Ein 0:0 als Wunschergebnis

Fürs Aufpeppen des Europa-Portfolios war das Unentschieden im Heimspiel gegen Berlin dann doch zu wenig. Anstatt mit einem – wenn man das (á la SGE bis November-)Gegurke des Gegners sieht problemlos möglichen – Sieg richtig im Geschäft um den lukrativen 6. Platz mitzumischen, geht es nun in Leverkusen darum, Anschluss zu halten. Da wäre dann ein Zähler absolut in Ordnung, ein Zugewinn.

Ist diese Hoffnung aber eine, die sich erfüllen könnte? Die Zahlen sprechen erstmal eher dagegen. Während der Fakt, dass Leverkusen seit zwölf Heim-Pflichtspielen ungeschlagen ist (sechs Siege, sechs Remis), noch mutmachend ausgelegt werden kann, ist dasin puncto Torstatistiken anders. Bayer kassierte maximal ein Tor in den letzten zehn Pflichtspielen, in der Bundesliga ist das die viertbeste Defensive (19, SGE 33 Gegentore). Auf der anderen Seite stellt das Gewöhnungs-Investoren-Team die fünftbeste Offensive (27, die SGE 33 erzielte Tore).

Die Stärke der Eintracht ist zwar die Offensive. Jedoch muss man feststellen, dass die Torflut gegen die Teams losbrach, die zu den defensiv dünnsten Truppen der Liga gehören: Bremen (38, fünf SGE-Treffer) und Stuttgart (32, vier SGE-Treffer). Auf der anderen Seite hat die Eintracht in allen Spielen bis auf drei (Augsburg, Hannover, Bayern) stets mindestens ein Tor geschossen.

Während Hannovers Defensive (24 Gegentore) auf Hoppenheim-Niveau (25) liegt, ist der FCA beste Leverkusen-Referenz (20 Gegentore). Als Bayer auf Augsburg traf, gewann es zu Hause 1:0 – den Analysen zufolge soll es ein zähes, mühsames Spiel gewesen sein, in welchem Augsburg defensiv gut stand, nach vorne aber nicht vorkam und Leverkusen 45 Minuten lang dauer-verwaltete.

Was bedeutet das für die Eintracht, die ohne die Stammspieler Marco Russ und Stefan Aigner auskommen muss? Alexander Madlung spielt eine höchst unglückliche Saison, wird neben Bamba Anderson verteidigen. Auf dem Flügel wird wohl der träge Lucas Piazon auflaufen. Anhand dieser Ausfälle und Kompensationsmöglichkeiten ist die Schwächung der Frankfurter schnell erkannt. Eine Möglichkeit, die Chancen auf einen Erfolg in Nordrhein-Westfalen zu erhöhen, wäre die Hereinnahme von Sonny Kittel auf der Aigner-Position. Der junge Mann wirft sich zum einen rein in die Partien, zum anderen hat er bei seinen Auftritten viel mehr Qualität nachgewiesen als der Notkauf Piazon.

So oder so: Wie bereits in diesem Blog vor dem Hertha-Spiel zutreffend vorhergesagt, wird die Anfälligkeit bei Standardsituationen (Calhanoglu) und die Eindämmung der Tempodribbler (Bellarabi / Son) entscheidend für den Spielverlauf / das Resultat sein, siehe Link und dort den dritten Absatz. Die zu vermutenden Geschwindigkeits-Defizite vor allem in den Duellen Son/Bellarabi vs. Oczipka könnten ein Knackpunkt werden. Umso ärgerlicher ist der Ausfall von Aleksandr Ignovski, der für Aigner ins Team hätte rutschen können, so dass Chandler eine Position vorrückt und wenigstens ein Flügel defensiv dicht(er) ist.

Harakiri-Fußball wird gegen Teams der Güteklasse Leverkusen nicht zu etwas Zählbarem führen. Jetzt muss die Rückwärtsbewegung mal passen, die Kette bissig und stabil sein, der Torwart (vermutlich Timo Hildebrand) die zwei, drei Fast-Tore raushexen. Dass vorne etwas gehen kann, dass man da stets in der Lage ist auch mal (mehr als) einen zu netzen – das wird am Samstag nicht ausreichen, Alexander Meier hin, Haris Seferovic her. (Mehr als) zwei Gegentore im Schnitt pro Spiel nach dann 17 Partien, das ist jedenfalls kein Qualitätsmerkmal. Ein 0:0 – dass es in 58 Spielen zwischen beiden Teams noch nie gab – ist meine Hoffnung, ein 2:2 nehme ich aber auch – wie natürlich jedes Ergebnis, dass einen Eintracht-Sieg zur Folge hat. Nur der Glaube muss über Nacht noch erwach(s)en …

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