Träges Taktieren

Felix Wiedwald muss (als Nummer 2) bleiben, Timo Hildebrand in die USA gehen, Emil Balyanov die neue Nummer 3 sein – und Kevin Trapp darf weitere zig Wochen in der Vertrags-Hängematte kuscheln.

Wie fast immer gibt Eintracht Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner in Vertrags-Verhandlungen eine Schwäche bis hilflose Figur ab. Monatelang dürfen Angestellte darüber „grübeln“ ob sie 1,75 oder 2 Millionen Euro Gehalt haben wollen. Zeit wird sich mit der Floskel „Perspektive“ erkauft. Komisch, alle babbeln von internationalen Wettbewerben, von wer-weiß-was für Zielen. Doch wenn es ans kicken auf dem Feld geht, wird das ganze Gebabbel irdisch. Kevin Trapp, der zweifellos viele gute Spiele für Frankfurt absolviert hat, sah etwa gegen Wolfsburg diese Saison richtig schlecht aus. Das kostete die zwei Punkte, die man jetzt für Europa-Plätze bräuchte. Perspektive.

Es ist doch so: niemand hat den Spielern verboten, gut und erfolgreich zu spielen. Niemand wird ihnen verbieten, für den erfolg – die Perspektive – mehr zu arbeiten als Kicker in anderen Vereinen. Doch wieso übt (seit Jahren) nur Alexander Meier nach den offiziellen Trainingseinheiten noch 15,20 Minuten länger als alle anderen? Wo sind sie denn da, all jene, die Europa und Erfolg im Blick haben? Reden können viele sehr gut und viel. Machen, da bricht es sich dann schnell. Dass die Nimmermüdigkeit, das Dauerünen eines Meier ihn über 10 Jahre zum besten SGE-Spieler seit der Legendenzeit Bein/Yeboah/Okocha gemacht hat und macht, darauf kommt wohl niemand.

Das gesagt, wird weiterhin nicht über die Verträge etwa eines Bamba Anderson nachgedacht. Jedenfalls scheint sich da auch nichts zutun. Stillstand. Warterei. Normales Geschäft, wird man dem Fan bald erläutern. Und das Geld, hui hui, das Geld ist eben knapp für so unmenschliche Projekte wie Vertragsverlängerungen mit Nicht-Neuers und Nicht-Reuses! Aber wie man nun hört, will man von den drei im Fokus stehenden Kickern höchstens (!) Zambrano ablösefrei ziehen lassen. Für Trapp sollen drei Millionen Euro (es gibt eben doch eine Ausstiegsklausel!) her nach der Saison, womit der erneut durch das Funktionärs-Verhalten degradierte Felix Wiedwald gnädigerweise die 1 ab August 2015 werden soll. Was ein cleverer Deal – wenn da nicht die lächerlich geringe Klausel wäre sowie die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Wiedwald bereits in seiner Bremer Heimat (ab Sommer) unterschrieben hat bis die Herren Trapp und Hübner sich zu klaren An- und Aussagen durchgerungen haben.

Nur der Gewohnheit halber Weise ich nochmals darauf hin, dass es neben Trapp / Wiedwald und Zambrano noch 6 weitere auslaufende Verträge gibt.

Was solls. Geht A, kommt B. Ist A Kapitän, so what, die Binde ist Folklore, Zierrat. Austauschbar, ersetzbar, wir alle. Wieso gehen wir eigentlich noch ins Stadion? Weil Eintracht Frankfurt über jedem einzelnen steht. Ja. Toll. Am Ende bündelt sich Emotion doch durch/in Spieler. Bäumchen wechsel dich alle 2,3 Jahre lässt halt auch die längste Tradition zu Plastik werden.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Träges Taktieren

  1. Eintrachtfan a HH

    Beste !
    Wunderbare Zusammenfassung der unsäglichen Zwänge & Folgen des Bosmannurteils bzgl. Eintracht Frankfurt! Nach dem Lesen hat man das Gefühl, selber Dampf abgelassen zu haben! …3 gute Spiele und die Jungs sehen sich (durch Beraterseite) bestätigt für Höheres bestimmt zu sein. Pffff…
    Einzig… ehrenwerter wird der Fußball dadurch auch nicht mehr.

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