Die Suche nach den Dränglern

… als ob Eintracht-Trainer Thomas Schaaf dieses Blog liest, hat er Johannes Flum im Testspiel am Sonntag eine Chance gegeben. Seltsamerweise aber gemeinsam mit Slobodan Medojeciv (und Kadlec/Piazon auf Außen) was darauf hindeutet, dass Schaaf neben Eindrücken sammeln auch ein anderes System, ein 4-4-2 mit Doppel-Sechs und zwei klaren Außen, ausprobieren will. Medojevic hingegen soll offenbar mit Spielen/Einsätzen zu Sicherheit verholfen werden.

Klar ist, dass am Ende die Konfiguration gefunden werden muss, mit der das Team, die spät gefundene Spielweise am ehesten klarkommt/umsetzen kann. Der vorübergehende Verlust von Makoto Hasebe – das AsienCup-Finale wird am 31. Januar, dem Frankfurter Rückrundenstart gegen Freiburg, angepfiffen – dürfte schwerer wiegen als der von Takashi Inui. Hasebe ist, auch in seinen schwächeren Partien, stets die ordnende Hand gewesen. Er ist umsichtig, spielt klar und umstandslos, macht keine Schnörkel und Schleifchen um irgendwelche Aktionen. Für die Entfaltung der Angriffskraft trägt seine Klarheit und Sicherheit hinter den fünf Offensiven maßgebliches bei. Auf dem Flügel könnte die Suche nach dem Inui-Ersatz leichter, entspannter sein, gerade angesichts der Eindrücke die Sonny Kittel bei seinen Einsätzen hinterließ. Auf jeden Fall sollte man, passende Trainingseindrücke in den Emiraten vorausgesetzt, ihm den Vorzug vor Leih(!)traber Lucas Piazon geben.

Und sonst? Rund zwei Wochen vor Rückrundenstart gibt es den Überlieferungen der Zeitungen zufolge noch keinen Hinweis auf frittenfettheiße Ins-Team-Drängler. Die üblichen Verdächtigen, so scheint es, werden auf die Positionen vereilt. Einzig die Frage nach Gesundheit und Fitness von Carlos Zambrano stellt sich – womit aber ein gewisser Domino-Effekt eintreten würde. Ist der Zentraldefensive kuriert, fit und in Form, wird er in die Startelf, in die Ablösefrei-Innenverteidigung neben Bamba Anderson zurückkehren. Marco Russ ist dann „plötzlich“ anstatt Medojeciv oder Flum erster Anwärter auf die Hasebe-Vertretung im defensiven Mittelfeld.

Am Ende stellt sich für Trainer Schaaf auch eine Grundsatzfrage, eine nach der Ausrichtung des Teams: Welcher Spieler schafft es am ehesten, dass das Gesamtgebilde im Stile eines Hasebe funktioniert, die Vornespieler die nötige Sicherheit und Lockerheit für ihre Aufgaben haben? Medojevic wäre wohl die defensivste Lösung, Russ, nicht minder robust, ist für sein Mitmachen nach vorne bekannt, wäre also durchaus offensiver als der Serbe. Und mit Johannes Flum würde Schaaf die offensivste der denkbaren Varianten wählen. Martin Lanig als Stehaufmännchen, das ja schon im Sommer überraschend an allen Favoriten auf der Sechs vorbeizog, darf man aber nicht abschreiben. Er wäre (in der Theorie) von seiner Spielanlage vermutlich ein Mittelding aus Marco Russ und Johannes Flum, eher Letzterem ähnlich. Aleksandr Ignovski hingegen wäre als Beißer – neben seiner Funktion als Rechtsverteidiger Nummer 2 – mit Sichrheit auch eher defensiv einzuordnen.

Ignovski, aber eben auch Lanig oder die bereits zu anderen Klubs gerüchteten Jan Rosenthal und Vaclav Kadlec – von ihnen allen ist bislang nicht zu lesen, dass sie sonderlich massiv in die Mannschaft drängen. Das ist für die besagten Kicker individuell mitunter schlimmer als für das Kollektiv, aber manches Mal wünscht sich der Fan durchaus Nachrichten, dass ein Reservist mal so richtig aufdreht, unbedingt will, kratzt und rudert um sein Standing, seine Einsatzzeiten zu erhöhen.

Vollzug bei Vertragsverlängerungen gibt es übrigens weiterhin nicht. Im Gegenteil, mittlerweile scheint es so zu sein, dass selbst jene, die gerne den Wackeldackel geben, sich für Spieler höherer Kategorie und Güteklasse halten. So sollen Bamba Anderson und Bastian Oczipka von Ambitionen, Europa und Co. gesprochen haben. Ob solche Schlagworte automatisch das gebotene Salär erhöhen, wissen vermutlich nur Branchenkenner. Das Gegenargument wäre ja denkbar einfach: Wer mehr als Rang 12 verdienen will, muss auch mehr als Rang 12 leisten. Verboten, gut zu kicken, hat den Spielern noch nie jemand (außer vielleicht Trainerimitat Michael Skibbe).

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Die Suche nach den Dränglern

  1. Olli

    Dafür scheint Trapp nich den Hauch von Druck in Sachen Vertragsverlängerung zu haben geschweige zu spüren.

    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/vereine/619212/artikel_trapp_ich-kann-mit-konkurrenz-umgehen.html

    Die Ansage müsste lauten „Du entscheidest dich bis zum Freiburg-Spiel oder wir machen Felix direkt zur Nr.1“. Auch in Dortmund wird er nächstes Jahr kaum international spielen. Wenns richtig dumm läuft nicht mal Bundesliga.

    • Jermaine Jones Junior

      Ziemlich sicher wird Trapp verlängern (meine persönliche Prognose). Der Zeitpunkt der Bekanntgabe wird nach Ablauf der Transferperiode gewählt, damit Felix Wiedwald nicht vorzeitig zum Konkurrenten Werder Bremen wechselt.

  2. a.kloppi

    Bamba hat verlängert und bleibt für 3 weitere Jahre! Top!

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