gegen Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund ausgehen wird, wenn der Fußballgott nicht in der Klapse sitzt, lässt sich erahnen. Überraschung hin, Sensaion her, die Mehrzahl der nächsten vier Ligaspiele wird Eintracht Frankfurt nicht gewinnen. Und dann geht es Anfang Dezember zum Kick gegen Werder Bremen, die ihrerseits unabhängig vom Trainerwechsel nicht um zig Punkte an der Eintracht vorbeiziehen werden. Kellerkick wird also vorprogrammiert sein.

Das ist schade. Es war, wie so oft, mehr möglich. Mit zwei Siegen gegen Paderborn und Stuttgart, nun nicht gerade die Formstarken oder gar Elite der Liga, hätte man das Minimal-Soll für die Hinrunde erreicht (18 Punkte), hätte im Idealfall von gewissen Automatismen profitieren und im oberen Drittel überwintern können. Der Traum von 20+ Punkten, er scheint bereits im Oktober ausgeträumt. Man wird angesichts des Trends und des Zufallsfußballs á la SGE mit 12, vielleicht 13 Punkten in den Kellerkick gegen Bremen gehen. Danach gilt es noch ein bislang wöchentlich schwankendes Hertha BSC Berlin sowie Bayer Leverkusen, gegen die zuletzt immer mal zumindest ein Punkt drin war, und das erstarkte Hoffenheim zu spielen. Ist man mal sehr optimistisch, ist ein Kratzen an besagten 20 Punkten bis zum Hinrundenende noch möglich. Dazu müsste aber sehr viel gelingen, müsste aus Zufalls- und Fehlerfußball ein Systemfußball werden – und letzterer müsste überdies gelingen, Verletzte hin oder her.

Und die Pokalpartie am Mittwoch, das kräftezehrende Zubrot? Rückt für mich bei Fragen des Klassenkampfs in den Hintergrund. Mal ein System, Personal einspielen, dass es ab sofort richten soll – und dann gugge, was bei rauskommt. Spielerisch schlecher als in den bisherigen Spielen kann es kaum werden.

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