Einzelkritik vs. Werder Bremen

Felix Wiedwald: Fast ungeprüft, ansonsten war das Aluminium sein Freund. Auch die Körpersprache ist mittlerweile trapp´esk. Da bahnt sich eine knüppelharte Entscheidung für die Funktionäre an in Vertrags(verlängerungs)fragen.

Bamba Anderson: Defensiv gefordert, aber im Aufbauspiel gerade in Halbzeit eins mit zu vielen langen Bällen. Sein Spiel – wie das des Teams – erinnerte in diesem Abschnitt an die unsäglichen ersten elf Saisonspiele. Wurde später klarer und besser in den Aufbauaktionen.

Marco Russ: Stellt mittlerweile selbst 1,70 Meter kleine Dribbler in einer Abgeklärtheit, die man ihm nicht zugetraut hätte. Fehlerlos, kompromisslos, gute erste Pässe. Da hat sich in den vergangenen zwei, drei Jahren jemand prächtig entwickelt.

Timothy Chandler: Steigerte sich im Laufe des Spiels, bot dadurch seine beste Saisonleistung. Gerade in den ersten 30 Minuten abermals mit Schwierigkeiten, was auch für eine bis dato erneut uneffektive rechte Seite sorgte.

Bastian Oczipka: Bestätigt seine deutlich gesteigerte Form, knüpft an die beste Phase von vor 2,5 Jahren an. Defensiv plötzlich wacher, offensiv schwungvoll. Es geht also doch.

Makoto Hasebe: Umsichtig, ruhig, ohne große Aktion. Entpuppt sich als wertvoller, weil ruhiger Sechser.

Stefan Aigner: Alles deutete auf ein vollends verkorkstes Spiel, spätestens, als der agile Aigner den Kopfball von Bamba Anderson über die Latte klärte. Irgendwann riss er sich aber derart konsequent von der Leine los, dass er wie ein Duracel-Häschen allen davonlief. Resultat: Torvorlage und eigener Treffer.

Takashi Inui: Kluge Ablage auf Stendera zum 5:2, es sind solche simplen Aktionen die es braucht, um eine Hilfe fürs Kollektiv zu sein. Abermals ohne Mätzchen, ohne Schnörkel, ohne den Willen etwas Besonderes, Schickes machen zu wollen. Weiter so, das reicht.

Marc Stendera: Der Halbvolley zum 5:2 war sahnig, einige gute Pässe gab es ebenfalls. Die Trägheit am Ball trübt den Eindruck immer etwas, ihm fehlt das Tempo am und mit dem Ball. Die Standardstärke ist offenbar verpufft. In einem funktionierenden Team funktioniert er – der Rest bleibt abzuwarten.

Haris Seferovic: Nimmermüde und immer gallig, das ist bemerkenswert. Selten hatte die SGE einen Offensiven, der so willens und gierig auf dem Platz umher-irrwischt. Dazu ein super Sportsmann, siehe Gesten zu Bremens Torwart nach dem 2:1.

Alexander Meier: Schwaches Spiel, fand keine Bindung, hing völlig in der Luft, selbst in der druckvollen zweiten Halbzeit. Das erste Tor macht er bärenstark, das zweite erzielt er – wie gegen Mönchengladbach – weil er den Laufweg konsequent zuende geht.

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Thomas Schaaf: In der Halbzeit hat er seiner Mannschaft entweder die Leviten gelesen oder bewusst auf die Spielweise umgestellt, die man schon zu Beginn erwartet hätte. Es war eine zähe erste Hälfte, das war weitaus mehr am Zufallsfußball der bis-November-Wochen als an der Spielweise der vergangenen drei, vier Wochen. Sicher, Spielkontrolle hatte das Team – auch einen verwehrten Elfmeter und einige passable Offensivaktionen. Doch Pressing war Mangelware, es war sogar eher so, dass Bremen die Eintracht im Aufbau mit frühem Pressing vor Probleme stellte (siehe lange Bälle von Anderson). Man kann vor der Verwandlung und dem eingekehrten Erfolg nur den Hut ziehen. Schaaf hat sich eines Besseren belehren lassen, setzt nun auf eine Marschroute, ein System und das Personal, das den besten Frankfurt-Fußball seit zwei Jahren zeigt. Einziger Wehrmutstropfen: Bei so einem Spiel, nach dem 4:1 jedenfalls muss er früher wechseln, und motivationstechnisch angeknackste Spieler wie Vaclav Kadlec bringen. Wieso etwa mit Medojevic und Ignovski gleich zwei Sechser ihm vorgezogen wurden, bleibt Schaafs Geheimnis.

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