Der eingebläute Minimalismus

Tja. Sich an einer Niederlage, einer klaren und hochverdienten gegen das wohl beste Team des Planeten abzuarbeiten, ist verschwendete Energie. Jetzt ist es nur leider schon soweit, dass man bei einem 0:4 zuhause gegen Bayern München irgendwo zufrieden ist. Warum? Weil man 60 Minuten zumindest versucht hat, aktiv, gallig zu sein. Kurz: Die Mindestanforderung an Profisportler sorgt dafür, dass der Eintracht-Fan anerkennend mit dem Kopf nickt. Schlimmer: Die Kurve singt, hüpft, springt und applaudiert artig fürse Probieren. Herrje, wie hat uns Fans die Realität, die Doktrin der Bescheidenheit konditioniert!

Jede Saison aufs Neue wird einem von der Führungsriege bei Eintracht Frankfurt eingehämmert, dass man ja nicht zu viel erwarten solle was Resultate und Platzierungen des Klubs angeht. Diese Warnung ist nicht mal verkehrt, gespeist aus der Euphorie-Erfahrungen der Vergangenheit und auch darüber hinaus wirksam und wichtig. Jedoch schwingt mit dieser Erwartungs-Verweigerungs-Haltung offenbar etwas anderes mit, und zwar Zufriedenheit. Es schwingt eine Einstellung mit, die den Erfolgs- und somit auch Leistungsgedanken, das Streben, das Mehr-Wollen im Gesamtgefüge Eintracht Frankfurt verdrängt hat. Im Klub scheint man es sich zu eigen gemacht zu haben, das Minimalste als das Maximalste anzusehen. Sich damit zufriedenzugeben, zwei Mal im Jahr gegen Bayern München spielen und irgendwie als 15. in der Bundesliga kicken zu dürfen, kann doch nicht alles sein, wonach ein professioneller Klub strebt. Es gibt zwischen Champions- und Europa-League schließlich noch eine Region namens gesichertes Mittelfeld, das als Zielsetzung doch bitteschön ausgegeben werden darf, nein, muss!? Und wenn diese Zielsetzung verfehlt wird, wenn es eben nicht Rang 10 sondern 13,14,15 oder noch schlimmer geworden ist – dann haben jene, die dieses Ziel verfehlt haben, zu gehen. Punkt.

Man hat jetzt in zehn Jahren immer mal wieder Trainer ausgetauscht, die Mannschaft wurde mehrfach gehäutet, man stieg ab, auf, ab, auf – nur die Führungsriege scheint mehr noch als die Bundesliga zementiert zu sein. Heribert Bruchhagen hat in seinen Jahren als Vorstandsvorsitzender Wichtiges geleistet. Den Chaos- und Intrigenverein befriedet, das Umfeld geerdet (mit allen auch negativen o.g. Minimalistendenke-Folgen), mit wenig Geld gute Spieler verpflichtet, viele wahre Dinge gesagt und vertreten, Haltung bewahrt. Aber wo es wichtig ist, auf dem Platz, sieht es nun final danach aus, dass er sich, den Verein mit dorthin zurückbefördert, wo er herkam, wo er ihn übernommen hat: Im Morast des sportlichen Niedergangs. Vielleicht hätte uns allen viel früher einleuchten sollen, dass die Finanzen, die Etat- und Geldfragen, die Schuldenfreiheit, das Eigenkapital alles nichts weiter sind als Meta-Ebenen. Sie sind egal, völlig wumpe. Am Ende zählt nur, das Geld Tore schießt und viele geschossene Tore die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in der Tabelle über dem Abstiegsstrich zu stehen.

Denn: Die These, die Bruchhagen einst und mehrfach aufstellte, dass die verschuldeten Klubs an ihrer Misswirtschaft zugrunde gehen werden, hat sich nie bewahrheitet. Und sie wird sich auch nie bewahrheiten. Schalke 04, Hamburger SV, wie sie alle heißen: Die machen rotzfrecher weiter als je zuvor, völlig egal ob auf Rang 2,9,12 oder 16. Die kloppen das Geld raus, was am Ende zumindest dafür sorgt, dass sie nicht absteigen. Die wollen tabellarisch vielleicht mehr, ja, scheitern an ihren Ansprüchen, ja. Aber Eintracht Frankfurt droht ja – mal wieder – sogar am minimalsten aller Ziele, aller eigenen Ansprüche zu scheitern, am Verbleib in der ersten Bundesliga. Neidisch schaut man da auf einen Verein, der ebenfalls am Abgrund stand, auch schonmal fiel, und mittlerweile enteilt ist: Mönchengladbach. Auch Mainz. Perdu, vergeblich, das zum x-ten Mal durchzukauen. Es ist am Ende eine Frage der Expertise im Verein, dazu unten mehr.

Sportlich stellt es sich aktuell, abseits aller theoretischen, fiskalischen, perspektivischen Ebenen finster dar. Das Schlimmste an dem drohenden Abstieg ist die Ausweglosigkeit. Ein Trainerwechsel, was sollte dieser bringen? Man kann Thomas Schaaf anlasten, in einem Umbruch-Kader zu viele neue Baustellen aufgemacht zu haben. Und nun bekommt er die Büchse der Pandora nicht mehr geschlossen, er eiert verzweifelt von Personal zu Personal, von Systemwechsel zu Systemwechsel, von Taktik A zu Taktik B über Taktik B zu Taktik C zurück zu Taktik A.

Doch die Gründe für die Misere, die Tristesse liegen tiefer als Schaafs offenbar von den Spielern nicht umsetzbare Maßgaben. Dieser Kader genügt den Erstliga-Ansprüchen nicht, es gibt nur vier, fünf Spieler einer höheren Qualität – einer Klasse, die sie auch dauerhafter zeigen können. Schon in der Stammformation gibt es einige Spieler, die im wörtlichen Sinne dem Treiben nicht hinterherkommen. Aleksandr Ignovski und Timothy Chandler, Bastian Oczipka, der noch wegen erkannter Probleme auf der 6 nachverpflichtete Slobodan Medojevic: sie bekommen keinen Fuß auf den Boden, helfen dem Team hinten wie vorne nicht, machen im Aufbau viel zu viele Fehler.

Wo, bei wem liegt also das Problem, der – Vorsicht Wortspiel – schwarze Bruno? Eintracht Frankfurt hat einen Trainer verpflichtet, der nicht zum Kader passt. So, wie einst der VfB Stuttgart Giovanni Trappatoni unter Vertrag nahm und sich dann empört zeigte, als dieser keinen Hurra-Fußball sondern furztrockenen Defensiv-Fußball spielen ließ. In Schwaben hatte man also keine Ahnung vom Sport, keine Ahnung von der Spielweise eines Trainers, keine Ahnung von den Stärken und der Zusammensetzung der eigenen Mannschaft.
Wenn man Thomas Schaaf ein Team gibt, weiß man, wie dieser spielen lässt. Konnte man viele Jahre in Bremen beobachten: Vom Stil her hui nach vorne, pfui nach hinten. Letzteres wird in Frankfurt umgesetzt, Ersteres zumindest zwischenzeitlich, aller Rumpelei zum Trotz. Dazu kommt, dass Schaaf seit eh und je Verfecher der Raute im Mittelfeld ist. Ein System, dass für die SGE nicht taugt, nicht taugen kann, da es dafür weder die Spieler gibt noch die zwei, drei Klasseleute im Kader sind, die es vor allem auf der einzigen 10er und der einzigen 6er-Position braucht. In Frankfurt ist weit und breit kein Thorsten Frings für die Defensive, auch kein Johann Micoud oder Diego für die Offensive. In Frankfurt verdingen sich Slobodan Medojevic und der verzweifelte Makoto Hasebe als wahlweise 6er oder 8er, auf der 10 wagte man es schon mit Takashi Inui, Lucas Piazon, Marc Stendera, Alexander Meier und Haris Seferovic. Und wenn man die Raute, wie zuletzt drosselt und eher in Richtung 4-2-3-1 wechselt, stellt man Alexander Meier als Mittelstürmer hin und Seferovic auf die Außenbahn.

Das sind dann wiederum Trainer-Entscheidungen, die man nur verstehen kann, wenn man sich den Rest des Kaders anschaut und wer da so zur Verfügung stünde. Über Inui und Piazon muss man nicht mehr sprechen, aber wie schlimm muss es um die Verfassung anderer Spieler bestellt sein, wenn nicht mal in tristesten Zeiten in der Reihe der Reservisten ein Lichtlein aufgeht? So schnell geht es, dass ein 20 Monate verletzter Sonny Kittel als Dampfmacher herhalten muss.

Bruno Hübner hat es nicht geschafft, die Quasi-Gratis-Abgänge Sebastian Jung, Pirmin Schwegler und Sebastian Rode qualitativ auch nur annährend zu ersetzen. Zwar standen und stehen viele Neuzugänge in der SGE-Startelf, doch das ist kein Indiz für deren Stärke. Wenn, dann ist es eines für die Schwäche der anderen, des Kaders in seiner Gersamtheit. Die Rechtsverteidigerposition, über Jahre das Sahnestück und die 0-Sorgen-Position im Team, brennt lichterloh. Ob Ignovski oder Jung-Ersatzmann Timothy Chandler: Schwindelig gespielt wird das Team auf dem Flügel, und nach vorne bringt man über die einstige Powerseite nichts zustande. Links hinten, seit dem Abgang von Christoph Spycher immer die Schwachstelle, hat sich gar nicht viel verschlechtert, nur kaschieren in dieser Saison gute Leistungen der anderen drei bis fünf Defensiven nicht mehr das Treiben der Linksverteidiger wie Bastian Oczipka. Im zentral defensiven Mittelfeld wetzt Makoto Hasebe den Bällen und Gegner im Sekundentakt hinterher, man sieht an seiner Körpersprache wie verzweifelt und verloren er ist. Denn: Medojevic existiert einfach nur, durchs Zentrum gehen die Gegner wie das floskelhafte Messer durch die Butter. Ballverlust reiht sich im Mittelfeld an Ballverlust, man kommt gar nicht erst in die Verlegenheit eines Torabschlusses. Seferovic, der einzige wirkliche Treffer bei den Neuzugängen, müht sich, macht und tut – aber eben als Außen, gegen Bayern München spielte er sogar einen besseren Außenverteidiger (links) als Oczipka.

Ok, alles in dieser Saison schon ein Dutzend Mal, nach und vor allen Pflichtspielen, geschrieben. Das Resümee ist so fatal wie es oben anklingt: Die Führungsetage hat große Fehler gemacht. Sie hat – nach der Posse um die Trainersuche von Januar bis Juni – das falsche Personal eingekauft, auf vielen Ebenen. Hübner hat die besten Spieler für lachhafte Summen ziehen lassen, die verpflichteten Ersatzleute haben weder individuell noch im Kollektiv deren Klasse, diese Qualitätslücke ist nicht mehr zu schließen. Da müsste der Klub im Winter massiv nachkaufen – nicht von der Resterampe anderer Vereine – aber natürlich bekommt man nach der Hälfte der Saison, zumal als dann wohl Tabellenletzter / Vorletzter – keine Spieler, die einem umgehend weiterhelfen. Schon kauft man sie, die Zweitliga Reinhold Yabos oder Anderswo-Gescheiterten Patrick Ochse.

Ein Trainerwechsel ist jetzt jedenfalls absurd. Nachdem man aus den entscheidenden Spielen – Paderborn, Stuttgart, Hannover – 0 von 9 Punkten zu verzeichnen hat, erst der erste von fünf ausstehenden oben platzierten Gegnern gespielt ist, man auf die Liga-Niederlagen sechs und sieben in Serie zusteuert, muss man das emotional abgestumpft über sich ergehen lassen. Wenn man dann Anfang Dezember gegen das offenbar erwachte Bremen spielt, ist das unabhängig von Tabllenständen ein Pflichtsieg für die Eintracht. Wenn es zur Winterpause nicht mindestens 16 Punkte sind, muss man sich nicht die Mühe machen und über den Fortgang der Saison unterhalten. Sollte Bremen schiefgehen, und angesichts des Trends ist ein Scheitern sehr wahrscheinlich, muss ein Trainerwechsel her. Einer, der dann natürlich auch nicht geschehen wird. Die Hölle kann zufrieren, Eintracht Frankfurt spielerisch von August bis Dezember das schlechteste Team weit und breit sein: man wird weitermachen. Mit Schaaf. Mit Hübner. Mit Bruchhagen. Weil man auf die – wie in besten Chris-Zeiten – zurückkehren Verletzten setzt. Trapp, dessen Ausfall dank starkem Felix Wiedwald keine Hypothek ist. Djakpa, der auch nicht um Längen besser kickt als Oczipka. Zambrano, mit dem es nur nicht ganz so schlimm aussah wie seit seinem Ausfall. Nelson Valdez natürlich noch, der integralste aller Spieler. Die Jungs und noch ein, zwei Yabo-Ochssche Neuzugänge, dann wird die Liga erzittern und die 36-Punkte-Marke schon aus Angst von alleine fallen.

Freunde von Gleichnissen werden es verstehen: Es gab auch im Heimspiel (!) gegen die Bayern eine Szene, die man gerne als Sinnbild dafür verwenden kann, was bei der SGE auch strukturell schiefläuft. In der Schlussviertelstunde zieht Arjen Robben einen Sprint ohne Ball an, 40,50 Meter lang. Er rennt allen davon, mit Dampf und einer Dynamik die man von der SGE in einem ganzen Spiel so nicht sieht – und Robben bekommt dann den Ball nicht. Und weiter geht es. Das, diese Tatsache ist der Unterschied zu Eintracht Frankfurt. Dazu passen die Dinge, die Sebastian Rode im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ äußerte. Nicht die Tatsache, dass Technik und Tempo im Bayerntraining höher seien, ist das Wesentliche. Es ist seine Aussage, dass die Intensität des Trainings höher ist und dass jeder die Abschlussspiele verbissen gewinnen will. Nix flachsen, nix Klamauk: Konzentration, Wille, Einsatz – Erfolg.

Ach, es ist einfach trist. Das ist es deshalb, weil die Saison läuft wie sie läuft, weil die Sachen egsagt werden, die gesgt werden – aber vor allem, weil es jedes Jahr derselbe Murks ist. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich bin zunehmend müde von alledem. Mir tut dieses permanete Scheitern weh und ich entferne mich emotional immer etwas weiter von dem, was da bei Eintracht Frankfurt passiert. Nicht wegen der Niederlagen, nicht wegen Abstiegen, sondern weil ich keine Lust mehr auf deren Zustandekommen habe. Vieles ist so absehbar, so vorhersehbar, so schulterzuckend logisch erklärbar – die Lüge, die man als Sport verkauft bekommt, ist nicht mal mehr eine gute. Für mich fühlt sich das alles gerade an wie der Moment, in dem das Kind merkt, dass ein Zauberer gar nicht zaubert, dass er die Illusion durch schlechte Performance zerstört hat. Es gibt keinen Weihnachtsmann. Es gibt kein erfolgreiches Eintracht Frankfurt.

Und man weiß das ja auch alles, irgendwie trägt das sogar zur Sympathie bei. Deswegen schaut man sich auch das nächste Spiel an, das übernächste – deshalb rennt man auch in Liga 2 alle 2 Wochen ins Stadion. Aber Spaß macht das zunehmend weniger. Schon gar nicht wenn man weiß, was passiert, was das im Endeffekt bedeutet.

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Der eingebläute Minimalismus

  1. Adlerschnabel

    HB ist der Sündenbock. Er ist es bereits seit 5 jahren. Damals hat das Umfeld, (s)ein Konzept einer mit Sachverstand zusammengestellten Mannschaft und dem zu diesem Kader passenden Trainer zerstört. Dies geschah, als die Verletzungsseuche einen noch wesentlich höheren Tribut forderte, als es jetzt der Fall ist. Es wurde stattdessen ein Trainerimitat installiert, mit dem bekannten Ergebnis. Gegen dessen Trainingsimitat hat allein HB gemeckert. dennoch wurde ihm und den „Tasmanen“ die Schuld am Abstieg zugeschrieben. Das Trainerimitat hingegen bekam ein Abschiedsbanner „Danke Micha“. Der Schwarze Bruno wurde geholt, um HB zum „Frühstücksdirektor“ zu entmachten. Mit der durch einen Zweitliga-Rekordetat erzwungenen Rückkehr als Erstligist und der durch ein glückliches Strohfeuer erreichten Europasaison, aus der man gegen den ersten ernsthaften Gegner ausschied, wurde die Illusion transportiert, daß nunmehr alles wieder im Lot sei. Das Gegenteil ist der Fall. Mich wundert es nicht. Was mich wundert: HB gibt den Sündenbock noch immer. Hat der das nötig ?

  2. Eintrachtfan a HH

    Da bekommt man ja das kalte Krausen „…Joschka Fischer sprach im Sommer allen Fans aus der Seele…“ -was ein selten dummer Schwachsinn!
    Davon ab, dass mal wieder ein Politiker versucht hat, den Fußball für ideologische Grabenkämpfe auszunutzen (in diesem Fall musste HB als Konservativer hinhalten), ist HB der Letzte dem man in Frankfurt Fahrlässigkeit vorwerfen kann! …aber ich weiß schon, jetzt kommen wieder so qualifizierte Parolen wie „Bruchhagen, steig endlich von deiner Schatzkiste und rück das Geld raus was du der SGE seit Jahren, unerklärlicher Weise, vorenthältst…“ :-X

    • Jermaine Jones Junior

      Lieber Fan aus Hamburg.

      Damit ein Unternehmen, dazu zählt auch die Kapitalgesellschaft Eintracht Frankfurt Fußball AG mit ihrem geschätzten Jahresumsatz von 100 Mill. Euro, langfristig wächst, bedarf es Investitionen. Das ist die einfachste These der Volkswirtschaftslehre und wird weltweit als Annahme in den Grundzügen zum Thema Wachstum anerkannt.
      Nun, als eine sehr sinnvolle Investitionsobjekt bestimme ich hier mal die Nachwuchsförderung. Wieviele sind denn bis dato während der Zeit HBs groß rausgekommen? Hmmm… Sebastian Jung? Ja. Und sonst? Jetzt komm‘ mir bitte nicht mit Chandler. Ich muss ebenfalls die Frage aufwerfen, warum es aus der goldenen Generation der B-Jugend Meister (Trainer Schur, Spieler wie Kittel) so wenige gefördert wurden? Warum wird der Nachwuchs nicht mitgenommen? Warum sah sich HB nicht der Verantwortung die Verbindung des Nachwuchses stärker mit dem Profikader zu kanalisieren? Warum mussten 10 Jahre vergehen, bis endlich der erste Trainer auf die Idee kam sich aus dem Pool an Talenten zu bedienen (Schaaf)?
      Wieviele Millionen hat er für die Finanzierung externen Personals ausgegeben (Caio, Fenin, Kadlec, Korkmaz, Bellaid, Occean, Chandler, Inui etc pp) und wieviel hat sich davon rentiert?

      Nun zur Fragestellung der Kapitalisierung und ihrer Notwendigkeit.
      Wir wissen doch nicht erst seit 2009 (Herrje, seit mehr als 5 Jahren hat sich dieser Verein nicht über Mittelmaß hinaus bewegt! Siehe hier: http://www.youtube.com/watch?v=vs74b5tlYo8), dass wir Kapital brauchen, um im Wettbewerb zu bestehen. Die Situation hat sich noch weiter verschärft und der Druck der Konkurrenz in der Bundesliga wird in den nächsten 2 bis 5 Jahren zunehmen (Redbull, Ingolstadt, Heidenheim). Ein Blick auf die aktuellen Tabellen der Liga 1 und 2 verrät, dass Traditionsvereine es sehr schwer haben werden erfolgreich und zügig in Liga 1 wiederaufzusteigen, sich zu etablieren oder am Europapokal dauerhaft teilzunehmen. Die Tabellenstände bzw. Ligazugehörigkeit von Traditionsklubs wie HSV, VfB Stuttgart, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, Karlsruher SC oder 1. FC Nürnberg sind mahnende Beispiele.

      Mut zu mehr Risiko bei der Kapitalisierung, rechtzeitiger Verkauf von Topspielern wegen der Generierung beachtlicher und nützlicher Transfereinnahmen sowie eine frühzeitige konsequentere Einbindung junger Spieler in den Profikader empfehlen sich als Maßnahmen.

      • Eintrachtfan a HH

        …mhhh, das Thema Nachwuchsförderung scheint mir ein ziemlich unstrittiges Thema zu sein und wurde die letzten Jahre garantiert auch nicht von Bruchhagen torpediert! ->Aber was will man machen, über Nacht mit dem gesamten Investitionsrahmen eine Kaderschmiede aus dem Boden stampfen, dass sebst dem früheren Ajax die Ohren schlackern? -wohl kaum! Gehört wohl eher etwas Fortun, die Blanke Not (Freiburg) oder ein flächendeckendes Scoutingsystem, welches jährlich im 2-stelligen Miobereich liegt (Bayern) dazu. Dazu wäre die Reaktion des gemeinen Fans überaus spannend gewesen. Wie reagieren Dieser wohl bei Unwegbarkeiten, wenn die Investitionen in (vorerst) nicht sichtbare Nachwuchsarbeit sickerte und keine real greifbar oder fleischgewordenen Investion unten auf dem Platz rum oimeln, mit Verständnis 🙂 ?
        Beim Thema „Risiko bei der Kapitalisierung“ verweise ich gerne auf den Pfälzer Pendanten. Der FCK ist doch ebenfall so ein Gernegroß mit viel Tradition und wenig Geduld. Was war den Anfang der 2000er, als man sich für mehr berufen fühlte, 3 Schritte auf einmal machte, „Investititonen“ wie Djorkaeff, Basler, Jancker und , man verzeihe es mir -hahaha, Taribo West holte!?
        ->Abstieg -> Kredite, Geldgeber -> puff weg! -> nie mehr erholt

        …am Ende sollte man sich als SGE’ler doch eher damit arrangieren, für den Rest des Lebens die Klasse zwischen 6-15 zuhalten und alle 5-8 Jahre der Ausrutscher nach Oben zu sein. War doch ganz geil letztes Jahr -wer die Dosis klein hält, bringt eben auch 12.000 proletarische Äbbelwoi-Akrobaten in die alt, ehrwürdige Heimstätte des pinkelfeinen Rotweins!

        Eintracht Frankfurt- nicht erfolgreich aber echt (sollte es bleiben)!

  3. Jermaine Jones Junior

    Es wird bald an der Zeit, dass Heribert Bruchhagen geht. Er ist verantwortlich für die strukturellen Probleme im Verein.
    Joschka Fischer sprach im Sommer allen Fans aus der Seele: Mittelmaß kann nicht das Ziel eines Vereins in der Bundesliga sein. HB, eben ein Mann mit niedrigem Horizont.
    Ich bin aber nicht durchaus so skeptisch wie heute vor einem Jahr. Ich glaube, dass Eintracht Frankfurt genau dort landet, wie die FR orakelt hat: auf Platz 12. Irgendwas mit 40 +-2 Punkten. Dann NACH dieser Saison muss endlich die Schnur im Verein zünden, und zwar in allen Bereichen.
    Ich bin sowas von froh, wenn Heribert Bruchhagen dann endlich geht. Er ist kein Mann des strukturellen Aufbaus (sonst wären wir nicht mehrfach abgestiegen), sondern einer für die Konsolidierung. Genau deswegen reichte es die nie konstant für oben. Nach 2016, nämlich zu seinem Amtzeitende brauch ich mir jedenfalls sein Geschwätz von „Delta zwischen Erwaltungshaltung und Realität“ und „der Flut, die alle Boote hebt“ nicht mehr zum x-ten Mal anhören.

    • Eine Ergänzung: Heribert Bruchhagen ist aber weder Eintracht Frankfurt, noch ist es den Managern / Trainern / Spielern (von ihm) verboten, mehr zu arbeiten, besser zu spielen.

      Ich halte es für einen Trugschluss zu glauben, dass mit HB die Dinge besser laufen.

      • Jermaine Jones Junior

        Mit HB laufen die Dinge nicht besser, sondern immer gleich: Immer gleich konstant schwankend; Saison-/Jahres-/ Jahrzehnteübergreifend.

        …Viele Jahre habe ich damit gehaddert, wieso wir damals anstelle von Daum nicht Favre geholt haben. Mit Favre -dachte ich- wäre es wohl bergauf gegangen. Aber nach all den Trainer- und Spielerwechsel ist mir klar geworden, dass selbst der beste Trainer der Welt hier in Hessen keine Bäume ausgerissen hätte.
        Armin Veh also hatte Recht. Er hatte Recht damit, dass im Verein Grenzen sind. Weiter als Platz 12 hinaus geht es nicht. Dazu passt das Bild, das du präzise in diesem Beitrag beleuchtet hast, dass wir uns mittlerweile mit einem 0:4 zufrieden geben. Mittelmaß eben.

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