Sturm im Abu-Dhabi-Glas

Das Torhüter-Thema ist fürs Erste durchgenudelt – zumindest was das Trio für die Zeit bis Ende Mai 2015 angeht. Trapp, Wiedwald, Balyanov werden die Wächter des Heiligsten heißen. Timo Hildebrand macht den Auswanderer oder gibt bei Werder Bremen die Übergangslösung, bis Felix Wiedwald (ablösefrei) in der nordischen Heimat anheuert. Es sei denn … Tja, es sei denn, man ist bei Eintracht Frankfurt konsequent, führt mit Wiedwald eben doch in Gesprächen, verhindert dass dieser in Bremen unterschreibt, und setzt nach einer etwaigen Trapp-Absage umgehend den Stellvertreter ins Tor. Ergo: Man entscheidet sich für den Aufbau einer neuen Nummer Eins, denn die Wächterpersonalie ist ja – wie die Vereinsfunktionäre selbst sagen – eine Perspektiventscheidung. Bei dem Szenario müsste allerdings klar sein, dass Wiedwald nicht bereits in Bremen (ab Juli) unterschrieben hat. Heikel.

Indes zeichnet sich immer mehr ab, dass Fehleinkauf Vaclav Kadlec die Eintracht verlässt. Südeuropäische Vereine sollen Interesse an dem Stürmer haben. Egal ob es nun eine Leihe oder ein Verkauf wird: Finanziell wird die causa Kadlec (erneut) das lange zu erwartende Verlustgeschäft für die SGE. Die entscheidende sportliche Frage ist indes, ob der Abgang eines (zwar ebenso trainingsfaulen wie unzufriedenen) gelernten Stürmers nicht zu riskant ist, wenn man sonst – außer Haris Seferovic – nicht einen echten Offensiven im Kader hat. Beziehungsweise: Was bringt die Ersatz-Verpflichtung der nächsten Wundertüte anstelle von Kadlec? Die Idee von Thomas Schaaf, den Sturm im Bedarfsfall mit Mittelfeldspielern zu besetzen, ist eine schlechte. Nein, es ist die Schlechtestmögliche. Wie oft schon wurden in diesem Verein Spieler auf Positionen eingesetzt, die nicht ihre sind?! Sie alle scheiterten, sie alle – samt Team – hatten keinen Erfolg. Das sollte auch Schaaf, Stichwort Inui und die 10 oder Ignovski als RV, bemerkt haben.

Wie überall im (Berufs)Leben braucht es Experten, Könner und Fachleute für das, was zutun ist. Ein Außenmittelfeldspieler ist kein Stürmer, ein Innenverteidiger kein Sechser und ein Torwart kein Spielmacher. So, wie ein Industriekaufmann kein Konditor, ein Friseur kein Mezger, ein Arzt kein Redakteur ist. Soll heißen: Wenn man Kadlec abgibt, muss man diese Kaderposition neu besetzen, und zwar mit einem echten, einem gelernten Stürmer. Luca Waldschmidt ist dafür sicher nicht nur zu grün (noch grüner als Kadlec), er ist vor allem seit Äonen verletzt. Es wäre töricht, mit ihm als Stümer Nummer drei zu kalkulieren. Die Lösung ist simpel: Ein erfahrener Stürmer á la Nikos Liberopoulos sollte verpflichtet werden. Jemand, der 32+ Jahre und Erfahrung hat, dessen Blutdruck allerdings gemäßigt bleibt, wenn es mal drei, vier Spiele ohne nennenswerte Spielminuten für ihn gibt. Gerade bei Stürmern ist es doch noch recht leicht, gute Leute zu finden. Solange man gekas´eskes Stehgeigertum vermeidet und einen unter Vertrag nimmt, der mitmacht, der sich bewegt und den Ball mal halten/abschirmen kann, ist doch alles gut. Muss ja, gerade in der Rolle nicht immer ein Haris Seferovic sein.

„Ja dann mach es doch konkret, wenn du schon so neunmalklug daher-kommentierst! Wer soll es denn sein?“, riefe mir man nun entgegen. Und was ich darauf antworten würde? Koan Olivien Occean! *g* Davon ab, gerüchte ich folgende Namen herbei:

Cacau (Osaka in Japan) ist kürzlich in die 2. japanische Liga abgestiegen, hat einen Vertrag bis Juni 2015 und würde somit keine Unsummen kosten.

Ivan Klasnic (vereinslos) hat nach eigenen Angaben – Stand Anfang 2014 – mit Thomas Schaaf über eine mögliche Rückkehr nach Bremen gesprochen, doch als dieser bei Werder entlassen wurde, habe sich die Möglichkeit zerschlagen. Problem: Seit mehr als einem Jahr ist der 34-Jährige ohne Verein und Praxis.

Mladen Petric (Athen) kennt die Bundesliga, hat in der Hinrunde in Griechenland drei Tore plus drei Vorlagen in 15 Spielen beigesteuert. Ergo: Ist für Athen zu wichtig als das man den 34-Jährigen für Peanuts ziehen lassen würde.

Einen im Sommer auslaufenden Vertrag hat – man höre und staune, den gibt es noch in Moskau – der 33-jährige Kevin Kuranyi. Auch der schon vor der laufenden Saison kurz vor der Mainbrücke stehende Hugo Almeida (30) hat im Juni bereits wieder Schicht im italienischen Cesana (10 Einsätze, 1 Tor). Als Joker – mit 27 Jahren aber wohl noch zu dauereinsatzfreudig – überzeugte der bald vertragslose Erwin Hoffer ebenfalls schonmal bei der SGE. In der zweiten englischen Liga kickt Nick Proschwitz, ehemals bei Paderborn in Bundesliga 2 treffsicher und somit Deutschlandkenner. Verein könnte aber Option ziehen, somit wären (englische) Mondpreise als Ablöse fällig.

Das sind jetzt nur die Namen, die ein schnöder Eintracht-Blogger mal ebenso im Kopf hat. Welche Ideen muss dann erst ein Profi-Spielersucher haben? Das Kicker-Sonderheft kommt im Winter leider nicht als aktualisierte Sonder-Edition raus, das muss man den Eintracht-Funktionären vielleicht mal mitteilen …

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Sturm im Abu-Dhabi-Glas

  1. Herr Schnitzelmann

    Ich finde dein Vergleich hinkt, klar kann ein Friseur kein Metzger sein, da du hier unterschiedliche Berufe mit einander vergleichst.
    Wir reden aber vom Beruf Fussballer und da sollte ein offensiver Mittelfeldspieler schon in der Lage sein, sich entsprechend weiterzubilden, so das er auch, und sei es auch nur übergangsweise, die Aufgaben eines Stürmers übernehmen kann.
    Das muss, schon alleine bei der Gehaltsklasse, auf jeden Fall drin sein!
    Ein Zimmermann kann ja auch, um wieder auf deinen Vergleich zurückzukommen, durchaus die Aufgaben eines Schreiners erledigen, wenn er sich entsprechend weiterbildet und, und dass ist für mich noch viel entscheidender, das Interesse daran hat, sich weiterzubilden!

    • Und doch wird der Weitergebildete, der ja zudem nur temporär in der Lage dazu sein soll die Tätigkeit auszuführen, einen vollausgebildeten Profi nicht ersetzen können, bzw. er wird nicht gleichwertig (gut) sein.

      Wir haben das doch schon x-Mal erlebt in Frankfurt. Wer sollte da nicht alles schon Gott weiß wo spielen können. Da sind Vaclav Kadlec und Aleksandr Ignovski als Flügelspieler ja nur die jüngsten Beispiele.

      • Herr Schnitzelmann

        ich glaube, dass die Sache nur falsch angegangen wurde, und evtl. auch die falschen Leute dafür ausgesucht wurden, generell bleibe ich davon überzeugt, dass es Möglich sein muss, da das ganze Grundgerüst das gleiche ist, nämlich Fussball zu spielen!

  2. Jermaine Jones Junior

    Miroslav Klose wäre geil..

  3. Alex

    Petric 24 und Kuranyi 23???

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