Hurra, das ganze Dorf ist da

Heute steht wieder eines dieser seltsamen Spiele an. Seltsam, weil es sich unwirklich anfühlt, wenn man gute Ex-Spieler in des Gegners Farben sieht. Bei Sebastian Rode ist das so, obwohl es sich trotz dessen unerwartetem Erfolg verschmerzbar anfühlt. Bei Sebastian Jung ist es so, da schmerzt es persönlich wie sportlich spürbar. Und nun Pirmin Schwegler im Dress des Zuschauermagneten aus Baden-Würtemberg. Wie sich das anfühlt? Naja, kühl. Trotz unabstreitbarer Verdienste, so richtig emotional wird er nicht, der hessische Frankfurt-Vergötterer, wenn er den Namen Schwegler hört. Wird sich ändern, wenn der dem Hildebrand Timo heute einen einschenkt. Hurra-Fußball droht heute ja allemal.

In Hoppenheim, beim Jahr für Jahr von der Öffentlichkeit mehr wie selbstverständlich akzeptierten Investorenklub 1899 (!), gibt es heute also wieder Bundesligafußball zu sehen. Nicht etwa Glamour á la Bayerngucken, sondern echte Fanleidenschaft im Frankfurter Stil. Es wird sich sodann wieder bewahrheiten, dass – trotz Freitagabend – wieder mehr SGE-Trunkene im Dorf zugegen sein werden als Hoffe-Sympathisanten. Auch an den TV-Bildschirmen werden es dutzendfach mehr Eintracht-Zuschauer als Mikrochip-Anhänger sein. Dem DFB, der DFL ist dieses Zuschauerinteresse seit jeher ja latten. Da können die einen die Bude rappelvoll haben, Zuschauerschnitt jenseits der 40 000 Leuts, Zehntausende weitere vorm Fernseher – alles egal. Am Ende haben Wolfsburg und Hoppenheim – deren Duelle im TV lau Sky-Auswertung massive 5000 Menschen anschauen – denselben Status, dieselben Finanzspritzen wie jedes Zuschauer-Zugpferd der Liga. Dass da mikrige Drittfinanzierungs-Vereine auf Kosten von gewachsenen Marken priveligiert werden, wen interessiert es? Die Schlipsträger, die Funktionäre sicherlich nicht. Mit Fußball lässt sich heutzutage derart viel Geld verdienen, wen juckt da schon der Jubelpöbel im Stadion? Die kommen mittlerweile ja wie ferngesteuert sowieso ins Rund, da kann das Gekicke noch so mies sein.

In Hoppenheim werden heute Abend wieder 20 000, 25 000 Seelen umhergeistern. Davon 3000 Rot-Schwarze. Die müssen sich dann ansehen, wie Fahnenschwenker und Cheerleader auf dem Platz rumhampeln. Irgendwann wird dann auch Pirmin Schwegler dort auf dem Rasen stehen. Es wird ein paar Pfiffchen geben. Jo mei.

Sportlich? Hoffen wir mal auf ein Unentschieden. Das wäre ein richtig gutes Ergebnis. Niederlage wäre, wie immer, bäh. Aldiweil jetzt halt wieder so ein Punkt erreicht ist, wo man … Spirale … und so.

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