Das große Flattern

Wenn es einen Verein, eine Mannschaft gibt, die den An-anderen-Vorbei-Treib-Traum Heribert Bruchhagens erfüllen könnte, dann ist das Werder Bremen. An kaum einem anderen Klub lässt sich eine mehrere Jahre andauernde Negativentwicklung besser ablesen als am SVW. Nein, nicht mal an Stuttgart – die nur Halbserien entweder miserabel oder fantastisch spielen – und Hamburg.

Die letzten ein, zwei Saisons mit Thomas Schaaf als Trainer, dann Robin Dutts Versuche, nun dieser Victor Skripnik: Die Mannschaft aus Bremen ist personell Jahr für Jahr schwächer geworden, qualitativ abgeschmolzen, auch und gerade weil das Geld für Transfers nicht mehr da war, flankiert von sportlich schwächer werdenden Resultaten. Carlus Alberto, jener fatale Fehleinkauf, beraubte Bremen einst rund acht Millionen Euro. Von diesem finanziellen Schlag – der Kicker stand drei Jahre unter Vertrag, wurde aber an zig Vereine in Brasilien ausgeliehen – erholte sich der Verein bis heute nicht. 13, 9, 14, 12 lauten die Positionen aus den Jahren seither – und in den vergangenen beiden Jahren hingen die Bremer im gewohnten Eintracht-Style bis kurz vor ultimo hinten drin.

Am Sonntag kommt es im Waldstadion zu einer Prüfung, die fernab von Meister vs. Geselle, Schaaf vs. Skripnik relevant ist. Es geht darum, wer von zwei stets niedergangsgefährederten Truppen sich dauerhafter ins Mittelfeld schieben, wer im Abstiegssog bleiben wird. Bremen hat die bis dato starken Paderborner non chalant besiegt, allerdings am wie zu hören ist schlechtesten Tag des SCP seit dem Bundesligaaufstieg. So oder so: Dem Bremer Selbstbewusstsein geschadet haben wird das 4:0 nicht. Die Eintracht hat den Überraschungs-Lauf dagegenzusetzen, die vermeintlich höhere individuelle Qualität. Ob das so ist? Bei dem bevorstehenden Heimspiel muss die SGE Druck machen, pressen, sie müssen die Bremer ab der Mittellinie rigoros ins Flattern bringen. Oder sie müssen genau das Gegenteil tun, sich verbarrikadieren und auf Standards und Konter (was sie seit Jahren kaum beherrschen) setzen. Jedenfalls muss Trainer Thomas Schaaf eine klare, eine konsequente Marschroute ausgeben, nichts Halbgares. Ganz oder gar nicht, gestalten oder zerstören – nicht ein bisschen von beidem. Mit welcher Herangehensweise rechnet der Gegner? Ziemlich sicher mit der Pressingvariante, mit der Erfolgstaktik der vergangenen zwei Wochen. Und gerade deshalb könnte man den SVW in der Anfangsphase mal an den Hörnern packen, das Gegenteil tun. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass das Team sich (endlich) wohlzufühlen scheint auf dem Platz, von der Leine gelassen ist.

So oder so: Etwas Zählbares muss her aus Eintracht-Sicht, doch genau das macht den frusttoleranten Eintracht-Fan ja so nervös. Wann machen die schonmal das, was es braucht und man sich erhofft/erwartet? Schnödes Remis oder Niederlage, irgendwie wäre alles andere nicht eintracht-mäßig.

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