Ausblick im Winter

Chris ist den Eintracht-Fans sicher noch ein Begriff. Lange genug bezog der Italo-Brasilianer jedenfalls Gehalt von Eintracht Frankfurt. Sehr oft Fußball gespielt hat der Sechser nicht, obgleich es keinen anderen Profi der SGE gab und gibt, der so oft als Neuzugang verpflichtet hätte werden sollen, wie er. Wann immer er verletzt war, die Winterpause diente den Funktionären stets dazu, Chris als einen gefühlten Neuzugang anzupreisen. Der Rückkehrer als neue Alternative, als Dampfmacher für die Fitten. Er kam nur nie, zumindest nicht dauerhaft zurück, und schon gar nicht in einer Form, die umgehend konkurrenzfähig gewesen wäre.

Chris gibt es in der Saison 2014/2015 mehrfach. Er heißt Zambrano, Trapp, Djakpa und Valdez. Auf sie alle, auf deren Gesundung, Rückkehr und In-Form-Kommen setzt man bei der SGE laut eigenen Aussagen. Das mache den Kader noch stärker, vergrößere die Alternativen und somit die Chance, eine ganze Weile im oberen Mittelfeld der Bundesliga zu bleiben, beim Gerangel um Rang 6. mitzumischen. Ist das so? In der Theorie ja. Dass Trapp und Zambrano, die sicherlich beiden wichtigsten Chris-Klone, in guter Form die Qualität einer Startelf erhöhen können, ist kaum anzuzweifeln. Doch werdne sie in Form, in Spielpraxi, in Routineabläufe kommen? Auf einem Niveau, dass an Spieltag 18 hoch genug ist um dann einen – wenn man wirklich da oben mitkämpfen will – Pflichtsieg gegen Freiburg zu landen? Die Fragezeichen sind erlaubt. Djakpa und Valdez werden dem Konkurrenzkampf in ihren Mannschaftsteilen ebenfalls gut tun, auf sie richtet sich der Fokus aber erstmal weniger.

Überhaupt unterläuft den Funktionären beim Blick auf die möglichen Rückkehrer ein Fehler: Die Positionen, die die Noch-Maladen spielen, sind nicht die Schwachstellen des Teams gewesen. Und angesichts des Asien-Cups, bei dem Takashi Inui und Makoto Hasebe auflaufen und somit einige Rückrunden-Wochen verpassen (und ausgelaugt sein) werden, sollte man die Transfer-Überlegungen nicht non chalant ins Reich der Fabel verweisen. Denn während man sinnvollerweise über eine Trennung von Vaclav Kadlec, Jan Rosenthal und selbst Johannes Flum nachdenkt, sollten die Verantwortlichen gesehen haben, dass im defensiven Mittelfeld die Not groß ist. Außer Makoto Hasebe hat niemand die nötige Qualität, schon gar nicht als einziger Sechser im zuletzt gespielten 4-1-4-1-System. Marco Russ könnte nach einer Genesung Zambranos zwar auf die Sechs rücken. Aber als einziger DM ohne Nebenmann an seiner Seite? Das dürfte schiefgehen. Slobodan Medojevic nährt die Hoffnungen nicht, Martin Lanig ebenso wenig. Flum sah man monatelang nicht mehr auf dem Feld, er scheint weder Standing beim Trainer noch die Motivation zu besitzen. Derzeit scheint nichts naheliegender, als die Genannten zu verkaufen und einen zentral defensiven Mittelfeldspieler im Winter zu verpflichten. Alternativ, vor allem auch perspektivisch, müsste ein Linksfuß für Mittelfeld und/oder Abwehr her. Als Konkurrenz und/oder Ergänzung für Inui und/oder Bastian Oczipka.

Das schlagendere Gegen-Argument, ist ein anderes. Es hängt mit dem „Scouting“ des Vereins zusammen. Kurz gesagt: Sie finden keinen Gescheiten, keinen Tauglichen, keinen der einschlägt. Ausgerechnet einer von den Freien Turnern Braunschweig, dessen Handynummern sein Ex-Trainer noch im Notizbuch hatte, ist der gelungenste Halbserien-Neuzugang der Eintracht seit vielen Jahren.

Ein bisschen was wird sich in den kommenden Wochen sicher rundum die SGE tun auf dem Transfermarkt. Und wie man sie kennt, verleihen / verkaufen sie den einen oder anderen an die Liga-Konkurrenz 😉

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