Punkt dank Passivität

Bonuspunkt. Und das mit einer clever und sinnig veränderten Taktik, dem Malus von 10 statt 11 Spielern (Piazon war zwar aufgestellt, spielte aber nicht mit) sowie dem Manko einer Wechsel-Fehlentscheidung Trainer Thomas Schaaf.

Slobodan Medojevics Hereinnahne war der völlige Bruch. Erster Balkontakt und er geht 30 Meter vorm eigenen Tor ins Dribbling, verdaddelt plump den Ball und das Unheil nimmt seinen Lauf (ja, Hildebrand muss den im Torwart-Eck haben).

Ärgerlich. Entgegen den Erwartungen war – dank des Elfmeter-Tors – ein Sieg drin. Weil man lange gut und sicher verteidigte, Bayer am langen Arm verhungern ließ. Aber ab der ca 60. Minute kam die SGE nicht mal mehr über die Mittellinie. Einen Konter gab es, um den Deckel draufzumachen, dann stolperte Takashi Inui wieder mal ins Nichts.

Der Druck von Leverkusen wurde immens, das Eintracht-Mittelfeld, speziell die Außen, verlor jeden Zweikampf. Einzig Alexander Madlung und Timothy Chandler sowie Makoto Hasebe hielten qualitativ mit, hielten erst das 1:0, dann das 1:1 fest – weil sie bis zum Ausgleich nicht einmal aufs Tor schoss. Von den gefühlt 1000 Befreiungsschlägen machten weder Alexander Meier noch Haris Seferovic einen vorne fest. Von Piazon, dessen 93-Minuten-Verbleib unerklärlich ist, ganz zu schweigen.

Eine Kernfrage: Wieso wartete Thomas Schaaf derart lange mit dem ersten Wechsel? Es gelang bereits 15,20 Minuten nichts mehr, dann wechselt er zudem einen Außen für einen Zentralen ein. Er hätte früher reagieren müssen. Für Medojevics tölpelhaften Fehler kann der Coach nichts, aber aus den bisherigen Erfahrungen mit dem Serben wusste man um dessen Schwierigkeiten mit Ball, Zuspiel und Co.

Man sah jedenfalls, dass da ein Gegner auf dem Feld stand, der keine Schießbude ist. Leverkusen schlief eine Halbzeit lang, in der zweiten gelang ihnen trotz Dauerdrucks erstaunlich wenig. Hinten raus hätten sie das Spiel sogar gewinnen müssen, Hildebrand stand (glücklicherweise) im Weg und machte so den Bahnschranken-Fehler beim 1:1 wett. Zudem merkte man das Fehlen Stefan Aigners. Seine Agilität fehlte vorne wie hinten.

Dank der Passivität der Leverkusener, einer lange konzentrierten Defensivleistung und einem überragenden Madlung, wurde es der 23. Saisonzähler. Immerhin. Es ist viel mehr als man heute erwarten konnte.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Punkt dank Passivität

  1. FE Objektiv

    I.d.R. bin ich konform mit Deinen Spielanalysen, aber Deine stetige negative Bewertung von TI, kann ich leider nicht nachvollziehen. Er spielt zwar nicht mehr die sensationelle Rolle, wie in der Saison 12/13, aber er ist dennoch ein fester Bestandteil der Mannschaft. Wer hat denn den Elfmeter heute erst ermöglicht. Jeder darf auch mal schlechtere Spiele abliefern, dies ist menschlich. Subjektiv kann man auch mal daneben liegen. Also bitte, demnächst erst mal in Ruhe nachdenken, dann schreiben. Über die Einwechselphilosophie kann man natürlich streiten, aber nachher ist man immer schlauer.

    • Ich bin völlig bei dir. Wie ich auch in meiner folgenden Einzelkritik analysieren werde, holt er den Strafstoß gut heraus. Jedoch ist diese eine (!) gute Aktion pro Spiel nach meiner Auffassung zu wenig, vor allem dann, wenn die Ballverliererei überhand nimmt. Dass er eine (andere) Rolle hat wie vor drei Jahren – geschenkt. Dass diese aber beinhaltet, Zweikämpfen aus dem Weg, den Gegnern nicht nachzugehen (was er etwa gegen Hoppenheim und Bremen viel besser machte) und Ballverluste zu produzieren, kann ich mir nicht vorstellen. Siehe den vertendelten Konter in Leverkusen, wo er nach Querpass frei durchgehen kann. Oder den 10-km/H-Schuss aus 20 Metern, statt querzulegen auf den fast freien Seferovic. Meine Kritik ist, dass er ständig die falschen Entscheidungen trifft, er viel zu oft das Besondere versucht. Sobald er einfach spielt – wie etwa im November – ist das völlig in Ordnung (was so auch in meinen Einzelkritiken steht). Ich behaupte einfach, dass man sich auf dem Niveau nicht leisten kann, zwei Einsatz-Vermeider mit Inui und Piazon durchzuschleppen. Inui kann eben diese eine Aktion pro Spiel dann eben doch haben, aber der Brasilianer … Himmel hilf.

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