Marc StAndera

Standard-Stender: Ein Wort, das bei der Verleihung des Venus-Awards (Erotikbranche) für Schmunzler sorgen könnte. Bezogen auf die Eintracht liegt die Komik eher darin begründet, dass Youngster Marc Stendera sein Kerngeschäft – die Freistöße und Ecken – nicht mehr zu beherrschen scheint. Standardsituationen, man erinnert sich, schlugen in den ersten Spielen des Nachwuchskickers ein wie „eine Bombe“ (Zitat von Ex-Trainer Armin Veh). Scharf gezogen, beschwörte er mit den Hereingaben stets Gefahr herauf. Da musste nur ein Kopf, ein Fuß oder Gliedmaß der Wahl den Ball touchieren, schon war beim Gegner Alarmstufe Rot angesagt. Und in der Gegenwart? Ein laues Lüftchen. Bei den vielen Dingen, die der junge Spieler richtig macht, die Standardgefahr geht ihm plötzlich ab.

Umso auffälliger ist das, da gegen Bremen bereits zum dritten Mal ein Freistoß aus 17,18, 20 Metern vor dem Tor nicht etwa von Stendera, sondern von Alexander Meier geschossen wurde. Das ist sinnfrei. Aus solchen Positionen ist das halbhohe Zielen auf die Torwartecke – wie Meier es mit der Innenseite stets tut – nonsens. Der Keeper macht diese Ecke dicht, muss letztlich nur die Fäuste hochbekommen und maximal einen halben Schritt zur Seite machen. Halten wird er 99 von 100 Bällen, es sei denn, diese werden mit 150 km/H unter den Giebel genagelt (was quasi nie vorkommt). Kurzum: Anvisiert werden muss die Mauerseite, über diese muss gezirkelt werden. Oder, wie Xabi Alonso es bereits zwei Mal zeigte, Vollspann unter dieser hindurch (dass die Dinger durchgehen ist aber mehr Glück als Genialität). Der Trick ist, wenn der Ball wirklich zu nah am 16er liegt, also auf oder kurz hinter der Strafraumlinie, sich die Kugel diesen einen, diesen halben Meter zurückzulegen. So wird der Abstand zu Tor und Mauer größer, die Flugbahn des Balles beeinflußbarer, weil länger. Eine Frage des Winkels, sprichwörtlich. Auch diese Mini-Maßgabe würde nichts daran ändern, dass Meier eher der falsche Freistoßschütze ist. Wenn nicht Stendera – oder der verletzte Djakpa – erscheint mir von den gesehenen Flugkurven am ehesten Bastian Oczipka in der Lage zu sein, direkte Freistöße aufs/ins Tor zu schießen. Im konkreten Fall gegen Bremen wäre ein Linksfuß sicher nicht die ideale Wahl gewesen, aber das Dreschen aufs Torwarteck braucht es ebenfalls nicht.

Also, Herr Stendera, Zusatzschichten schieben! Die spielerisch mageren Phasen kommen bald sicher wieder, spätestens dann wird man angewiesen sein auf das, was man mal Bomben nannte.

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