Monatsarchiv: Februar 2015

Endlich Chancen

Souverän war dieser 2:1 Sieg gegen Hamburg nicht. Auch und erst recht nicht gegen zehn HSV’ler. Außer zerren, halten und treten kam von Hamburg nichts, nur noch der Faktor Tempo – und der wäre der Eintracht beinahe zum Verhängnis geworden.

Es war eine seltsame Aufstellung, die Trainer Thomas Schaaf wählte. Lucas Piazon und Takashi Inui, da schwante dem Fan böses. So schlecht, dass zwei Stehgeiger mitgeschleppt werden könnten, schien der HSV dann doch nicht zu sein. Dazu die bis zuletzt eher sinnfreie Entscheidung für eine robuste, aber langsamere 1,90-Meter-Verteidigung gegen eine flinke 1,70-Meter-Offensive. Nicht nur beim Gegentor – Fehler Madlung, Stendera, Chandler – sondern schon nach 1 Minute sah man wohin die abermalige Wahl gegen den schnelleren Bamba Anderson hätte führen können. Einmal mehr hielt Kevin Trapp das Team im Spiel.

Alexander Meier, der nicht nur zwei Tore schoss (und einen Elfmeter verschoss) sondern auch in höchster Not im 16er klärte sowie gewohnt macht und tat, kam endlich wieder in Abschluss-Positionen. Grund: Im Mittelfeld funktionierte mehr, Makoto Hasebe sei dank.

Dass Thomas Schaaf das Spiel hintenraus fast abermals ver-coachte, weil er wieder 2 Auswechselungen „sparte“, lässt einen ziemlich erschrocken zurück. Er riskiert bis zuletzt den Platzverweis für Madlung, hält am Tempo-Defizit fest obwohl die 4er-Kette hoch steht und nimmt keine Zeit von der Uhr. Wie sehr muss er den Resevisten misstrauen, wie sehr muss er Johannes Flum hassen? Wechselkandidaten gab es schließlich. Marc Stendera, dem abermals nicht so sehr viel gelang, Inui, der weitaus schwächer spielte als der überraschend und erstmals gute Piazon. Die Wechsel gar nicht mal wegen den Leistungen, sondern schlicht fürs Zeitmanagement.

Und dann die Sache mit dem Überzahlspiel. Das war eher ein übel-Zahlspiel. Da war der HSV dem 2:2 zeitweise näher als die SGE dem 3:1.

Der Sieg, so sehr Pflicht er war, schenkt der SGE den großen Schritt zum Klassenerhalt. Und er sorgt dafür, dass man Dortmund, die wie erwartet noch in die Europa League einziehen werden, hinter sich lässt und an Hoppenheim, dem 7. dran bleibt.
Ginge es hintenraus tatsächlich um Position 7, muss man das Trio Hoppenheim, Dortnund und Augsburg im Blick behalten. Der BVB wird eher 6., dann gehts für 2 von 3 um den 7. Platz und den Bayern-Pokal-Daumendrücker.
Ich bleibe aber dabei: Frankfurt wird nächstes Jahr nicht europäisch spielen, die Leistungen taugen insgesamt dazu nicht. In besten Fall schafft es Schaaf mit Wackelfussball zu erfolgen, im schlechten ist es Zufallsfussball.

Mal schauen was nächste Woche aus der Wundertüte gezogen wird. Solange das Team, wie gegen den HSV, Kombinationen und damit Tor-Abschlüsse zustande bekommt, muss einem nicht (mehr so) bange sein.

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Welten? Dimensionen!

Das Leben hält für uns alle einige Stationen bereit. Die großen, wichtigen von Schule, (Uni-)Ausbildung, Ehe/Partnerschaft, Familie und das Verkraften von Schicksalsschlägen ist uns allen vorbestimmt. Dafür braucht es kein Glauben an oder das Verneinen von Gott. Neben den skizzierten Weichenstellungen, die unser Denken und Handeln prägen, formen, verändern, gibt es viele unendlich banalere Einschnitte. Und doch sind sie als solche spürbar.

Wovon schreibt der Typ jetzt, mögen viele Leser denken. Zurecht, scheint diese Küchenphilosophie doch nichts mit dem Kern-Thema dieses Blogs, Eintracht Frankfurt, zutun zu haben. Wieso mir diese Gedanken aus den Fingern quillen und sie eben doch zur Eintracht passen, mag ich gerne erklären.

Am 27. Februar 2015 feierte der FC Bayern München 115. Geburtstag. Im Stadion gab es in der Südkurve eine Choreografie. Mitten drin, unter der Plane und als einer von
75 000 Zuschauern gegen den FC Köln: ich. Ein SGE-Fan mit Leib und Seele zwischen Schickeria, Event-Liebhabern und ja, auch Ur-Fans (es war, das zur Erklärung, der Abschluss des Ski-Urlaubs in Österreich).

Ich spare mir große Ausschweife zur Leisestärke im Allianz-Stadion, zur 0-Emotion no matter what happens und zur absoluten Kommerzialisierung von Verein und Sport. Alles schon 1000 Mal von 1000 Leuten bemängelt. Aus eigener Erfahrubg kann ich nur sagen: ja, stimmt alles. So what? Man wusste ja schon vorher, dass das eigene Herz, die eigene Emotion nur der SGE gehört.

Was ich aber in diesen 91 Fußballminuten sah, hat mein Bild von Möglichem und Realem, von Aktion und Reaktion, von (an)trainierter Spielweise und theoretischer Taktik im Fußball durchaus verändert. Das Wesentliche, das Spiel, der Sport, der Erfolg dieses FC Bayern fußt auf dem Streben danach, der Arbeit an der Perfektion. Und diese Perfektion beruht nicht auf der Klasse von Arjen Robben, Manuel Neuer, Franck Ribéry oder Bastian Schweinsteiger. Es ist die Art, wie sie spielen, sichtbar in (entscheidenden) kleinen Situationen bzw. Entscheidungen. Entscheidend: Bayern München lässt den Ball nie (nie!!!) ins Seitenaus gehen. Sie holen alle Zuspiele, Abpraller, Klärungsversuche des Gegners vor der Linie – und geben den Kontrahenten damit keine Zeit sich zu stellen, zu sortieren, zu atmen. In Abgrenzung dazu Eintracht Frankfurt, die jeden Ball ins Seitenaus kullern lassen. Einwurf-Orgie statt Dauer-Druck. Hat das was mit technischem Können der Einzelspieler zutun? Das verneine ich. Auf diesem Niveau kann jeder Spieler auch in Bedrängnis den Ball passabel annehmen und verarbeiten – und sei es mit einem Rück- oder Querpass (was der FCB permanent tut, wenn es der Priorität Ballbesitz dient). Die Münchener spielen den Ball in 66 Prozent der Fälle immer um mindestens ein, zwei Meter vor den Mitspieler, damit dieser auf ihn zulaufen kann, was automatisch Schwung ins Spiel bringt. Die anderen 33 Prozent der Pässe sind Rückspiele über zwei, drei Meter mit dem Rücken zum gegnerischen Tor. Es ist permanent Bewegung auf dem Feld, auch und gerade fernab des Ballführenden. Kurzpassspiel und lange Diagonal-Flügelwechsel, immer und immer wieder. Im Fernsehen sieht man dieses Wesentliche ja nie, die Dinge, Laufwege, Entscheidungen abseits des Balls. David Alaba beispielsweise marschiert die linke Seite nicht im Sinne von Kilometerfressen rauf und runter, er rennt (immer und immer wieder) in die Anspielräume, fordert – wie sein Vordermann Robben – das Zuspiel. Die Bayern sind geil auf den Ball, das unterscheidet sie von vielen Spielern etwa der Eintracht, wo man das eigentlich nur von Stefan Aigner behaupten kann.

Und dann gibt es, neben so vielen anderen erwähnenswerten Ding, noch den letzten Mann. Torwart Neuer wirft/rollt jeden (jeden!) Ball zum Mitspieler, Kopfballspiel wird, zumal im Mittelfeld vermieden. Das sorgt für den Ballbesitz, für die Chancenlosigkeit von Ping-Pong-Fußball wie man sie etwa über das Bälle-Nach-Vorne-Geschlage durch Kevin Trapp in Frankfurt häufig sieht.

Abschließend will ich nur wenige Sätze zu der technischen Überlegenheit der Bayernspieler verlieren: Natürlich spielt dort eine andere Kategorie Fußballer, eine andere Gewichts- und Gehaltsklasse als in Frankfurt. Schon beim warmmachen fällt etwa auf, dass der FCB-Torwarttrainer einen besseren, platzierteren, wuchtigeren Schuss hat als 90% der SGE-Spieler. Und doch halte ich an der These fest, dass die Komponente der Star-Spieler in rot-blau-weiß „nur“ ein Faktor für die Überlegenheit des FC Bayern ist. An nichts und niemandem lässt sich das für uns Eintracht-Fans besser erkennen als an der Transformation des Sebastian Rode. Wir alle wissen um Flipper-Seppl, sein Ball-gewinnen-um-den-Ball-zu-verlieren-Spiel, um seine Abschlussallergie. Kaum trainiert und spielt er beim FCB, ist davon nichts mehr zu sehen. In seinen rund 20 Minuten im Spiel gegen Köln beteiligte sich dieser Sebastian Rode am Flachpass-Kombinationsspiel, spielte zwei, drei starke Schnittstellenpässe und drängte mit Macht – und den Willen, den Ball zu bekommen – in Kölns Strafraum. Nichts war da (mehr) zu sehen vom zwar rackendern aber oft vogelwilden Sechser aus Frankfurt.
Ist da einer zum Star, wenigstens zum besseren Spieler geworden, nur weil er Isar- statt Main-Luft schnuppert? Weil er rot-blau-weiß anstatt schwarz-rot trägt? Mitnichten. Verbessert hat er sich über ein offenbar um Längen besseres, anspruchsvolleres, agileres Training als das in Frankfurt der Fall war, offenbar nach wie vor der Fall ist.

Am Ende ist es im Fußball wie im (Berufs)Leben, liebe Leser: Wer mehr will, wer mehr lernt, wer mehr (an sich) arbeitet, wird besser. Nicht von heute auf morgen via Software-Update, aber peu a peu werden Schwächen beseitigt, Stärken betont. Ob das möglich ist, wenn man am Tag nur 90 bis 120 Minuten mit dem Ball und immer wieder Grundlagen trainiert, darf man sicher bezweifeln. Die Trainings, die ich in den vergangenen Jahren in Frankfurt immer mal wieder gesehen haben, egal unter welchem Übungsleiter, ließen mich oft erstaunt zurück. Spätestens jetzt, wo ich den Fußball á la Bayern München mal ganz nah gesehen habe, weicht das Erstaunen der Erkenntnis: Erfolgs-Fußball, was immer man als Erfolg definiert, lässt sich nur mit dem Maximum an Einsatz realisieren. Wer den Nicht-Abstieg als Ziel denkt, wird auch auf dem Feld nur eine Leistung abrufen (können), die dem entspricht. Das Pferd springt nur so hoch wie es muss – auch da scheint es eine Duplizität zwischen Profifußball und Otto-Normal-Berufsleben zu geben.
Von daher hat Heribert Bruchhagen in dieser Woche mit seiner Platz-7-Forderung das Richtige getan und öffentlich artikuliert. Es ist ein Statement gegen den Alibifußball. Auf der anderen Seite wirkt die Maßgabe ebenso amüsant wie verzweifelt, wenn man sich die Leistungen des Teams über die Saison betrachtet anschaut. Eintracht Frankfurts Zufallsfußball existiert, mit Ausnahme der „Machtübernahme“ der Spieler Mitte November, seit fast einem Dreivierteljahr. Damit, fußend auf der individuellen Klasse von drei, vier Einzelspielern, mehr zu erreichen als den Nicht-Abstieg, irgendetwas zwischen Rang 14 und 10, wird nicht möglich sein. Jetzt, vor dem Spiel gegen den Hamburger SV, steht Eintracht Frankfurt noch auf der Rampe um tatsächlich die Bruchhagen-Forderung erfüllen zu können. Um das wirklich zu schaffen, wenigstens den status quo halten zu können, muss endlich ein System und eine Spielweise seitens des Trainers Thomas Schaaf umgesetzt werden, die den Namen verdient. Vor einem Vierteljahr hat die Mannschaft dem Übungsleiter allen Input gegeben. Es bräuchte nicht mehr, als die Spieler wieder loszulassen und die Spieler dort spielen zu lassen, wo sie hingehören. Die Frage ist, wie lange Schaaf sein Gewurstel noch durchdrücken will und darf. Endet die Verbortheit heute? Endet die Ignoranz, auch gegenüber einiger Spieler, heute? Fraglich. Aber wünschenswert. Sehr wünschenswert.

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Hello Haedo

Tatsächlich soll es Leute geben, die nun in Nelson Haedo Valdez einen Hoffnungsträger sehen. Ein Weder-Stürmer-noch-Mittelfeldspieler, der seit August wegen der zweitschwersten Sportlerverletzung keine (ernste) Minute mehr gegen den Ball getreten hat.

Jetzt, da der völlig formschwache Haris Seferovic nicht mittun darf, Alexander Meier -wieder mal – enteiert wurde und Fehleinkauf Nr. X Václav Kadlec verliehen wurde, können nur für wenige die Stunden schlagen. Sonny Kittel soll ja nun angeblich diese etwas undefinierbare Seferovic-Position begleiten gegen den Hamburger SV. Oder eben der Valdez Nelson, zumindest so ab Minute 60,70 rum, wie man hört. Denn so flatterig und tor-ungefährlich der Südamerikaner auch ist, er rennt wie ein Irrwisch – so bitter es ist, dass das heute bei Eintracht Frankfurt immernoch nicht zur Grundlage gehört. Jedenfalls teilt Valdez dahingehend Seferovics Stärke, den Einsatz.

Und sonst so? Rang 7 soll es laut Heribert Bruchhagen nun also sein zum Saisonende. Gut, kann man fordern. Kann man auch erreichen. Dafür muss man aber halt mal was bringen, angefangen beim Nicht-Rasieren der besten Spieler, über Nicht-Vertragsgespräche mit Minderleistern, über Training bis zu Systemumstellung, Taktik, Laufleistung, Zweikampfverhalten und Kombinationsspiel. Weniger reden, mehr machen. Mehr als andere, jedenfalls mehr als der HSV.

Doch irgendwie schwant mir übles. Ich nehme ja auch ein Rumpel-1:0, aber außer dem Rumpeln geht halt seit zig Wochen quasi nichts.
Quo vadis, Thomas Schaaf?

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Aufstellung und Einstellung

Die Aufstellung für das Heimspiel gegen Hamburg macht sich ja von selbst. Der Trainer hat die Einen enteiert, der Spottdirektor (pun intended) die anderen entweder in den Senkel gestellt oder gleich in die Prager Pampa gejagt. Stürmer sind ja überbewertet, lieber knechtet man den geborenen 10er aus dem 4-2-3-1 zum Stürmer im 4-4-2 und lässt den gelernten Stürmer, wenn dieser denn spielberechtigt ist/wäre, den Sausewind ohne klare Positions-Zuordnung auflaufen. Kann, konnte man machen. Nicht so gegen den HSV.
Hausgemachte Probleme sorgen dafür, dass entweder der einzig noch funktionierende Spieler, Stefan Aigner, oder Sturmgranaten wie Lucas Piazon, Takashi Inui oder Sonny Kittel mit in/an die Front gestellt werden. Oder aber Alexander Madlung.
Dazu kickt man hinten mit einem abermals wechselnden IV-Pärchen. Russ/Madlung (wenn er nicht stürmen muss), weil Bamba Anderson nach der Vertragsverlängerung ja auch eher stiefmütterlich behandelt wird (merke: der einzig schnelle Defensive).

So oder so: Makoto Hasebe wird es schon reichen. Der vielleicht beste Fußballer in diesem Team muss wieder alles machen an Aufbauarbeit. Im Geheim-Test gegen den FSV war der Japaner sogar IV. Flum und 2-Mio-Mann Medojevic spielten übrigens 90 Minuten durch. Wird also nix für ein ernsthaftes Spiel am Wochenende. Russ-Hasebe, davor Medojevic, Aigner in der Spitze und Piazon samt Inui im Team, das wäre so ziemlich meine Horror-Aufstellung. Also ist sie sehr wahrscheinlich 😉 Den Meier, den drittbester-Läufer-faulen-Hund, muss man sowieso auf die Tribüne verbannen.

Stuttgart leitet übrigens bereits den (nächsten) Trainerwechsel ein. Alexander „RedBull“ Zorniger steht parat. Stuttgart spielt jetzt gegen Hannover, dann kommt noch die Hertha – unsere SGE folgt. Sieht also nicht gut aus im Hinblick auf die Partie gegen dieses (Noch)-Kellerkind. Aber erstmal der HSV.
Immerhin: Ein böses Erwachen kann es nicht geben, das ist seit Mainz geschehen. Eine veritable Krise hingegen, die faktisch seit laaaaanger Zeit besteht, könnte ab Samstagabend auch öffentlichkeitswirksam thematisiert werden.
Carlos Zambrano war übrigens in Mailand, bestätigt Bruno Hübner. Mit Freunden zum Essen. Natürlich. Wenn schon Ausrede, dann doch bitte nicht etwas derart übles O_O

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Das Spiel sezieren

Bleiben wir sachlich, widmen wir uns den konkreten Spielsituationen der Eintracht in Mainz. Schauen wir uns an, was passiert ist, wieso und womit das zusammenhängt. Weg von der Erregung hin zur Aufarbeitung. Kühl, trocken, aber auch schonungslos.

1. Der Ausgleich
Ballverlust, langer Steilpass, Abseits-Aufhebung, Langsamkeit – war alles sicht- ubd erklärbar. Wichtig ist die Antwort auf die Grundsatzfrage: Bei 1:0 Auswärts-Führung rückt die Viererkette bis leicht über den Mittelkreis – wieso?

2. Die Mainzer Führung
Ein plumpes Foul von Marc Stendera führt zu einem Freistoß, der nur auf eine Weise ausgeführt werden kann: scharf aufs Tor gezogen. Für einen Rechtsfuß eröffnen sich zwei Varianten, entweder aufs kurze Fünfereck flanken und auf die Kopfballverlängerung setzen, oder schießen. Da aus dieser Position die Flanke einem Schuss gleichkommt, muss der Torwart das kurze Eck zumachen, selbst oder mit einem Spieler am Pfosten. Abseits ist angesichts der Position sowieso kein Thema. Dass das Tor so fällt wie es fällt, ist also kein Zufall, kein Pech, es ist ein klarer Torwart-Fehler. Oder aber, da die Eintracht seit Wochen schon ohne Pfosten-Abdeckung bei Ecken spielt, eine Traineranweisung und geht somit mit auf dessen Kappe.

3. Das 3:1
Wie schon gegen Freiburg ersteht der Treffer aus kollektiver Konfusion und Unsicherheit. Letztlich kann in der Zentrale, keine 20 Meter vor dem Tor, niemand einen seelenruhig trabenden Malli auch nur angreifen.

4. Der generelle Spielverlauf
Anfällig hinten, harmlos vorne. Das, was von August bis November galt, gilt seit Januar wieder. Es gibt keinerlei Spielidee, es ist nicht sichtbar auf welcher Spielweise der Angriffs-Schwerpunkt liegt. Sind es lange Bälle, sind es Flachpass-Kombinationen, sind es Konter, sind es Standards? Nichts davon existiert, es ist eine Melange, ein wirrer, weil konzeptloser Mix. Der Ballführende, egal ob IV, AV oder DM spielt den Pass nach eigenem Gusto nach vorne, gerne halbhoch und lang, damit der Passempfänger – fast immer Aigner – eine kurze Ablage spielt und dann ein anderer, oft Seferovic oder Chandler, manchmal Stendera einen Steilpass spielt auf den Aigner zuläuft. Das, wie in Mainz gesehen, ist der einzige SGE-Spielzug.

1 Torschuss, Kopball Madlung nach einer Standard, war die Ausbeute der zweiten Halbzeit.
Der einzige Spielzug, den Eintracht Frankfurt (noch) beherrscht, und zwar gegen Mainz wie auch in den Wochen zuvor, geht so:

Verteidiger / Sechser passt den Ball 15 bis 25 Meter halbhoch auf Aigner. Dieser legt in die Mitte ab und geht steil, der Pass aus der Mitte – entweder von Chandler oder Stendera – kommt flach in den Lauf Aigners der dann in die Mitte zieht, querlegt oder abzieht.
Das wars, mehr kann die SGE in dieser Zusammebstellung nicht.

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Das Fleischerbeil

So, geht es jetzt also los mit dem Zoff. Brechen sie sich nun also Bahn, die Animositäten. Kennen wir sie nun also die Gründe, wieso es so mies läuft wie es läuft bei Eintracht Franfurt.

Bruno Hübners absurde Kritik gegen Alexander Meier lässt tief blicken. Da greift sich der dauererzählende Klauselkönig einen der 2,3 tauglichen Eintracht-Spieler raus um loszuledern und greift ihn für etwas an, was auch noch faktisch falsch ist. Laufleistung? Meier war in Mainz Frankfurts drittbester Läufer in babyblau. Hätte sich der babbelnde Simbel Hübner mal diejenigen zur Brust genommen, die (teils seit Monaten) stümpern. Wo ist die Kritik an Trainer Thomas Schaaf? Wo die Worte und Taten gegenüber Carlos Zambrano? Was ist mit Ansagen in Richtung Timothy Chandler, Piazon, Inui oder Top-2-Mio-Transfer Medojecic? Was ist mit der causa Kadlec?

Es gibt und gäbe viel, sehr viel zu kritisieren in und bei Eintracht Frankfurt. Beim stinkenden Kopf des Klubs angefangen bis hin zu Trainer und Teilen des Teams (siehe oben).
Aber die richtigen Fragen werden nicht gestellt, Pardon, doch werden sie sicher – nur beantwortet werden die Fragen nicht. In Zeiten von EintrachtTV wohl kein Wunder. Und doch ändert auch alle PR und Hörigkeit nichts an den Missständen in diesem Verein.

Es ist gelinde gesagt ein Unding, dass nach wie vor keine Diskussion über den Trainer, nicht als Person(alie) sondern als Inhalte-Umsetzer geführt wird. Schließlich kommt man, nach allem was man faktisch auf dem Platz gesehen hat zwischen August und fast-Mai, nicht umhin die Schwächen beim Trainer zu erkennen. Scheinbar trainiert(e) er der Mannschaft ihre Stärken ab, fesselt sie. Ein Blinder sieht doch, wie unwohl sich das Team, die Einzelspieler in der Korsage fühlen. Das ist ja an Spielweise, Körpersprache und dem Frust abzulesen. Ist es Zufall, dass die SGE die Tretertruppe der Liga ist (50 gelbe Karten in 22 Spielen)? Zu (gedanken)lahm in Passspiel und Zweikämpfen, dazu wirres Aufbauspiel und keine Spielidee als solche – wer, wenn nicht der Trainer ist speziell für Letzeres verantwortlich?

Und um das Gesicht nicht zu verliern, die eigenen Fehler zu kaschieren (ewige Trainersuche), hält man im Verein, hält ein Klauselkönig still.
Wobei, nein, das glaube ich nicht mal. Hübner, wie auch die anderen Eminenzen erkennen die Problene gar nicht. Sie bemerken, dass etwas schiefläuft, anhand der Ergebnisse. Das Spiel lesen, die Ursachen erkennen geschweigedenn gegensteuern – das ist ihnen nicht möglich. Wie anders soll man es denn erklären, dass sich in diesem Verein nichts aber auch gar nichts verändert? Dass seit Jaaaahren immer jede sich bietende Gekegenheit vergeigt wird? Minimalismus, Motivationsprobleme, Missmut – der Cocktail brodelt jetzt für jeden sichtbar und gefährlich. Noch 6 Tage, dann entscheidet sich neben der sportlichen Richtung die Zukunft des Trainers. Paderborn, Freiburg, Mainz – die Versagens-Häufung wird man nicht ignorieren können. Gepaart mit all den grundlegenden Mängeln, dem Wirrwarr- und Zufallsfussball, ist das Heimspiel gegen Hamburg ein ganz ganz wichtiges.

Stand jetzt ist Thomas Schaaf, jedenfalls seine „Spielidee“ gescheitert. Grund: er lernt nicht(s). Ja, Rang 9 ist es nach wie vor, man ist näher an Rang 6/7 dran als an 16/17 – aber seid ehrlich: der Schein trügt doch! Eine Serie im November / Dezember, gepaart mit dem Schneckenrennen um die EL – davon profitiert die SGE. Noch. Genau die in Bezug auf den Abstiegskampf. Noch.

Bleibt zu hofen, dass auch Bruno Hübner in Kürze in Frage gestellt wird und in absehbarer Zeit demontiert wird. Gründe für eine Demission gibt es seit längerem, die Aussagen zu Meier und der Schiri-Leistung am Wochenende sind schon eigene, zusätzliche Abmahngründe.

Rau ist es jedenfalls geworden in Frankfurt. Die Frage ist die nach Henne und Ei – war der Zwist zuerst und prägte die Leistung oder war/ist es andersrum? Ab sofort wird es in mehrfacher Hinsicht ruppig, liebe Leser. Klar ist: Vor einem Trainerwechsel, den es in Frankfurt auch bei noch so miesem Saisonverlauf nicht geben wird, gibt es die Diskussion, dann die Bewährung. Der nächste Top-Gegner kommt bestimmt, da scheint für die SGE ja eher was möglich zu sein als gegen Trümmerteams.

Mal sehen in welchem Gemütszustand wir Fans an Ostern sind. Das dürfte der Zeitpunkt sein wo frühestens etwas passieren würde.

Aber (das allem Spott zum Trotz doch gestärkte) Hamburg schlagen „wir“ natürlich. Weil „wir“ es immer nächste (!) Woche besser machen, gewinnen. Reden „wir“ uns ein. Und nun wieder ab zum Zerfleischungs-Prozess.

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Einzelkritik gegen FSV Mainz 05

Kevin Trapp: Vom Freischwimmer der Mannschaft angesteckt oder Teil der Unsicherheit? Das Freistoßgegentor, der Sargnagel, geht jedenfalls auf ihn. Dass der direkt geschossen werden wird, sah ein Blinder. Hielt allerdings nach nur 10 Minuten Semi-Hochkaräter.

Alexander Madlung: Hebt vor dem 1:1 das Abseits auf und kommt dann zu langsam hinterher. Ansonsten wesentlich besser als sein Nebenmann.

Carlos Zambrano: Vogelwilder Auftritt, der mit dem überfälligen Platzverweis veredelt wurde. Hätte schon die erste Halbzeit nicht überstehen dürfen, sorgte stets für Unruhe.

Bastian Oczipka: Hielt seine Seite weitgehend dicht, auch wenn er nach vorne ohne Impulse blieb. Fiel insgesamt wenigstens nicht negativ auf. Das macht ihn zu einem der besten Frankfurter.

Timothy Chandler: Von Beginn an lässt sich die Unsicherheit bei ihm erkennen. Verteidigt nicht souverän, sondern wählt aufgrund der Fehlerangst stets die Sicherheitsvariante ins Seitenaus. Nach vorne etwas besser.

Marco Russ: In der Rückwärtsbewegung in Ordnung, nach vorne ohne Schwung und Idee. Zu viel Wucht und zu wenig Ruhe im Aufbauspiel.

Lucas Piazon: Spielte angeblich auch mit. Bewies erneut seine Untauglichkeit, zumal über (fast) 90 Minuten.

Stefan Aigner: Neben dem unbedingten Willen, macht er auch Dinge, die Hand und Fuß haben. Manchmal zu wild, oft glücklos, aber nie aus dem Spiel. Noch der beste Eintrachtler, und das nicht nur wegen des selbst erarbeiteten Tors.

Marc Stendera: Ein starker Pass in Halbzeit eins, sonst abgemeldet. Defensiv versucht er nachzusetzen und die Gegner zu beackern, aber er ist a) nicht schnell und b) nicht körperlich genug.

Haris Seferovic: Ganz schwach. Das fünfte, sechste Spiel in Folge, wo er vor allem im Passspiel Fehler an Fehler reiht. Er ist zu wild, trifft immer und immer wieder falsche Entscheidungen. Starke Torvorlage, sonst aber weiterhin völlig neben der Spur – und nächste Woche gesperrt (gut,dass man Vaclav Kadlec jetzt abgegeben hat)

Alexander Meier: Total abgemeldet. Beschränkte sich ab Mitte der ersten Halbzeit nur noch auf das Ab- und Querlegen sowie Verteilen der Bälle. Und selbst das war mühevoll. Bekommt seit Wochen keinen einzigen verwertbaren Ball mehr in die Spitze.

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Thomas Schaaf: Was soll das? Weiterhin kein System, keine Spielweise, keine Konzept. Es war, ist und bleibt Zufall, ob gepunktet wird oder nicht. Erwischt der Gegner einen schwachen Tag, kann der Frankfurter Gurkenkick zu Punkten reichen, spielt der Gegner auf 100 Prozent zuende, ist die Eintracht chancenlos. Die Offensive hat der Trainer mittlerweile kastriert, kein Ball landet mehr im Sturmzentrum, die Defensive bleibt so anfällig wie seit seinem Amtsantritt. Und ganz offenkundig, siehe seien immergleichen Spieltags-Analysen, hat er nicht den Hauch einer Ahnung wie es besser geht. Woher soll dieses Wissen auch plötzlich kommen? 22 Bundesligaspiele lang geht das jetzt schon so oder so ähnlich, dass sich das mit einem Mal ändert, ist – zumal nach der ergebnislos verstrichenen Winterpause – höchst unwahrscheinlich. Personell hat er ja, bis auf die Hereinnahme von Johannes Flum, ja schon alles versucht in dieser Saison. Quo vadis, Herr Schaaf, kommt da noch etwas oder ist es vielleicht an der Zeit sich selbst hinterfragen (zu lassen)? Es drohen jedenfalls ähnlich desaströse Wochen wie in der Hinrunde. Spielerisch ist das sowieso unter aller Kanone, was die Schaaf-SGE zeigt. Da ist einiges von dem zu sehen, was einst unter dem Trainerimitat als Maxime galt: Irgendwie nach vorne brötzen die Kugel und hoffen, dass sie reinfällt. Kurzpass geschweige denn Tempo(wechsel) gibt es nicht mehr.

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