Der Fleischwolf

Es brodelt im Eintracht-Kochtopf. Wie die Sportbild in ihrer Printausgabe aktuell berichtet – flankiert von vielen Andeutungen in anderen Frankfurter Zeitungen aus den vergangenen Wochen – spizt sich die Uneinigkeit über Ausrichtungs-, Struktur- und Machtfragen im Klub zu. Demnach soll in den kommenden Wochen ein neuer Sportlicher Leiter in den Vorstand installiert werden – jemand, der nicht Bruno Hübner heißt und der diesem funktional eher vor- als nachstünde.

Dass dieser zum VfB Stuttgart, unter die charismatische Flagge Armin Vehs wechseln wird, scheint festzustehen. Brisant: Ein Vorwurf soll sein, dass Hübner bei der Trainersuche im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf gepatzt habe (Vehs Abschied war ihm seit Ende Dezember 2013 bekannt, vor spätem Frühjahr wurde Hübner offenbar nicht tätig und setzte auch Nachfolgekandidat Nr. 1, Roger Schmitt, in den Sand) und er zudem bei den Vertragsverlängerungen mit Carlos Zambrano und Kevin Trapp seit geraumer Zeit nicht vorankomme. Dem Vernehmen nach soll es sich beim zur Verfügung gestellten Budget für die Verlängerung mit den Spielern nicht um ein paar Kirchenmaus-Kröten handeln, sondern um Angebote jenseits der 3 Millionen Euro. Zur Einordnung: Nach allem was gemutmaßt wird, sollen Topverdiener wie Alexander Meier um die 1,5 Millionen Euro verdienen. Darüber hinaus wird Kritik an der Transferbilanz und Vertragsgestaltung – Klecker-Klauseln für Stammspieler – immer lauter.

Dass zumindest Zambrano nicht erst seit gestern mit dem VfB Stuttgart – Veh/Hübner – in Verbindung gebracht und Hübners Wechsel Realität werden wird (ja, das Manager-Amt in Stuttgart ist nach wie vor offen und die Stuttgarter Medien zitieren Hübner frohlockend über all die Möglichkeiten beim VfB), darf man in der Kombination von mehr sprechen als einem Geschmäckle.

Wäre man in Frankfurt konsequent und hätte einen Plan, müsste man etwa Axel Hellmann in die Verhandlungen schicken, die Spieler zu Abschlüssen bewegen und Bruno Hübner umgehend entlassen. Nicht nur, dass Hübner Insider-Wissen hat, Vertragsinahlte etc. kennt, nein, es ist auch völlig legitim zu befürchten, dass er besagte Verhandlungen verschleppt. Wäre doch ein leichtes, dem VfB ein Duo Zambrano/Trapp zu liefern angesichts der Vertragslaufzeit. Und wie man so hört, ebenfalls aus Stuttgart, ist es mit dem Hübner-Dementi zu einem Nicht-Verkauf Zambranos im Winter mal wieder nicht so weit her: 3,5 Millionen Euro verlangt die Eintracht nach Berichten der Stuttgarter Zeitung für den bis Jahresanfang verletzten Innenverteidiger (auslaufender Vertrag), was die Schwaben nicht bereit sind zu zahlen (ist ja auch kostenlos zu haben, in Kürze).

Und dann gibt es natürlich die Dementis und die Aussagen, die dann halt immer fallen, wenn etwas Unangenehmes in der Welt ist. Jedenfalls scheint man sich auf Funktionärsebene genauso in Richtung Unterklassigkeit zu verabschieden wie sportlich. Der Fleischwolf, er dreht und dreht. Auf der anderen Seite bleibe ich meiner Haltung treu: Was nützt das ganze Gebabbel von Perspektive und Zukunft, wenn man die Gegenwart nicht mal beherrscht, zusehen muss, dass man überhaupt den Moment überlebt? Das Problem ist eher, dass dieser Klub seit Jahren nicht aus diesem Gewürge herauskommt. Das liegt mitnichten nur an Hübner. Das liegt auch an dem von mir prinzipiell sehr geschätzten Heribert Bruchhagen – aber es droht so zu kommen, wie viele fürchten: Am Ende hört er dort auf, wo die SGE mit ihm anfing – in Liga zwei, nur eben schuldenfrei. Eine dann schlußendlich auch für ihn und seine Verdienste ebenso trübe wie unwürdige Abschlussbilanz.

Sportlich interessanter, für das Wohlfühlklima bei Eintracht Frankfurt entlarvend, sind Aussagen von Ex-SGE´ler Sebastian Rode in der „Frankfurter Rundschau“.

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