Das Scheunentor steht offen

Während der Investorenklub Hamburger SV weiter am Totalverkauf seiner ohnehin schon schwachen Seele arbeitet, gerüchtet man an der Elbe nun über zwei, drei Neuzugänge. Jaja, so ist das im Profisport: Man katapultiert sich durch diese strukturelle und jene personelle Entscheidung in den Morast, dann wird das Geld – das man nicht besitzt – rausgeschleudert um die gemachten Fehler zu kaschieren, sich irgendwie mit dem Kopf über Wasser zu halten.

Da ist man doch ebenso erleichtert wie froh, dass man als Eintracht-Fan einen Ausnahmezustand erlebt: Es ist ruhig, entspannt, der Verein kann, muss aber nicht reagieren auf dem Transfermarkt. Schön und selten.

Zumal mit Makoto Hasebe und Takashi Inui – obgleich wohl nach dem Asien-Cup-Ausscheiden geknickt – zwei Spieler noch vor dem Rückrundenauftakt in Freiburg zurückkehren, mit denen man vor Mitte Februar nicht rechnete. Die in Frankfurt so oft und unsinnig zitierten gefühlten Neuzugänge, diesmal haftet dem sogar etwas wahres an. Dazu ist Carlos Zambrano wieder voll im Einsatz, genauso wie der andere Dauerzögerer Kevin Trapp.

Alles toll? Nunja. Auch wenn man Test- und Vorbereitungsspiele nicht überbewerten darf, ja, man sie sogar fast ignorieren kann, ist eines auffällig: Es rappelt (weiterhin) ständig im Tor. Und zwar im eigenen. Gegen x-beliebige Truppen gibt es zwei, drei Gegentore – das war, ist und bleibt kein Zufall. Und im selben Maße wie es kein Zufall ist, hätte man das in diesen Wochen mal in den Griff bekommen müssen. Leute, Servette Genf! Hamburger SV! Das sind alles andere als Offensivraketen, und doch legen sie einem summiert sieben (!) Eier ins Nest. Das geht nicht, schon gar nicht, wenn die verbesserte Rückwärtsbewegung im Fokus der Wintervorbereitung gestanden haben soll. Kaut man auf dieser Feststellung etwas herum, könnte einem fast Angst und Bange werden.

Denn so sehr sich viele am Spektakel-Sport erfreuen, mit Fußball hat das wenig zutun. Mag ja telegen sein, sich verkaufen, für Schlagzeilen und Sendeminuten sorgen. Rein inhaltlich sind solche Auftritte und Ergebnisse Gemüse. Einfach deshalb, weil es nur wild ist. Das kann so oder so ausgehen, da gibt es zu wenig Plan; nach dem Hochschalten gibt es kein runterschalten mehr. Das ist somit auf eine andere Art und Weise wie zu Saisonbeginn Zufallsfußball. Damals war es Zufall, wo der Ball landet und ob man dem Gegner einen solchen ins Tor würgt. Jetzt ist es Zufall, wer das 3:2 oder 2:3 schießt. Drama? Action? Ja, mit Sicherheit. Aber in der Lage zu sein, Siege, Punkte auch mal non chalant, souverän oder mit Kärnerarbeit einzutüten, ist eine wichtige Tugend. Gerade dann, wenn man derart ambitoniert daherredet wie Herr Bastian Oczipka und die Träumereien von den Posititonen 6+.

Indes ließ sich gegen Genf die voraussichtliche Stammformation der nächsten ein, zwei Wochen – somit zwei, drei Spiele – erahnen. Piazon kickt auf dem Flügel, Russ gibt den Sechser und die Südamerikaner halten hinten (nicht) dicht, während Trapp die Bälle (hoffentlich) einmal weniger aus dem Netz holt als etwa Roman Bürki oder Diego Benaglio. Also, Makoto, Takashi, seht zu, dass ihr euch mental und physisch pronto erholt. Ist wichtig für den Tabellenstand.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Das Scheunentor steht offen

  1. Jermaine Jones Junior

    Das Drama oder die Action könnte sich bald bezahlt(er) machen. Aktuell liegt die SGE auf Platz der 5 der Sky-Tabelle. Sky möchte bald die Vereine anhand dieser Tabelle am Gewinn weiter beteiligen.

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