Monatsarchiv: November 2014

Großer Sieg, große Geste

Als Haris Seferovic nach dem zweiten geschenkten Tor die größtmögliche Geste – das Shirt zum Gedenken an Tugce Albayrak zeigte – war klar: Eintracht Frankfurt, dieses so lange verschollene Gebilde, ist zurück.

Dieses Team kann Kicken, es kann sehr gut kicken. Bastian Oczipka etwa – so ein gutes Spiel lieferte er seit mehr als 2 Jahren nicht.

Update:

Die Sorgen und die Kritik an dem, was Eintracht Frankfurt 10,11 Wochen lang gezeigt hat, waren berechtigt. Umso erstaunlicher ist die Verwandlung binnen des tristen November. Es hat etwas von vergangenen Diven-Zeiten, dass die SGE gegen das Gemüse verliert um gegen die Großen zu siegen. Und doch ist es mehr als die 2 völlig unerwarteten Siege, das einen erleichtert und zuversichtlich dastehen lässt. Es ist die Art und Weise, wie das Team auftritt. Kein Vergleich zu den Vor-Monaten, das ist alles wie auf Links gedreht. Und prompt erstarken Spieler, die mehr als zwei Jahre lang eine schwache Leistung an die nächste reihten, siehe Oczipka. Kurioserweise war es sogar diesmal der Hoffnungsträger, Marc Stendera, der abfiel. Ihm, das sieht man, fehlt noch etwas zum Bundesligaspieler, er ist auch etwas zu träge am Ball – aber hier und heute ist Zeit für Lob und Verblüffung, für Anerkennung und Zufriedenheit.

Jedenfalls wird es spannend, was in einer Woche in Bremen passiert. Da kann man tatsächlich zum Sprung ansetzen, so absurd das auch ist. Auf der andren Seite war ja eben vom Divengehabe die Rede …

PS: je häufiger ich es sehe, desto schöner finde ich das Statement von Haris Seferovic. So ein Typ tut gut!

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Der Verpfeifer

Okay, Markus Merk ist echt eine Nummer! 1000%iger Elfmeter, sagt er, weil der Kölner Lehmann dem Leverkusener Torwart Leno den Fuß in den Kopf schlägt. Wenn das die Inhalte sind, die (Ex)Schiedsrichter auf den Lehrgängen vermittelt bekommen, erklärt sich vieles. Auch Peter Gagelmann, der Verpfeifer mit der Soldatenfrisur.

Angesichts des Spieltagverlaufs (Bremen und Stuttgart mit Siegen) und des Dortmunder Qualitätsüberschusses wäre ein 12. Mann, der es mit der Eintracht hält, hilfreich. Jedenfalls braucht es keinen, der beim BVB mitkickt.

Ist auch echt zu geil, dass der DFB einfach die Schiri-Ansetzungen zurechtbürokratiert, allen Hintergründen zum Trotz. Nicht, das jede Kritik dazu führen dürfte, dass Schuedsrichter A nicht mehr Partien von Verein B Pfeifen soll. Aber angesichts dieser speziellen Konstellation ist es schlicht sowohl frech als auch unverantwortlich, einen Gagelmann an die Pfeife zu lassen. Dieser Hanswurst hat sich ja wahrlich selbst zuzuschreiben, was ihm – über Frankfurt hinaus – anhaftet. Frech ist es gegenüber der Geschichte, unverantwortlich in Hinblick auf die Emotionen, im schlimmsten Fall Gewaltbereitschaft, wenn der Verpfeifer sich wieder seine Dinger leistet.

Über Schiri-Leistungen müssen wir aber eigentlich gar nicht sprechen. Wir müssen über den Spieltag reden, über die Hinrunde, über die Notwendigkeit, auch gegen den BVB zu Punkten, ein Zähler schickt, wäre wunderbar.

Klar ist: sollte man tatsächlich ein wenig schielen in Richtung Ränge 9,8 aufwärts, ist nun der Moment des Bekenntnisses: da doch einige 3er gelandet wurden im oberen Tabellenmitelfeld, droht der Abstand auf einen Schlag nicht mehr so minimal zu sein. Aber unter uns: wir können doch nicht ernsthaft von mehr als Klassenerhalts-Kampf sprechen, wenn wir mindestens (!) ein Drittel der Saison Gruselfussball ohne Taktik und System kicken.

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Der Aufbau-Eid

Wird die Reha-Klinik Eintracht Frankfurt am Sonntag ab 17.30 Uhr öffnen? Der Patient Borussia Dortmund kündigt sich an, steht quasi schon vor der Tür. Da sollte man doch seinen in der Vereinssatzung geschworenen Eid als immer hilfsbereitet Aufbaugegner (Dortmund hat seit Ende August auswärts nicht mehr gewonnen) erfüllen.

Mir ist – gefühlt – dieser Tage zu schnell vom Modus der Erleichterung in einen der Euphorie gewechselt worden. Liefe es ab jetzt sportlich wie punktetechnisch so (weiter), wie gegen das defensiv ersatzgeschwächte Mönchengladbach, wäre das ideal, wünschenswert, traumhaft. Geht’s am Sonntagabend jedoch in die Hose, eventuell mit einer nicht mehr so von Verve geprägten Herangehensweise, wird man gegen das nächste Kellerkind nichts geholt haben, ist ein gewisser Zerknirschungszustand wieder da. Denn machen wir uns nichts vor: Borussia Dortmund, aller Qualität zum Trotz, steckt in jener Spirale des Misserfolgs, die der SGE so oft zum Verhängnis wurde. Jeder Gegner, der gegen solche verunsicherten Mannschaften antritt, muss (zumal in Partien daheim) etwas gegen diese mitnehmen. Das würde ich auch für die Eintrachr gegen Dortmund so unterstreichen und fordern – wenn es nicht die Eintracht samt ihrer Geschichte als Aufbauhelfer wäre. Nein, Punkt(e) sollte niemand kalkulieren in Bezug auf dieses Wochenende. Das Spiel in der Folgewoche ist maßgeblich, gegen Bremen, das wird entgegen der Interpretation in der „Frankfurter Rundschau“ eben doch und in der Tat das für den Hinrundenverlauf, für die eingeschlagene Richtung, für die Bewertung der Halbserie und mittelfristige (auch Kaderplanung) entscheidende werden.

Martin Lanig will übrigens gerne seinen auslaufenden Vertrag verlängern. Und Timo Hildebrand bat wohl doch nicht um Freigabe. Sagt er. Na dann.

Für Stadiongäste: Sonntag soll es sechs Grad und recht sonnig werden, orakelt der Macher des Wetterberichts. Ok, von Anstoß bis Heimfahrt hat es dann noch schlanke drei Grad. Deckt euch also mit Fanschals ein. Und vor allem mit zwei Paar Socken, die müsst ihr aber von zuhause mitnehmen. Schließlich müssen wir ja ab Montag alle wieder schaffe, gä?!

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Heute hü, morgen hott

Ich meine, okay, Timo Hildebrand als Ersatztorwart war von Beginn an eine Bankpersonalie. Aber dass er nach was, drei Monaten als Gehaltsbezieher, dann wieder den Vertrag auflösen, wohl in die USA wechseln will – das passt doch ganz gut zu der Kritik, die Karl-Heinz Körbel in dieser Woche kundtat: Heute in diesem, morgen in jenem Trikot, völlig egal. Der Fußballprofi als Ich-AG in Reinform. Schulterzucken. Kommt eben als nächstes ein jungscher Kerl aus Aserbaidschan, der im Probetraining vier, fünf Bälle fängt (empfohlen vom hellen Köpfchen Ulrich Stein) und sich diebisch über seinen ersten richtigen Fußballervertrag freuen würde. Geld soll die Motivation vieler ja durchaus nach oben treiben. Mehr noch als die Auslebung ihres Hobbys als Beruf, wie man so hört.

Nun gut. Persönlich verbinde ich mit Timo Hildebrand sowieso nichts, außer Dunlop (Pirelli?)-Reifenwerbung und der verpatzen Karriereplanung nach der Meisterschaft mit Stuttgart. Die Frage ist halt, ob sich dieses Wahnsinns-Karussell irgendwann wieder langsamer drehen wird. Der ewige Poker um Verträge und Laufzeiten, das Bäumchen-wechsel-dich im Saisontakt, das heute Hü, morgen Hott – geht es denn um nichts anderes mehr als um Geld und vermeintliche Perspektive? Der Wasserkopf kann doch nicht ewig anschwellen, nicht jeder gute Kicker kann in der Riege Bayern, Dortmund, Leverkusen etc. spielen. Und wie wechselhaft die Gruppe derer ist, die es dieses Jahr mal in die Europa League schaffen, nächstes Jahr nicht, ist doch klar umrissen. Der Blick auf die Tabelle belegt doch seit Jahren, dass man sich ein Schneckenrennen um die Ränge hinter den Futtertrögen liefert, dass die Gunst mal den VfB Stuttgart, mal Eintracht Frankfurt, mal Hannover 96 trifft. Im Prinzip wetten Profis, sagen wir mal Joselu, doch auf nichts als Theorie. Es ist Spekulation, von Eintracht Frankfurt zu Hannover 96 zu wechseln im Glauben, in Niedersachsen sei das Gras viel grüner. Nuancen, die den Unterschied machen, sind mal so, mal so verteilt. Am Ende der Hinrunde 2014/2015 werden zwischen Rang 6 und 15 vielleicht gut sechs Punkte liegen. Wer mag da seriös sagen können, dass Team A und Team B perspektiv-sportliche Welten trennen?

Bastian Oczipka, der sein erstes gutes Spiel seit zwei Jahren gemacht hat, wird sogleich von der Eintracht ein neuer Vertrag angeboten. Manchmal fragst du dich bei diesem Verein wirklich, wer da so mit welchen Vorstellungen am Hebel sitzt. „Im Erfolg, in der Euophorie macht man die größten Fehler“, sagte der oft gescholtene Heribert Bruchhagen in der Vergangenheit mal. Damit hat er recht. Nur sollte nach dem Sieg gegen Mönchengladbach jetzt nicht so getan werden, als habe man Gott weiß was für einen Erfolg gelandet gegen das defensivgeschwächte Fohlengebilde. Dass das stark war, in Halbzeit zwei zumal, ist unbenommen. Aber dieser gefühlte Spannungsabfall, der sich in Sätzen wie „auch diese zum Endspiel hochgejazzte Partie gegen Bremen hat an Brisanz verloren“ (Frankfurter Rundschau) ausdrückt, ist nicht gut. Denn angesichts des Rückrundenspielplans (viele Auswärtsspiele gegen direkte Konkurrenten) ist die 20-Punkte-Marke nach wie vor der Fixpunkt in Richtung Klassenerhaltsmaxime. Man muss sich nämlich nichts vormachen: Gegen Mönchengladbach eroberte man „nur“ drei der zumindest sechs liegengelassenen Punkte (Stuttgart, Paderborn, Hannover) zurück. Im Soll ist man demnach eben nicht. Wasser in den Wochenwein muss niemand schütten, aber bitte nicht vom Trauerkloß zum Jubelperser mutieren 😉

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Weiter geht es

Das Polster, das einem emotionale Erleichterung verschafft, die einen gewisse Aussagen leichter ertragen lassen, ist etwas Schönes. Sportlicher Erfolg, und sei er auch noch so flüchtig, macht tiefenentspannt. Das ist der Grund, wieso ich es jetzt beim Kopfschütteln belasse, wenn ich am dritten Tag in Folge die Lobarien auf Eintracht Frankfurt höre, lese und sehe – vor allem, wenn manche, auch Spieler, jetzt wieder von höheren Weihen sprechen. „Es sind nicht viele Punkte nach oben“, sagt etwa Bastian Oczipka. Und nach unten? Eigentlich sollten es die Kicker der SGE doch begriffen haben. Sicher, die Tabelle ist zwischen Rang 4 und 18 nah beieinander. Es ist, wie immer, die Liga in der Liga.

Aber gegen einen in der Defensive geschwächten Gegner 70 Minuten überzeugt und das Spiel überraschend gewonnen zu haben, da sollte man es bei freudiger Erleichterung belassen, das taugt nicht zum Attackeruf. Schon gar nicht, wenn man denkt, dass das draußen beim Jubelperser besser ankommt. Ambition klingt ja stets nach vorne gerichtet, das Mahnen wird als rückwärtsgewandt beäugt. Dabei geht es nur ums Maßhalten. Holt die Eintracht was Zählbares zu Hause gegen Dortmund, spielt sie gar wieder so wie zwischen Minute 15 und 45 sowie 50 bis 90 gegen Gladbach – dann darf man sich auch mal stolzschwellend auf die Brust klopfen. Zuvor ist nichts anderes angesagt als durchatmen, fokusieren, arbeiten/trainieren und die 20-Punkte-Marke anzuvisieren.

Huub Stevens zieht derzwei zum wiederholten Male den VfB Stuttgart aus dem Morast. Ob Armin Veh schon dessen Hand geschüttelt hat? Und was das für den stets nur nach Erfolgen zitierten Bruno Hübner bedeutet, erfahren wir sicher auch in Kürze. Carlos und Kevin Zambrano-Trapp hätte es zu der Truppe wohl eh eher weniger gezogen, Veh-Faktor hin oder her. Da ändert sich also nix an der dürftigen Ausgangslage. Aber man hat denen jetzt ja offenbar ein Ultimatium gestellt, was das Ja oder Nein zur Vertragsverlängerung angeht. Also nein. Auch gut. Dann also 1,5 Millionen Euro für Trapp, Verlängerung mit Felix Wiedwald und Maik-Torsten Legat-Kracht als anti-peruanischen Ersatz für hinten drin. Es geht halt immer weiter …

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Ein gelernter Wandel

Thomas Schaaf hat gelernt. Er ist abgekehrt von seiner Philosophie, von seiner Spielidee, von seinem Vorhaben, dem Team eine bestimmte Herangehensweise zu vermitteln, er verzichtet auf das Neue und besinnt sich auf die stets beste Wahl: Lass ein Team spielen, wie es dessen Stärken entspricht, mit den Leuten, die auf ihren gelernten Positionen eingesetzt werden. Fußball kann (dann) so einfach sein.

Etwas an dem ruhigen Thomas Schaaf entputt sich dieser Tage als Glücksfall: Er ist wohl jemand, der nicht stur seine Linie durchziehen will, der – wie oben geschrieben- lernt, Schlüsse zieht und das Maßgebliche verändert. Sicher, es hat (zu) lange gedauert, die drei, vier Muss-Punkten-Partien aus denen es einen Salto Nullo gab, hat er (mit)verschnarcht. Aber das ist – nun, nach diesem Mutmacher ist das leicht gesagt – oft genug thematisiert worden in den vergangenen Monaten. Jetzt gibt es allen Grund, nach vorne zu schauen, die Dunkelheit der bisherigen elf, zwölf Spiele hinter sich zu lassen. Der Schnitt, der Schritt ist gemacht. Ob das nun reicht, um an die 20-Punkte-Marke zu kommen bis Hinrundenende, ist zwar alles andere als klar, aber die Hoffnung darf man wenigstens wieder hegen. Nein, mehr als Hoffnung: man darf es glauben. Denn der Glaube ist mit dem Sieg, vor allem mit der Art und Weise dieses Erfolgs, zurückgekehrt.

Wie bemerkenswert der Erfolg in Mönchengladbach ist, wie außgergewöhnlich die Einzelleistungen der Spieler einzuschätzen sind, zeigt der Blick auf die Zahlen: 25:9 Torschüsse, dem Gegner ein Drittel aller seiner Saisongegentore eingeschenkt, 82 Prozent Passquote, 118 zu 116 Kilometer Laufleistung. Da fällt der geringere Ballbesitz und selbst die geringe Zweikampfquote nicht mal ins Gewicht. Einfach,weil man diesmal mehr UND richtig lief, weil Power, weil Druck, weil Fußball gemacht wurde. Sinnbildlich für den Wandel, für die Leistungssteigerung der Eintracht ist die Szene vor dem 2:1, der Ballgewinn von Bastian Oczipka (!). Er grätscht einen Pass, einen Angriff der Gladbacher ab, geht hinterher und spielt den Ball zu Marc Stendera. Dessen langer Hieb in die Spitze sorgt für Seferovics Annahme, Aigners Wueselei mit Abschluss und Meiers Abstauber. Ganz nebenbei war es ein Kontertor, gefühlt das erste seit dem Ende der Ära Friedhelm Funkel.

Dieser Anzug passt, dieses Gerüst ist stabiler (die ersten 10,15 Minuten, in denen das Spiel auch problemlos 2:0 für BMG stehen kann, ausgenommen). Und ganz zufällig ist das alles nicht. Es spielen die richtigen Leute auf den richtigen Positionen (ja, auch Wackel-Chandler) und es spielen die richtigen Spieler nicht mehr (Medojevic, Ignovski). Sonny Kittel als erste Offensivoption ist ebenso überraschend wie eine gute Wahl und Johannes Flum wird früher oder später auch eine Hilfe, zumal als Sechser / Achter auf der Halbposition.

Den einen oder anderen Satz möchte ich noch zu den Verletzten bzw. deren Ersatzleuten verlieren. Felix Wiedwald steht Kevin Trapp in puncto Leistung in Nichts nach. Es stimmt zwar, dass Trapp (noch) eine andere Aura besitzt, als Typ mächtiger wirkt. Aber wenn es ums Bällehalten – dem Kerngeschäft – geht, ist Wiedwald nicht weit weg. Der Ex-Duisburger wirkt sicher irgendwie wackeliger, unkonventioneller bei den Paraden als Trapp. Zumal bei den hohen Bällen in den Fünfer. Aber er fischt die Dinger – mal mit der Hand, mal mit dem Fuß. Das ist stark. Und das ist es von der ersten Sekunde an.
Zum Duo bzw. Trio Bamba Anderson, Marco Russ und Alexander Madlung kann man ähnliches sagen, wenn man ihre Leistung in Vergleich mit Carlos Zambrano setzt. Ja, diese kompromisslose Coolnes fehlt in der Defensive, aber die zuletzt vielen Gegentore liegen nicht an Anderson, Russ oder Madlung (Eigentor hin oder her). Die Innenverteidigung macht das in der Regel gut, sie stand zuletzt nur – vor allem aufgrund der mauen Außenverteidiger und deren zu hohem Stand – im 30-Sekunden-Takt unter Druck, das forciert nunmal Fehler.

Ich persönlich bin der Letzte, der zum abheben neigt, „nur“ weil die Eintracht mal ein gutes Spiel gezeigt, einen verdienten Sieg eingefahren hat. Daher mahne ich bei aller Erleichterung schon jetzt davor, die Wiedergeburt auszurufen. Es war ein wichtiger Sieg, wichtige Punkte zu einem wichtigen Zeitpunkt – aber das ganze war auch bedingt durch ein Mönchengladbach, dem A) die besten Defensivkräfte fehlten und das B) nach zehn, 15 Minuten den Druck aufs Tor einstellte und sich damit selbst mehr schwächte als die SGE das zu diesem Zeitpunkt hätte tun können.

Mit Sicherheit spucken einige nun wieder große Töne, gegen Dortmund am Wochenende ginge was, zumal dieser Marco Reus doch ausfällt, die in der Negativspirale stecken und ohnehin Verletzungspech haben. Da werden sie schnell mal groß, die Augen des Eintracht-Fans. Obacht, ich warne! So sehr es der Anspruch von Profis sein muss, jede Partie zu gewinnen, Meister werden zu wollen, so unangebracht ist eine Überhöhung der eigenen Stärke. Borussia Dortmund, das unterscheidet sie von schwachen Teams, hat Chancen, und zwar viele. Sie vergeben sie am Fließband, das ist die Schwäche. Doch richtig schlecht geht es einem nur, ist man nur dann, wenn man nach vorne gar nichts gebacken bekommt (na, wir erinnern uns?!). Also: Immer schön am Boden bleiben, die wichtigen Spiele kommen ab übernächster Woche. Bremen, Leute, danach können wir absehen von welcher Tabellenregion wir in der Saison 2014/2015 auszugehen haben.

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Weil JJJ es erbat: Einzelkritik vs Mönchengladbach

Felix Wiedwald: Abermals Retter in höchster Not, ermöglichte mit Paraden jeweils zu Beginn der 1. und 2. Halbzeit das Im-Spiel-Bleiben und somit den Weg zum Sieg.

Marco Russ: Schnörkelos, rustikal, willig – er ist aus dem Team zurecht seit langem nicht wegzudenken. Technische Fehler unterlaufen jedem mal, hatte wenig Mühe mit Gladbachs Stürmern.

Bamba Anderson: Ruhig, umsichtig und kein Vergleich zu den letzten eineinhalb Jahren. Hatte wie Russ keine Probleme mit Raffael/ Kruse.

Timothy Chandler: Schwierigkeiten in der 1. Halbzeit, nach vorne oft dappig. Wurde mit dem Team besser, ist trotz der Mängel die bessere Wahl auf RV.

Bastian Oczipka: Anfangs überforfert, lieferte er im zweiten Abschnitt eine so gute Leistung, wie man sie von ihm 2 Jahre nicht gesehen hat. Defensiv plötzlich präsent.

Makoto Hasebe: Profitiert davon, dass Fussball gespielt wurde. Unauffällig, aber genau deshalb gut. Ruhe am Ball, sichere Ballbesitz-Pässe. Nix geniales, aber das muss auch nicht.

Marc Stendera: Die Standards taugen plötzlich nicht mehr viel, aber er macht andere Sachen gut. Wagt sich im Spiel was, macht sein mangelndes Tempo mit guten Laufwegen wett. So spielt er sich dauerhaft ins Team.

Stefan Aigner: Lange lief nix zusammen, zwischen unsichtbar und fehlerhaft. Als es offensiver wurde bei der SGE, war er mit einem mal im Spiel. Clever das 2:1 vorbereitet.

Takashi Inui: Wesentlich unauffälliger als gewohnt – was gut ist. Hatte in Halbzeit 1 einige gewohnt schwache Szenen, dann zog er auf und belohnte eine später passable Leistung mit einem zwar geschenkten, aber entscheidenden Tor.

Alexander Meier: Hing lange in der Luft, hatte trotzdem noch die besten offensiv-Szenen. Das 2:1 macht er, weil er (durch)läuft, wo andere zugucken, stehenbleiben. Führt die Torschützenliste (7) an, fast schon absurd.

Haris Seferovic: Über die gesamte Spielzeit so ziemlich der beste Frankfurter. Von Beginn an macht und tut er, versprüht diesen unbedingten Willen, mag es, zu rackern. Ein Gewinn fürs Team.

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Thomas Schaaf: Scheint abgerückt zu sein von seiner Idee des Fußballs, wurde belohnt dafür. So muss er weiterspielen lassen, systemisch, taktisch und personell. Das Team war seiner Störken beraubt, nun muss die Festlegung auf diesen Kurs erfolgen. Schaaf wird das Wissen und das umsetzen. Seine Art, seine Ruhe ist jedenfalls wohltuend. Parole: Kurs halten, keine Experimente mehr.

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